In der „Prima fundacio“, einem Besitzverzeichnis des Klosters Herzogenburg aus dem Jahre 1112 wird „villa Widersperkch“ erwähnt, also ein Meierhof oder ein Dorf in einem Quellengebiet ca. 300m südöstlich der Burg.
„Ortolfus und Sifridus de Widerspach“ erscheinen in einer Urkunde aus dem Jahre 1268 als Zeugen auf der hausbergartigen Höhenburg. Sie wird durch eine extreme Ausnutzung des Platzangebotes geprägt und weist sogar am Ostabschluss der Felsnase ein lagerhaftes Futtermauerwerk aus dem 12. Jahrhundert auf. Im Jahre 1415 verkauften Adelige aus dem Geschlecht der Tyrnauer ihr Dorf Seebs an „Ortolf den Widersperger“. Am 12.03.1427 zogen 16000 Hussiten über unser Gebiet nach Zwettl. Sie zerstörte und plünderten fast alle umliegenden Burgen und Dörfer. Es verschwanden die Orte Podlarn, Hart und die Edelsitz bei Waldhers, Nonndorf und Widersperg. Der Lagerplatz war der Hussenacker bei Wetzles. 1493 wird das „öde Widersperg“ genannt, die Burg war also bereits verlassen und auch die aufgesammelte Oberflächenkeramik im Burgareal wird auf das 13./15. Jahrhundert datiert. Das Dorf dürfte gleichzeitig abgekommen sein und die letzten Bewohner zogen in das naheliegende Oberndorf bei Raabs.
Es gibt auf dieser Welt für alles eine Zeit. Zum Aufbauen, Lachen und Glücklichsein können wir selber etwas beitragen, das Weinen und Wehklagen kommt immer unverhofft.