Parksteiner GeoPfad am BasaltKegel
Was ist ein GeoPfad?
Ein GeoPfad ist eine besonders ausgewiesene Strecke, an der Erdgeschichte erlebbar gemacht wird. Dort soll verständlich werden, wie Landschaften entstehen, wie Gesteine und andere Rohstoffe im Untergrund verteilt sind und wie die Geologie die jeweilige Landnutzung beeinflusst. Diese Themen werden durch Angebote wie geführte Wanderungen, Informationstafeln, tatkräftige Mitarbeit, Exkursionen und vieles mehr vermittelt.
Zu diesem GeoPfad:
Nichts scheint uns unveränderlich zu sein wie die Landschaften der Erde. Doch in Wirklichkeit wandern die Kontinente über den Globus, stoßen zusammen und lassen Gebirge entstehen, die im Laufe der Jahrmillionen wieder abgetragen werden. Zeugnisse dieser Vorgänge sind die Gesteine. Wer den Basaltkegel in Parkstein besucht sollte es nicht versäumen auch dem Parksteiner Geopfad einen Besuch abzustatten. Wenige Schritte westlich der Basaltwand führen fünf Stationen am Bergaufgang durch die geologische Geschichte der Oberpfalz. Mit ca. 300 Metern ist der mit Info-Tafeln mustergültig ausgestattete Parksteiner Geopfad überschaubar kurz und zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Die Gesteine des Parksteiner Geopfads erzählen einen Teil der geologischen Geschichte der Oberpfalz, die vor mehr als 500 Millionen Jahren begann. Sie sind aber auch Zeugnisse der Vielfalt und Schönheit dieser faszinierenden Kunstwerke unseres lebendigen Planeten Erde.
Es ist nicht nur eine Zeitreise, sondern auch eine Reise um den halben Globus. Sie beginnt auf der südlichen Erdhalbkugel am Nordrand des Superkontinents Gondwana und führt uns mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 1 cm pro Jahr über den Äquator bis zum 49. Breitengrad Nord nach Parkstein. Durchschreite entlang des Bergaufganges die Jahrmillionen und entdecke bei einem Ausblick vom Hohen Parkstein den kurzen Augenblick der geologischen Gegenwart. Hier begrüßen dich zwei der ältesten Gesteine der Region rund um Parkstein, ein Amphibolit und ein Gneis. Weiter folgen Granite, Gangquarze, Kalksteine, Sandsteine und natürlich ein Basalt. Kurze und leicht verständliche Texttafeln informieren über die erdgeschichtlichen Zusammenhänge entlang des rund 300 Meter langen Weges. Polierte Anschnitte an den Gesteinen zeigen deren innere Strukturen und laden unwillkürlich zum Befühlen der erdgeschichtlichen Zeugen ein.


Um diesen EarthCache zu loggen,
geht ab dem vorgeschlagenen Parkplatz zu den gelisteten Koordinaten. Es ist euch freigestellt, den EarthCache auch an einem anderen Punkt oder RefPoint zu beginnen. Wer den kompletten Weg wandert, kommt auch wirklich in den Genuss aller wertvollen Stationen mit tollen Erkenntnissen und macht sehenswerte Beobachtungen. Befasst euch dann mit den folgenden 5 Aufgaben an den einzelnen Stationen, deren Antworten ihr teilweise auch nur vor Ort finden werdet. Ihr benötigt hierzu lediglich Auffassungsgabe und Erkenntnisse, die Ihr durch eigene Ermittlungen dort erfahren müsst. Ein wenig spätere Nacharbeit am heimischen PC könnte die Sache noch abrunden.
Aufgaben/Fragen entlang der 5 Stationen:
1.)
Hier sind wir an der ersten Station dieses GeoPfades, siehe auch das nachfolgende Bild:
"Kräfte des Erdinneren: Vom Grund des Ozeans zum Gebirge"
Der Zusammenstoß zweier Großkontinente setzte vor rund 320 Millionen Jahren unglaubliche Kräfte frei und schuf dabei das so genannte Variszische Hochgebirge. Unter enormem Druck und bei glühend heißen Temperaturen wurden die hier aufgestellten Gesteine eines alten Ozeanbodens mehr als 20 Kilometer tief ins Erdinnere gedrückt und dabei in ihrer Struktur verändert.
Tipp: Werfe einen Blick in das plastisch verformte Innere der Gesteine!
Frage hierzu:
Welche unter den plastisch verformten Gesteinen sind aus den Meeresboden-Basalten entstanden und welche Gesteine aus den Sedimenten? Wenn du möchtest, kannst du auch noch das Alter dazu angeben.
2.)
