Kleiner Drive-In im Herzen Kemnats in Ostfildern.
Achtung: Sehr hohes Muggelaufkommen, bitte seid vorsichtig! Am besten bei Dunkelheit in Angriff nehmen..
Bitte Stift mitbringen!
Lindenbrunnen
Der Brunnen wurde im Jahr 1862 aufgestellt. Im Laufe seiner Geschichte hatte er schon vier Namen: "Obergassbrunnen" nach seinem Straßenstandort, "Heimschbrunnen" nach seinem Erbauer, "Frankbrunnen" nach dem Lindenwirt Friedrich Frank und schließlich "Lindenbrunnen" nach der einst benachtbarten Gastwirtschaft zur Linde. Diesen Namen verwenden die Kemnater noch heute.
Auffallend an diesem Brunnen ist die klassizistische Brunnensäule. Der quaderförmige Pfeiler mit eingehauener Jahreszahl wird von einem Kapitell bekrönt, das mit Arkanthusblättern verziert ist. Darauf steht eine Vase. Durch seine bewusste Gestaltung mit Bezügen zur "großen" Kunstgeschichte strahlt der Brunnen weniger den Charakter einer dörflichen Viehtränke aus, als vielmehr den eines vornehmen städtischen Wasserspenders. Im Jahr 2000 aufwändig renoviert, strahlt der Lindenbrunnen nun wieder in altem Glanz.
Brunnen in Kemnat
Früher wie heute war die Wasserversorgung eine kommunale Aufgabe ersten Ranges. Während wir heute allerdings nur den Wasserhahn aufdrehen müssen, um an das kühle Nass zu kommen, bedurfte es in früheren Zeiten eines weit größeren Aufwands: Mangels Wasserleitungen mit Hausanschlüssen mussten öffentliche Brunnen gebaut werden. Sie lieferten nicht nur Trink-, Wasch- und Löschwasser für die Menschen, sondern auch das unverzichtbare Lebenselixier für das Vieh.
Nicht selten kam es vor, dass in Frühjahr, Herbst und Winter das Wasser knapp wurde. Dann reichte es „nur nothdürftig für Menschen und Vieh“, wie man 1862 in Kemnat klagte. Deshalb wurde auf Initiative des wohlhabenden Bürgers Gottlieb Heimsch beschlossen, zusätzlich zu den bestehenden zwei laufenden Brunnen und vier Pumpbrunnen noch einen weiteren Brunnen an der heutigen Heumadener Straße zu installieren. Das Wasser kam von der wasserreichen Gemarkung Ruit, wo eine Quelle und der Rietbrunnen gefasst wurden, um sie in Teichelrohren nach Kemnat zu leiten.