St. Lambertus-Sprungschanze am Riesenberg
Im Jahr 1953, also vor 65 Jahren, begann der Bau der St. Lambertus-Sprungschanze in Oberhundem.
Hervorgegangen aus einer Abteilung des Turnvereins Oberhundem gründeten 40 Gleichgesinnte am 07.02.1953 den Ski-Club Oberhundem.
Die Männer der ersten Stunde, mit den Vorsitzenden Karl Kösters-Welterk und Alois Führt, scheuten die sportlichen und organisatorischen Herausforderungen, die sich für diese Vereinsgründung vor ihnen auftaten, nicht. Karl Schulte trat das Amt des Schriftführers und Kassenwarts. Ewald Tigges übernahm die Aufgabe des Sportwartes und Hubert Kneer bekleidete das Amt des Jugendsportwarts.
Schon bald nach der Gründung des Vereins nahmen die schon früher geäußerten Gedanken um den Bau einer Sprungschanze genauere Konturen an. Das geeignete Gelände fand sich am 720m hohen Riesenberg wo - durch die geniale Hanglage bedingt - nur ein Mindestmaß an Erdbewegungen notwendig war. Es wurde ein Sprungschanzen-Komitee gegründet, das neben der eigentlichen sportlichen Vereinsarbeit die Aufgabe übernahm, die notwendigen Schritte hinsichtlich der Planung und Durchführung der Baumaßnahmen sowie der Finanzierung einzuleiten. Diesem Komitee gehörten an:
Karl Schulte-Schmelter, Josef Schulte –Brinker, Josef Krippendorf, Karl Kösters-Welterk, Heinrich Brüggemann, Hubert Hüttmann, Willi Böhning, Josef Schmelzer und Fritz Adler.
Während Karl Kösters-Welterk die Belange auf der örtlichen Ebene koordinierte, übernahm Alois Führt die Aufgabe, die behördlichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, insbesondere die notwendigen Kontakte zum Vorstand des Westdeutschen Skiverbandes aufzunehmen und Ratschläge zur Verwirklichung des Vorhabens einzuholen.
Die Planungsunterlagen wurden dem "Sprunghügelberater" des Deutschen Skiverbandes, Heini Klopfer (Oberstdorf), vorgelegt und von ihm für in Ordnung befunden. Als Bauleiter fungierte der Ex-Olympiateilnehmer Rudolf Lessner.
Durch seinen persönlichen Einsatz trug er enorm dazu bei, dass die Bauarbeiten zügig voran gingen und die Schanze rechtzeitig vor dem Winter 1953/54 fertig gestellt werden konnte.
Die St. Lambertus-Schanze in Oberhundem war die größte Naturschanze in Westdeutschland mit einem kritischen Punkt von 55 Metern. Für den Springernachwuchs wurde darüber hinaus noch eine Jugendschanze mit einem „Kritischen Punkt“ von 25 Metern gebaut. In dem Gesamtkostenaufwand von 57.000 DM waren Zuschüsse von 19000 DM als Zuschüsse bzw. Darlehen enthalten. So war ein erheblicher finanzieller Eigenanteil und vielfältige Eigenleistungen zusätzlich erforderlich.
Sie wurde Anfang der 60er Jahre mit einer neuen Betoneinfassung des Schanzentisches und mit der Verlängerung des natürlichen Anlaufs, ( dazu wurde der Anlaufturm aus Holz entfernt ) auf einen "Kritischen Punkt" von 64 Metern erweitert.
Beim Einweihungsspringen am 17.01.1954 boten besonders die Thüringer Springer vor über 2000 Zuschauern ausgezeichnete Sprungleistungen. In den folgenden Jahren konnte manch gut besetztes Springerfeld über den Schanzentisch gehen. Neben der Durchführung von Bezirks- und Verbandsmeisterschaften wurde vor allem der Springen um den "Josef-Schmelzer-Pokal" zum alljährlich wiederkehrenden Ereignis, bei dem die besten Springer ihr Können demonstrierten.
Bei dem später eingeführten Wettkampf der „Nordischen Kombination“, bestehend aus Sprung- und Langlauf, versuchten sich besonders die unter der Anleitung von Skilehrer Rudolf Lesser und Karl Pachner trainierten Ski-Club-Mitglieder
Georg Sasse, Gerhard Tigges, Peter Czaja, Günter Kilian, Karl Josef Rameil, Gerhard Richter, Walter Wenning, Winfried Ludwig, und Karl Gerhard Reichling.
Der für den Skiclub Willingen startende Valerie Strucl schraubte letztlich den Schanzenrekord auf 71 Meter. Mehrfacher Gewinner und damit endgültiger Besitzer des Josef-Schmelzer-Pokals wurde Ulli Wolzenburg vom SC Rückershausen.
Bis zum Anfang der 70er Jahre fanden hier Wettkämpfe statt. Heute ist das Gelände am Riesenberg wieder der Natur überlassen.
Aus der Geschichte des Ski-Club Oberhundem