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Ein Aufschluss erzählt seine Geschichte EarthCache

Hidden : 1/22/2018
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Ein steinernes Buch



Im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Erde hat die Verteilung von Land und Wasser mehrfach gewechselt.
Vor etwa 340 Millionen Jahren flutete an dieser Stelle das Unterkarbon-Meer, aus dem die südöstlich von hier gelegene Mitteldeutsche Schwelle (langgestreckte Aufwölbung) und ein Hochgebiet in der Gegend der heutigen Stadt Kassel herausragten.
Die Gesteinsschichten dieser Landgebiete wurden durch Verwitterungskräfte (Niederschläge, Wind, Frost usw.) zerstört und ihre Schuttmassen der Schwerkraft folgend abtransportiert.
Während des Transports erfolgte eine weitere Zerkleinerung von Brocken- über Schotter- und Sandkorngröße bis zu feinsten Teilchen mit einer Korngröße von weniger als 2 Hundertstel eines Millimeters.
Diese Abtragungsprodukte wurden zunächst in den Küstenbereichen abgelagert, dort angehäuft und schließlich in die Meeresbecken geschoben oder gespült.



Unter Wasser bewegten sie sich als Trübeströme oft über große Entfernungen und mit hoher Geschwindigkeit bis in die tiefsten Meeresteile, wo sie zuerst in kurzer Zeit die grobkörnigen, danach die feinkörnigen sandigen Bestandteile und zum Schluss in langen Zeitabschnitten die feinen tonigen Partikel absetzten.
Dieser Vorgang hat sich in großen Zeitabständen mehrfach wiederholt.
Gegen Ende des Erdaltertums, vor etwa 280 Millionen Jahren, wurde die inzwischen zu Sandstein bzw. Tonschiefer verfestigten ehemals lockeren Sand- und Tonablagerungen zu Falten zusammengeschoben.

Hier im Steinbruch ist ein fast senkrecht stehender Teil einer Falte aufgeschlossen. Der Sattel fehlt, er ist bereits wieder abgetragen und die zur Falte gehörende Mulde ist unterhalb der Steinbruchsohle verborgen.



Die senkrechte Stellung der Schichten ermöglicht an der südöstlichen Begrenzung des Aufschlusses (linke Seite) einen Blick auf die relativ glatte Oberfläche einer Gesteinsbank.
An der gegenüberliegenden Begrenzung des Steinbruchs ist die dagegen unregelmäßig ausgebildete Unterfläche einer Bank zu sehen.
Sie weist Schleif- und Belastungsmarken auf.
Schleifmarken sind parallel verlaufende Rillen, die beim Einströmen des groben sandigen Materials in den weichen tonigen Meeresboden entstanden, von dem sich absetzenden Sand wieder ausgefüllt wurden und somit erhalten blieben.
Die wulstigen Belastungsmarken sind kurz nach der Ablagerung auf ähnliche Art entstanden und wurden durch gröbere Gesteinsbröckchen oder Holzstücke, die im Trübestrom mitgeführt wurden, verursacht.



Das Gestein ist unreiner Sandstein, der neben Feldspat, Quarz und Glimmer viele kleine Gesteinsstückchen unterschiedlicher Art und Korgröße enthält.
In verwittertem Zustand zeigt das Gestein eine leichte Braunfärbung.
Auch auf den Kluftflächen tritt oft eine rotbraune Verfärbung auf, die ebenfalls durch eisenhaltige Bestandteile hervorgerufen wird.
Die mächtigen Bänke werden mehrfach von dünnen Tonschieferschichten unterbrochen, was auf die geringe Sinkgeschwindigkeit der leichten Tonpartikel beim Ablagern eines jeden Trübestroms zurückzuführen ist.

Im Haufwerk des Steinbruches sind häufig verkohlte Pflanzenreste aus dem Unterkarbon zu finden.
Dabei handelt es sich meist um Reste von Schachtelhalm- Gewächsen, seltener um Reste von Bärlapp-Gewächsen oder auch um verkohlte Holzstücke, die mit den Trübeströmen eingeschwemmt wurden.


So, genug der Information, nun geht es ans beantworten der Fragen, damit ihr diesen EC als gefunden loggen dürft.

Beantwortet bitte vorab folgende Fragen (über das MessageCenter, an unser Profil oder direkt an teamchritho@go4more.de :
Die Fragen lassen sich mit Hilfe des Listings und gesunder Neugier vor Ort ohne weitere Recherchen beantworten !

Versucht doch einmal in der Wand „zu lesen“...
Schaut euch dazu den Aufschluß genau an - welche Unterschiede in den Strukturen könnt ihr von links nach rechts erkennen, wie verändern sich die Strukturen ?

Vergleicht das Gesehene mit der Beschreibung aus dem Listing - habt ihr Details wiederentdecken können - und wenn ja, wo genau ?


Ihr dürft loggen sobald ihr die Antworten abgeschickt habt ohne auf eine Antwort zu warten.
Wir melden uns aber auf jeden Fall bei euch, in der Regel innerhalb von maximal zwei Tagen (es sei denn wir sind auch mal ein paar Tage im Urlaub). Logs ohne Beantwortung der Fragen werden nach einer Erinnerung nach einer Kulanzzeit gelöscht.



Quellen:
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg
Vinx - Gesteinsbestimmung im Gelände
www.chemie.de/lexikon/Grauwacke
TU Clausthal
Oberharzer Bergwerksmuseum
Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung

Additional Hints (No hints available.)