Das Zisterzienserkloster Zwettl wurde im Jahre 1138 vom Kuenringer Hadmar I gegründet. Die Mönche hatten durch die benediktinische Ordensregel „ora et labora“ wesentlichen Anteil an der Erschließung des Nordwaldes.
Aus der Eintragung im Stiftungsbuch um das Jahr 1160 geht hervor, dass Graf Konrad II von Raabs das Gut „Munehesruten“- welches von Mönchen vorher schon gerodet wurde - dem Stift übergab. Das Langhaus der Kirche wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut, was durch das Vorhandensein von zwei romanischen Doppeltrichterfenstern, Traufensteinen und dem alten romanischen Türsturz an der Kirchensüdwand belegt wird. Dieser Sakralbau wurde auf einem Hausberg errichtet unter dem sich ein sogenannter „Erdstall“ mit einem Rundgang befindet, der auf archaischen Naturreligionsriten hindeutet. In der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde der Kirchenbau erhöht und im Jahre 1465 eingewölbt. Eigenartig sind auch die mystischen Bauplastiken: hinter der südlichen Eingangstür befindet sich eine unheilabwehrende Maske, am mittleren Pfeiler dient ein Skrotum als Rippenkonsole und für die Geschichte besonders interessant sind die Motive der Schlusssteine. Durch dieses einzigartige Kulturjuwel erlangen wir Einblick in die Lebensweise und den Glauben unserer Vorfahren im gefahrvollen "Silva Nortica".
Alle jemals durch Menschenhand geschaffenen Bauwerke haben einen ständigen Einfluss auf unsere persönliche Lebenseinstellung. Wir müssen nur lernen deren Intentionen zu verstehen und positiv zu nutzen.