Jetzt, Ende Dezember 2017, studiere ich schon drei Monate in Münster und wohne seitdem in Everswinkel. Da ich hier viel mit dem Rad unterwegs bin kenne ich schon einige Ecken. Da ich mich zudem immer sehr für meine Umgebung interessiere und ein Verwandter meiner Vermieter ein bekannter Heimatforscher war, habe ich schon das ein oder andere gesehen und gehört. Deswegen beinhaltet auch mein erster cache hier ein wenig lokale Geschichte.
"Hiäkenbrock" war eine ursprüngliche Gemarkung in der Nähe des heutigen Bauernhofes Deckenbrock. "Brock" ist eine tiefliegende, mit Wasserlachen durchzogene Fläche. Auf dieser Gemarkung soll sich eine alte Siedlung am Hang oberhalb eines Wasserlaufes befunden haben.
Von "Hiäkenbrock" oder aber auch vom Plattdeutschen "de Ekenbrock" (der Eichenbruch) soll sich auch der Name "Deckenbrock" ableiten. Auch, wenn es sich eher nach "de Ekenbrock" anhört, soll der Name tatsächlich eher von "Hiäkenbrock" stammen.
In der Bauernschaft "Wester", die zu Everswinkel gehört, gibt es noch heute ein Gehöft der Familie Deckenbrock. Dort gab es einst einen "Oberhof". Dies war in einer mittelalterlichen Marktgenossenschaft der Hauptort, an dem Versammlungen stattfanden und wo auch Gericht gehalten wurde. Dieser wurde erstmalig um 1100 in einer Urkunde des Klosters Überwasser (der Ursprung dazu liegt in der "Überwasserkirche" in Münster) mit dem Namen "Decchebrugke" erwähnt.
Schon damals und bis ins 20. Jahrhundert war das Adelsgeschlecht derer von Deckenbrock / Droste zu Hülshoff Eigentümer dieses früheren Oberhofes. 1572 verkaufte Bernhard II von Droste zu Hülshoff das Gehöft "Große Deckenbrock", welches 1775 wiederum von Clemens-August II von Droste zu Hülshoff ersteigert wurde. Clemens-August II wiederum war der Vater der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.
Zum Leidwesen der Gemeinde Everswinkel kann sie die berühmte Dichterin allerdings nicht als "Tochter des Ortes" vermerken, denn geboren wurde sie 1797 auf "Burg Hülshoff", welche zwischen Havixbeck und Roxel, somit aber auch in der Nähe von Münster, gelegen ist. Annette von Droste-Hülshoff wird deswegen nur als "Mit Everswinkel verbunden" bei "Wikipedia" gelistet. 1933 verkaufte der letzte männliche Spross des Stammhauses der Familie, Werner von Droste zu Hülshoff, das Gehöft in Wester / Everswinkel. Der größte Teil des Gutes wurde von den bisherigen Pächtern übernommen.
Quellen: Wikipedia, deacademic.com
Um die Dose finden zu können, müßt ihr euch ein wenig mit der bekannten Dichterin auseinandersetzen. Die Ausgangskoordinaten liegen übrigens auf dem heutigen Hof Deckenbrock. Dies ist für den cache aber nicht wichtig. Die Dose habe ich natürlich auch in/im Wester versteckt. Ihr solltet für die Aufgaben 1 bis 8 nur "Wikipedia" für die Suche nutzen, weil ich mich an den dortigen Angaben orientiert habe.
1. Mit dem Vornamen "Annette" wurde die Dichterin gar nicht getauft. Wieviele eigentliche Vornamen hatte sie? Der Adelstitel zählt dabei nicht mit.
2. Welche Vornamen stehen auf ihrem Grabstein? Gesucht ist die Anzahl der Buchstaben.
3. Wieviele Fotos wurden von ihr 1845 gemacht?
4. Ihre bekannteste Novelle "Die Judenbuche" beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in der Nähe des ostwestfälischen Ortes Bökeldorf zugetragen hatte: Ein Mann hatte bei einem jüdischen Händler Stoff für ein Hemd gekauft, diesen aber nicht bezahlt. In der Gerichtsverhandlung, in der er zur Zahlung verurteilt wurde, stieß er Morddrohungen gegen den Händler aus. Am selben Abend sah man beide in den Wald gehen - der Schuldner trug einen Knüppel bei sich. Der jüdische Händler wurde Tage später unter einer Buche erschlagen aufgefunden. Der mutmassliche Mörder floh ins Ausland, wurde versklavt und kehrte erst 25 Jahre später zurück. Wegen der Leiden in der Sklaverei wurde er nicht für den Mord bestraft, den er sodann auch gestand. Er lebte als Tagelöhner und Bettler im Ort und hängte sich just an der Buche auf, wo er den jüdischen Händler erschlagen hatte. In welchem Jahr der realen Tathandlung beging der Mörder Selbstmord?
5. Neben der Dichterei machte sie zudem Musik und komponierte auch selbst. Allerdings wurde dies erst Jahrzehnte nach ihrem Tod öffentlich bekannt. In welchem Jahr war das?
6. Annette von Droste-Hülshoff war auch einmal lange Zeit auf einem deutschen Geldschein zu finden, der ihr und der Novelle der Judenbuche zu Ehren bebildert wurde. Welche Nummer trägt dieser im Foto? Lasst die Buchstaben und Nullen weg und notiert nur die Ziffern als dreistellige Lösung.
7. Aus welchem Jahr stammt die abgebildete Briefmarke mit ihrem Portrait?
8. Bis 2017 brachten auch mehrere "Tatort" Krimis durch Zitate oder Anspielungen eine Hommage an die Dichterin. Addiert die Nummer der Folgen zu einer Summe.
9. Bestimmt die Standortkoordinaten der Büste der Dichterin im Park der Burg Hülshoff. Rundet die dritte Stelle der Gradsekunden auf die nächste gerade Zahl auf. Für eure Kontrolle: Die gesamte Quersumme von N sollte dann 26 betragen, die von E 18. Gesucht ist für diese Aufgabe allerdings jeweils nur die Quersumme der Gradsekunden von N und E, die ihr zu einer neuen Summe addiert.
Bildet aus den Lösungen zu 1, 2, 3 und 9 das Produkt und addiert dieses mit den Lösungen von 4, 5, 6, 7 und 8 zur Summe 10.
Setzt die gefundenen Zahlenwerte / Ziffern für die Versteckkoordinate ein:
N51° 5 Ziffer 4 . (Ziffer 5 Ziffer 1 Ziffer 3) + 3
E007° (Ziffer 4 - Ziffer 1) Ziffer 2 . )(Ziffer 3 - Ziffer 1) (Ziffer 5 + Ziffer 1) (Ziffer 3 - Ziffer 5)) - 7
Bitte parkt nicht direkt in der Nähe des Verstecks, das könnte doch arg auffallen.
Sven, vom Team Lars&Sven