Hiermit möchten wir Euch zu einem Erlebnisspaziergang durch das Tumuli-Gebiet am Hirschberg, bei Pähl, einladen.
Dieser Earthcache unterscheidet sich von den, in dieser Gegend öfters vorkommenden Drumlin-Earthcaches, da hier speziell die Form der Tumuli am Hirschberg vorkommt.
Ihr befindet Euch in einem Landschaftsschutzgebiet und verhaltet Euch auch dementsprechend.
Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt handelt es sich bei dieser Geotop-Nummer: 190R020 um mehrere ideal geformte Tumuli unterschiedlicher Größe mit dazwischen liegenden Toteislöchern.
Die auffallenden Buckel entstanden aus Sedimenten, die zunächst auf den abschmelzenden Gletschern zusammengespült wurden.
Wir versuchen Euch die Sache hier etwas detaillierter darzustellen:
Wie ist die Gegend überhaupt entstanden?
Eigentlich handelt es sich hier um Gletscherschutt aus der Würm-Kaltzeit (vor ca. 20.000 Jahren).
Die Erde erwärmte sich stetig und die Gletscher schmelzten. Gletscher bestehen natürlich nicht nur aus reinem Eis, sondern sind oftmals schmutzig und mit viel Schutt durchsetzt.
Dieses Material stammt von den darüber liegenden Bergen oder der Gletscher selbst schabt es vom Untergrund ab. Wenn der Gletscher wandert oder sich zurückzieht, wird der Schutt in Bodenwellen abgelagert.
Der Schutt wird als Glazialgeschiebe bezeichnet, wie Moränenschutt. Dies sind größere und kleinere Steine (grobem Meereskies ähnelnd) oder Geschiebelehm, welcher feinem, mit Steinen durchsetztem Sediment gleicht.
Somit gibt es das Grundmoränengeschiebe, dass sich unter dem wandernden Eis ablagerte und der Obermoränenschutt, der an der Oberseite des Gletschers liegen bleibt, wenn er schmilzt.
Grafische Darstellung einer Gletscherzunge (wie oben beschrieben) während der Vereisung und nach der Schmelze
Darstellung eines Gletschers während der Vereisung
Das an der Gletscherzunge schmelzende Eis lässt einen Teil des Materials zurück, das es auf dem Weg durch das Tal mitgenommen hat:
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Darstellung nach der Vereisung
Nach dem Schmelzen des Eises ist die Landschaft verändert.
Moränen verschiedener Typen wurden ungeordnet abgelagert. Die Tumuli müsst Ihr Euch als Hügel vorstellen:
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Was sind Tumuli?
Dies sind Sonderformen eiszeitlicher Gletscherablagerungen.
Tumuli bilden auffällige, kegelförmige Hügel, bestehend aus Kies, Sand und Moräne. Sie sind vermutlich dadurch entstanden, daß Material aus Spaltenfüllungen und von der Gletscheroberfläche beim Abschmelzen des Eises von den Schmelzwässern zu kegelförmigen, sandig-kiesigen Sedimentkörpern zusammen gespült wurden.
Hier unser kleines Küchenexperiment, dass Ihr gerne zuhause nachstellen könnt. Könnt Ihr den Zuckertumulus gut erkennen?

Aber wie stehen nun Tumuli mit Toteislöchern in Verbindung?
Generell kommt es bei so einem Gletschergeschiebe zu einem ständigen Wechsel von Aufschüttungs- und Hohlformen. Letztere sind meist in Verbindung mit bewegungslosem Eis, dem "Toteis" entstanden. Diese hohlen Stellen wurden rasch mit Schmelzwassersedimenten überdeckt. Nach dem Ausschmelzen der Eisreste entstanden Hohlformen, die hier, Dank hoher Durchlässigkeit des Untergrundes, als trockene Trichter oder Kessel in Erscheinung treten.
Nun zu Euren Aufgaben. Die Koordinaten zu den einzelnen Stages könnt Ihr den Listingangaben entnehmen:
1) Gehe zu Stage 2. Du siehst hier, wenn Du gen Süden schaust, direkt auf ein wunderschönes Toteisloch. Diese treten hier in größerer Zahl, zwischen den Tumuli, auf. Wie groß ist der Durchmesser?
Gehe zu Stage 3 und genieße die Aussicht ;o)
2) Über Stage 3 gelangst Du zu Stage 4.
Beschreibe die Form des Geländes. Würdest Du sagen, die Form ist natürlichen Ursprungs oder per Menschenhand verändert worden? Begründe bitte Deine Aussage!
3)
a)Gehe zu Stage 5. Dort stehst Du vor einem sehr hohen Tumulus, der gerne als Fotoausgangspunkt für sämtliche Fotografen genutzt wird.
Schau auf Dein GPS oder Handy und merke Dir gut die Höhe! Jetzt wird es sportlich und Du erklimmst den Hügel. Schau wieder auf Deinen Höhenmesser und gib bitte die errechnete Höhe des Tumulus an!
b) Schau nun einmal rundherum die Gegend an.
Wie viele Tumuli erkennst Du?
1 bis 5
oder 5 bis 10
oder 10 bis 15
oder 15 bis 20
oder >20?
Über ein Foto oben auf dem Tumulus von Dir und Deinem GPS würden wir uns sehr gerne freuen. Dies kann, nach den neuen Richtlinien zu EC, wieder eingefordert werden. Bitte fallt dabei nicht in das Loch! ;o)))))
Bitte schreibt alle Antworten per Message an unser Profil. Bitte nicht hier in das Logbuch!
Wartet nicht auf unsere Logfreigabe. Wir melden uns, wenn etwas nicht passt!
Happy Hunting und viel Spaß mit unserem ersten Earth-Cache ;o)))
Für die Bannerfreunde unter uns, hier das Bannerbild zum Herunterladen

Quellenangabe:
Kompaktwissen Geografie (DK, ISBN 3-8310-0228-2)
Geologie von Bayern II - Das Eiszeitalter in Bayern (E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, ISBN 3-510-65157-X)