Toteissee
Ein Toteissee ist ein See, dessen Becken durch das Abschmelzen von Toteisblöcken beim ZurĂŒckweichen eines Gletschers entstand. Trennt sich von diesem ein Eisblock ab, spricht man von einem Toteisblock. Strömt nun vom Gletscher weiteres Schmelzwasser ab, kann dieses Sand und Kies um den Eisblock anlagern. Dadurch wird das Eis unter dem Sedimentmaterial isoliert und kann oft erst nach langer Zeit schmelzen. Nach dem vollstĂ€ndigen Abschmelzen des Eises entsteht ein Hohlraum, welcher nach einem Zusammensturz des Sedimentmaterials darĂŒber, als Toteisloch oder -kessel bezeichnet wird. Fliesst nun Grundwasser in den Kessel, entsteht ein Toteissee. Je nach Untergrund gibt es zwei unterschiedliche Toteiskessel:
- Besteht der Untergrund (unter dem ehemaligen Toteis) aus durchlÀssigen Schottern, so kann Regenwasser im Toteiskessel versickern, die oberflÀchlich abflusslose Senke bleibt trocken.
- Besteht der Untergrund aus Lehmen (z.B. AltmorĂ€ne), dann bleibt Regenwasser im Toteiskessel stehen, es bildet sich ein See oder ein Moor. Toteisseen sind meist zu- und abflusslos. Es gibt jedoch auch Seen, die ĂŒber eine oberirdische EntwĂ€sserung verfĂŒgen.

Zu- und Abfluss
Es gibt praktisch keinen oberirdischen Zufluss. Nur wenige Drainageröhren mĂŒnden in das Streuland auf der Ost- und Nordostseite des Barchetsees. Ein Teil des Wassers muss unterirdisch abfliessen. Wohin, ist bis heute rĂ€tselhaft.
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Schwimmende Inseln im Barchetsee
Die StirnmorĂ€nen des Rhein- und Thurgletschers stauten nach der letzten Eiszeit vor etwa 15â000 bis 20â000 Jahren das Schmelzwasser beim Abfliessen nach W oder NW. Es bildeten sich Toteisseen. Der Barchetsee ist ein solcher. Heute zeigt er sich als warmer Moorsee mit schwimmenden Inseln. In der Schweiz gibt es neben dem Barchetsee nur noch den LĂŒtzelsee in Hombrechtikon, der schwimmende Inseln besitzt. Je nach Windrichtung werden die Inseln ĂŒber den See getrieben. Bis in die 1970er Jahre konnte man sie noch betreten und als Flosse benutzen. Heute sind alle komplett mit der Sumpfschneide ĂŒberwachsen.

Wie kam der See zu seinem Namen?
Barchet oder Barchent ist aufgerauter Stoff, wie es die einen oder anderen noch von Grossmutters BettwÀsche kennen. Hergestellt wurde er aus den Fasern von Hanfstengeln. Diese legte man zuerst ins Wasser, bis sie zu faulen begannen (Mazeration).
HanfbĂŒndel im See
Damit man leichter zum Wasser kam, stach man Buchten oder Löcher (Roosse) vom Schwingrasen heraus und schob das Zeug in den See hinaus. So entstanden die heutigen schwimmenden Inseln im Barchetsee.
Der Barchetsee ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Unter anderem ist untersagt:
- das PflĂŒcken, Ausgraben oder Zerstören von Pflanzen und Pilzen
- das Töten, Verltzen, Fangen oder Stören von Tieren
- das Anfachen von Feuer, ausser an bestehenden Feuerstellen
- das Baden von anderen tellen aus als dem Badeplatz
- das Betreten der WasserflÀche mit Booten
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Fragen:
1. Beschreibe in eigenen Worten, wie der Barchetsee entstanden ist.
2. Wie hat sich die Grösse des Sees im Verlauf der Zeit verÀndert? Welche Anzeichen findest Du in der Umgebung?
3. Was glaubst Du wie der See in 10'000 Jahren aussehen wird?
4. Optional: FĂŒge Deinem Log ein Foto von Dir mit den schwimmenden Inseln im Hintergrund an.
Sende Deine Antworten mittels diesem Mailformular an mich. Du brauchst die Logfreigabe nicht abzuwarten. Sollte etwas unklar sein, werde ich mich bei Dir melden.
Quellen:
erdwissen.ch
Natur- und Vogelschutzverein Neunforn
wikipedia.org