An der zweiten Station (siehe Bild) sehen wir:
"Glutflüssiges aus dem Erdinneren: Wenn Magma stecken bleibt"
Rund vier bis acht Kilometer könnte das Variszische Gebirge vor 320 Millionen Jahren hoch gewesen sein. Tief in seinem Inneren waren die Temperaturen so hoch, dass Gesteine aufschmolzen und glutflüssiges Magma entstand. Dieses suchte sich seinen Weg nach oben, blieb aber doch einige Kilometer unter der Erdoberfläche stecken. Über die Jahrmillionen erstarrten daraus vor allem die hellen Granite, untergeordnet auch dunkle Redwitzite.
Tipp: Entdecke die einzelnen Minerale des Granits!
Frage hierzu:
Wie nennt ein Gestein, welches aus glutflüssigen Gesteinsbrei das Mineralgemenge Feldspat, Quarz und Glimmer auskristallisiert und warum sind die mit ihm verwandten Vorläufer (Redwitzite) dunkler?
Zusatzfrage:
Was vergess ich nimmer? (Antwort ist am Stein zu finden).
3.)
Station 3 (Bild) gibt uns wertvolle Erkenntnisse:
"Der Zahn der Zeit: Vergänglichkeit der Gebirge"
Das Variszische Hochgebirge ist verschwunden und die viele Kilometer tief in seinem Inneren erstarrten Granite bilden heute an der Erdoberfläche markante Bergmassive. In einem Menschenleben kaum wahrnehmbar, tragen Verwitterung, Gerinne und Flüsse in dieser Zeit wenige Millimeter des Gebirges ab, in einer Million Jahre schon einige 100 Meter, in Jahrmillionen mehrere Kilometer. Beide aufgestellten Gesteine kommen ursprünglich aus dieser Tiefe.
Tipp: Der Blick durch den Granit zeigt Ihnen den größeren „Bruder“ des Parksteins, den Rauhen Kulm.
Frage hierzu:
Wie nennt man innig ineinander verwachsene Kristallindividuen, die nach dem Brechen des Gesteins durch unterschiedliches Spiegeln der spiegelnden Kristallflächen auffallen? Ein solches Exponat findet ihr vor Ort.
4.)
Diese Station (Bild) bringt uns eine weitere geologische Besonderheit:
„Land unter! Eine Decke für das Gebirge"
In der Umgebung von Parkstein wird das alte Variszische Gebirge von mehr als Tausend Metern sehr viel jüngerer Gesteine überdeckt. Grund dafür war die Absenkung großer Gebiete infolge von Bewegungen der Erdkruste. Der Senkungsraum füllte sich mit Ablagerungen von Flüssen, zeitweilig hatte das Meer Zutritt. Vor 20 Millionen Jahren rissen tiefe Spalten auf, aus denen glutflüssige Gesteinsschmelzen aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche aufdrangen. Dies war die Geburtsstunde der Feuerberge der Oberpfalz. Der Parkstein ist einer von ihnen.
Tipp: Der Abzweig bergab führt in wenigen Schritten zu den historischen Felsenkellern. Wage dort einige Schritte in den Vulkan hinein!
Frage hierzu:
Aus den Sandablagerungen sind mancherorts sehr gegen Verwitterung beständige Sandsteine und Quarzite entstanden. Wie werden die Letzteren noch bezeichnet, wenn sie als isolierte Blöcke vorkommen?
5.)
Die letzte Station (Bild) hat auch noch was zu bieten:
"Landschaft im Wandel: Die zweigeteilte Oberpfalz"
Wind, Regen, Frost und die Arbeit der Flüsse formen unaufhaltsam unsere Landschaft. Sie legen einst unter der Erdoberfläche verborgene Gesteinseinheiten frei und erschließen uns die Zeugnisse der Erdgeschichte. Harte Gesteinsformationen treten dabei als Höhenzüge oder markante Erhebungen hervor. Auch die Füllung des Parkstein-Vulkans wird als imposanter Basaltkegel aus ihrer einstigen Hülle herausmodelliert. Der scharfe Gesteinskontrast zwischen den Resten des Variszischen Gebirges im Osten und dessen jüngerer Gesteinsüberdeckung im Westen entlang des Bruchs der Fränkischen Linie ist im heutigen Landschaftsbild gut zu erkennen.
Tipp: Werfe doch einen Blick nach Nordosten über das Gesteinsmodell. Dort siehst du einen markanten Anstieg des Geländes. Er zeichnet die Fränkische Linie nach, die das Grundgebirge vom Deckgebirge trennt.
Frage hierzu mit ein wenig Fleißarbeit:
Die Fränkische Linie ist eine der bedeutensten Bruchstrukturen im geologischen Bau Mitteleuropas. Sie lässt sich vom Bayrischen Wald bis in das Gebiet der Nordsee verfolgen. In der Oberpfalz, in Oberfranken und in Südthüringen ist sie besonders deutlich als markante Geländestufe ausgeprägt.
