Wie ist ein Haus in Einsiedeln zu diesem Namen gekommen?
Im Einsiedler Anzeiger Nr. 77 von 1878 war folgendes zu lesen:
Ausnahmsweise führen wir hier noch ein ehemaliges Privathaus, jetzt Restaurant auf, das auf Oberbinzen zwischen Friedhof und Armbüehl steht, das Chalet Lincoln, vom Volk Amerikanerhüsli genannt. Es ist merkwürdig wegen seiner schönen Lage der praktischen Einrichtung, des reizenden Äusseren und der beispiellosen Billigkeit, aber noch mehr seines Erbauers wegen. Das war Nikolaus Steinauer, ein Bruder des schon öfters genannten Regierungsrates Stephan Steinauer. Nikolaus Steinauer wohnte zuerst auf dem Schnabelsberg, probierte dort den Anbau von Getreide und machte sich um den Bau des Schulhauses Bennau sehr verdient. Dann ergriff er das Töpferhandwerk, in welchem er grosse Fertigkeit besonders im Modellieren erwarb und arbeitete lang auf diesem Handwerke in Deutschland. Hierauf wanderte er nach Amerika aus und machte als Hauptmann in der Nordarmee den Bürgerkrieg mit grosser Auszeichnung mit und leistete dieser Armee grosse Dienste durch den Bau von Brücken. Nach Einsiedeln zurückgekehrt, betätigte er sich wieder als Ziegler, Töpfer, Modelleur und Baumeister. Er baute mit Baumeister J. Hörbst die Waisenanstalt Maria End auf dem Katzenstrick, baute an der Schwanenstrasse ein Haus zum Zopfstil, leitete den Umbau seines Vaterhauses zu den "drei Herzen" und führte anfangs der 1870er Jahre das Chalet Lincoln auf. Beim Kirchenbau in Rothenthurm beschäftigt, starb er unerwartet rasch am 20. September 1878, erst 63 Jahre alt. Er war ein genial veranlagter Mann, der sich immer weiter ausbildete, sehr kenntnisreich und tüchtig und ein durchaus offener, grundehrlicher Charakter. Während seines Lebens wurde sein hervorragendes Talent und seine allseitige Tüchtigkeit viel zu wenig geschätzt und anerkannt. Umso mehr hat er es aber verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden.