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Boden des Jahres 2011 - Brauner Auenboden EarthCache

Hidden : 4/19/2018
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Deutsch

Diesen Earthcache wollte ich einen der größten Auwaldbestände Europas widmen, unser'm Leipziger Auwald.

 Karte

Der in einen nördlichen und südlichen Teil geteilte Wald, welcher im Westen Leipzigs liegt, ist nicht nur Lebensraum für großartige Flora und Fauna, sondern ist auch Zeuge der Bildung des Braunen Auwaldboden geworden. Wie dieser Boden entstand stelle ich euch nun vor:

 

Wichtige Vorgeschichte: Entwicklung im Teritär und Quartär

Der oberflächennahe geologische Untergrund ist vor allem durch die Ablagerungen des Tertiärs (ca. 65 – 2,6    Mio. Jahre vor heute) und des Quartärs (ca. 2,6 Mio. Jahre bis heute) gekennzeichnet. Die älteren paläozoischen Gesteine werden durch die im Verlauf des Tertiärs abgelagerten mächtigen Kies-, Sand- und Tonschichten überdeckt. Es handelt sich dabei vor allem um fluviatile und fluviatil-limnische sowie marine Sedimente, die im sogenannten Weißelsterbecken zur Ablagerung kamen. Gleichzeitig zwischen den Sedimientschichten mächtige Braunkohleflöze. In den damaligen großflächigen Küstensümpfen und -mooren bildete sich aus dem organischen Material abgestorbener Bäume sowie anderer Pflanzen Torf. In weiteren Schritten erfolgte dann die Entwicklung zur Braunkohle. Während des Teritärs kommt es in dem Gebiet des Weißelsterbeckens zur wiederholten Meeresingression (Meeresüberflutung) durch die Absenkung der Gegend. Dadurch werden marine Sedimente (Sande und Schluffe) abgelagert, was durch Fossilfunde belegt wurde.den damaligen großflächigen Küstensümpfen und -mooren bildete sich aus dem organischen Material abgestorbener Bäume sowie anderer Pflanzen Torf.

Diese teritären Schichten werden in Mitteldeutschland zu fast 90% vom Quartär überlagert. Im Bereich des Tieflands besitzen sie eine durchschnittliche Mächtigkeit von 10-15 Metern. Man unterscheidet dabei zwischen den glazialen (vereiste Gebiete) und periglazialen (gletscherfreies Vorland) Ablagerungen aus der Zeit des Pleistozäns (ca. 2,6 Mio. - 11.700 Jahre vor heute) sowie den Sedimenten des Holozäns (11.700 Jahre bis heute). Die natürlichen Klimaschwankungen und der damit verbundene Wechsel von Kalt- und Warmzeiten haben während des gesamten Pleistozäns weit über 50 verschiedene Schichten entstehen lassen. In einer typischen und sich zum Teil wiederholenden Abfolge wurden Bändertone, Grundmoränen, Schmelzwassersande und Flussschotter/Schotterterrassen abgelagert. Es handelt sich vor allem um Ablagerungen der Elster- und Saaleeiszeit, welche bis nach Mitteldeutschland vorstießen. Bei den bereits genannten Schotterterrassen handelt es sich um klimatisch bedingte Unterbrechungen eines ansonsten gleichmäßig ablaufenden Eintiefungsprozesses der Flüsse. Der mitgeführte Abtragungsschutt aus dem Einzugsgebiet der Flüsse - Erzgebirge und Vorland - wurde in den mehrere Kilometer breiten Flusstälern akkumuliert. Heute dienen die Schotterterrassen der zeitlichen Einordnung der Sedimente und stellen wichtige Grundwasserleiter dar. Die Hauptterrassenschotter werden stratigraphisch der Saaleeiszeit zugeordnet. Die von der Grundmoräne der Saaleeiszeit gebildete, heute fast ebene (Gelände-)Oberfläche um Leipzig wird nur von den ebenfalls saalezeitlichen Endmoränen bei Rückmarsdorf und Taucha überragt. Die sich jeweils anschließenden Warmzeiten sind mit in ihrer heutigen Verbreitung begrenzten Sedimentfolgen überliefert und belegt.

Die letzte Eiszeit, die Weichseleiszeit, erreichte Leipzig nicht mehr, jedoch wurde im Vorfeld des Gletschers unter periglazialen Bedingungen unter anderem Flussschotter abgelagert. Diese überragen das heutige Auenniveau nur um wenige Meter und werden als Niederterrassenschotter bezeichnet. Am oberflächennahen Untergrund finden periglaziale Prozesse statt. Dadurch entstehen Fließ- und Schwemmerden, sowie Schutterden in den stärker reliefierten Bereichen. Mit dem Zerfall des Inlandeisgletschers im Spätglazial verstärken sich die Erosionsprozesse. Als Folge der Aktivität der Flüsse werden die Niederterrassenschotter wieder zerschnitten, aufgearbeitet und teilweise ausgeräumt.

 

Entwicklung im Holozän und Bodenentwicklung

Auwald

Die holozäne (Neuzeit, 11.700 Jahre bis heute) Flussdynamik verlief zunächst in breiten, tief in die Niederterrasse eingeschnittenen Rinnen. Die ersten Ablagerungen im Holozän auf den Schottern der reduzierten Niederterrasse bestehen aus frostmarkerfreien und oft reichlich Holz führenden Sanden und Kiesen. Im Frühholozän waren zwischen den Wasserläufen und den etwas höher gelegenen, älteren holozänen oder weichselzeitlichen Schottern Niedermoore und Anmoore verbreitet.  Zu einer verstärkten Bodenerosion im weiteren Verlauf des Holozäns führen menschliche Eingriffe in den Einzugsgebieten der Flüsse und ein verstärkter Niederschlag.

Die abgetragenen und in den Flüssen abtransportierten Sedimente werden in den breiten Auen der Parthe, Wyhra, Pleiße und Weißen Elster wieder akkumuliert und bilden dort eine mehrgliedrige, 2-4 Meter mächtige, flächenhafte Auenlehmdecke. Die Sedimentation erfolgt diskontinuierlich bei Überschwemmungen der Aue. Einzelne Ruhephasen der Auenlehmbildung/-sedimentation sind durch begrabene Böden in älteren Ablagerungen belegt.

Unter den wärmeren und feuchteren Klimaverhältnissen im Holozän kommt es zu bodenbildenden Prozessen an der Erdoberfläche. Dabei steuern die bodenbildenden Faktoren Ausgangsgestein/-sediment, Relief, Klima, Wasser, Vegetation und Zeit die Intensität und Wirksamkeit der bodenbildenden Prozesse: Entkalkung, Verwitterung, Verbraunung, Tonverlagerung, Humusbildung, Podsolierung oder Vergleyung. Auf die einzelnen Teilprozesse der Bodenbildung und deren Reihenfolge, die für unterschiedliche Standorte in der Landschaft charakteristisch sind, soll hier nicht weiter eingegangen werden.

Die Auen liegen nur wenige Meter unter dem Niveau der (Sand-)Lössebenen. Durch die periodische Ablagerung von Auenlehm sind am Bodenmaterial keine bzw. nur wenige bodengenetische Veränderungen erkennbar. Die oberflächennahe Humusbildung und die damit verbundene Ausbildung eines deutlichen Ah-Horizontes sind unterbrochen. Aus dem rötlichbraunen, tonhaltigen, stark schluffigen Auenlehm in den breiten Flussauen hat sich vielerorts der typische Auenboden Vega gebildet. Der gleichmäßig braune Boden ist neutral bis schwach sauer, kalkarm und sehr fruchtbar. Die Humusform ist ein immer gut entwickelter, wenn auch selten sehr humusreicher Mull. Diese sehr günstige Humusform ist kennzeichnend für nährstoffreiche und biologisch aktive Böden. Durch die hohe biologische Aktivität und das Einsetzen von bodenbildenden Prozessen setzt eine Bodenentwicklung vor Ort ein, sofern die regelmäßig wiederkehrenden Überflutungen ausbleiben. Die Auenböden, in denen das Grundwasser mit dem Wasserstand des Flusses schwankt und die Überflutungen ausgesetzt sind, zählen zu den Grundwasserböden. Diese Grundwasserböden sind gekennzeichnet durch einen zumindest jahreszeitlich hohen Grundwasserstand.

 

Vega

Bodenprofil

Es gibt zwei Arten von Vegen, die allochthonen Vegen, welche aus braunem Material umliegender Felder entstanden sind, und die autochthonen Vegen, welche durch eigene Bodenentwicklungen entstanden sind. Braune Auenböden sind fruchtbar, biologisch aktiv und gut durchwurzelbar. Die Vegetation bei solchen Böden besteht bei häufig überfluteten Gebieten aus Weiden (Weichholzauen) und bei seltener überfluteten Gebieten aus vorrangig Stieleichen, Ulmen und Eschen (Hartholzauen). Sie werden heute als Grün- und Ackerland, wobei beim letzteren durch die hohe Ertragsfähigkeit das Risiko der Überflutung in Kauf genommen wird. Dieses Problem hat der Leipziger Auwald nicht, da er sehr naturnah als Wald geblieben ist und so sich keine Möglichkeit für Landwirtschaft bietet.

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Ihr könnt sofort loggen, nachdem ihr mir eure Antworten zu kommen gelassen habt (Nachrichten-Center o. E-Mail). Ich melde mich, wenn etwas nicht stimmt.

1. Ist die Vega im Auwald allochthon oder autochthon?

2. In welchem Erdzeitalter entstand die Vega?

3. In welchem Jahr wurden die braunen Auenböden zum Boden des Jahres ausgerufen?

4. In der Nähe der Koordinaten sind entwurzelte Bäume. Geht zu einem und fühlt die Erde im hinterlassen Loch. Wie ist sie? Fest oder locker? Trocken oder feucht?

Viel Spaß beim beantworten der Fragen wünscht euch

Watrail


English

Questions

After you sent me the answers to following questions (via e-mail or message center) you can log this cache as found.

1. Is the Vega here allochthonous or autochthonous?

2. In which earth age the soil came into existence?

3. When was the brown floodplain awarded as soil of the year?

4. Near the coordinates are uprooted trees. Go to one of them and feel the earth. How is it? Solid or slack? Dry or wet?

Happy hunting and have fun

Watrail


Additional Hints (No hints available.)