Was meinst du, könnte wohl die Ursache ihrer Entstehung sein und versuche das zu erklären.
Eure Antworten
aus den Aufgaben schickt uns bitte per Mail und danach dürft Ihr den EarthCache sofort loggen. In den EarthCache-Guidelines ist bewusst nicht vorgesehen, dass auf eine Logfreigabe seitens des Owners gewartet werden muss. Wir werden die uns zugesandten Antworten und Lösungen auf ihre Richtigkeit prüfen. Sollte es gravierende Abweichungen zu denen geben, die wir erwarten dürfen, werden wir uns melden. Es ist zwar keine Logbedingung, aber wenn Ihr wollt, macht ein Foto von Euch und einer Position entlang dieses Geopfades.
Anmerkung:
Können die Aufgaben nicht erfüllt werden, ist auch ein Found it gemäß der z.Zt. gültigen Guidelines zu unterlassen. Found it- Logs, die - auch auf Nachfrage hin - ohne Antworten zu den Aufgaben kommen, werden demnach natürlich kommentarlos gelöscht.
Wichtige Hinweise:
Bei diesem EarthCache handelt es sich nicht! um eine von der Marktgemeinde Parkstein und/oder involvierten Trägern initiierten bzw. angebotenen Dienstleistung und er soll auch nicht den Anschein erwecken. Daher können Stadt und Träger nicht für etwaige durch Nutzer verursachte und davongetragene Schäden oder Fehlverhalten im Rahmen der Nutzung dieses EarthCaches haftbar gemacht werden. Um Fauna und Flora zu schützen, müssen für diesen EarthCache keine vorgegebenen Pfade und Wege verlassen werden; ... denkt bitte immer daran!
Viel Vergnügen bei diesem EarthCache für die ganze Familie und wir würden uns natürlich über eine Weiterempfehlung an Freunde und Bekannte sehr freuen.
Team N51E06
Quellen und Nachweise:
Markt Parkstein, Vulkanerlebnis Parkstein, Geopark Bayern de, vfmg Weiden de, ergänzende Text- und Bildbeiträge mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Bäumler - VFMG, Geo-Wissen, Wikipedia, Steine und Minerale, eigene Erkundungen und Exkursionen.

Zum Abschluß
noch einige Anmerkungen über den Basaltkegel selbst und die Steilwand am Parkstein. Alle weiteren findet ihr in den naheliegenden anderen EarthCaches, die hiermit auch zu empfehlen sind:
Der Basaltkegel vom "Hohen Parkstein" bei Weiden stellt mit seinen mustergültig ausgebildeten Säulenformationen und der gut aufgeschlossenen Schlot-Breccie ein bewundernswertes, von Alexander von Humbold als "schönster Basaltkegel Europas" bezeichnetes Geotop dar. Im Tertiär, als in unserer Gegend subtropisches Klima (mit Regenwald-Bedingungen) herrschte, stellte sich in Nordostbayern ein - in seinen Nachwehen bis vor wenige tausend Jahre dauernder Vulkanismus ein. Ursächlich dürften Krustenbewegungen im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen gewesen sein. Seinen Schwerpunkt hat dieser Vulkanismus im böhmischen Duppauer-Gebirge, jedoch reichen die Aktivitäten entlang des Eger-Grabens weit nach Westen, eben in unser Gebiet. Südlichster Zeuge dieser Vorgänge ist der Parkstein, etwa 10 km nordwestlich von Weiden. Der heute zu sehende Gesteinskörper erinnert zwar von der Form her an einen aktiven Vulkan (der "Krater" fehlt jedoch), ist aber vielmehr ein als "Härtling" von den exogenen Kräften herausgearbeitete Förderschlot umringt von Abtragungsschutt. Im weitgehend ebenen sedimentären Vorland westlich der Fränkischen Linie erhebt sich der Parkstein imposant auf 595 Meter (über dem Meeresspiegel) und gewährt eine weite Sicht über das oberpfälzer Land. Steilwand am Parkstein. Hier sind die Basaltsäulen besonders schön ausgebildet. Sie stehen keineswegs senkrecht, sind mitunter gekrümmt und haben einen Durchmesser von 10 bis 30 cm. Ihre Form und Richtung ist durch die Wärmeabführung (in senkrechter Richtung dazu) begründet. Der Universial-Gelehrte Alexander von Humboldt hat (vermutlich im Nov. 1796) die Säulenformation des Parksteins als "die schönste in Europa" bezeichnet.


English-Version:
"Unfortunately we needed to refrain from adding an English version as it would have made the listing too long, complex and confusing. In case you do need an English translation kindly do not hesitate to contact us and we will look for a solution. Or you may want to try an online translation service.
Thank you very much for your kind understanding."
Bernd of team n51e06