Einst gab es einen Schmied mit Namen Angelo. Der war fleißig und geschickt und verdiente mit seinem Handwerk gutes Geld. Er war angesehen im Dorf und die Mädchen und Frauen machten ihm schöne Augen. Überall wohin er kam genoss er Ansehen und Hochachtung. Leider war unser Schmied auch sehr eitel und gefallsüchtig. So gab er viel Geld für seine Kleider aus, zechte gern oft und ergiebig, spendierte großzügig und genoss die Gesellschaft. So nach und nach vernachlässigte er dabei sein Handwerk und wenn er spät nach Hause kam, so hatte er am folgenden Morgen so gar keine Lust auf die schwere Arbeit in der Schmiede. Er schlief dann lange und wenn er sich aufraffte, dann nur, um wieder ins Wirtshaus zu seinen Zechkumpanen zu gelangen. Das liebe Geld ging zur Neige und damit auch sein Ansehen bei den biederen Dorfbewohnern. Angelo kam in ernste Not und wenn das so weiter ging, dann würde er wohl seine Schmiede an die Gläubiger abgeben müssen.
Eines Abends, Angelo wollte gerade wieder zur Schänke aufbrechen, stand ein feiner Herr vor seiner Tür. Schlank und mit einer langen roten Feder am Hut. Er habe einen Auftrag und biete gute Entlohnung. Ein schmiedeeisernes Gruftgitter solle es werden und in drei Tagen, pünktlich bis Mitternacht, fertig sein. Die großzügige Entlohnung war Angelo herzlich willkommen, doch er hatte es eilig in die Schänke zu kommen. „Das Gitter ist zum Termin fertig“, versprach er dem Fremden, „bei meiner Seele.“
Wie es so kommen musste, erst am letzten Tag begann der Schmied die Arbeit am Gitter. Es ging auch gut voran, nur ein letzter Ring zersprang immer wieder wie Glas und ließ sich nicht schmieden. Zu Mitternacht erschien der unheimliche Kunde mit der roten Feder am Hut, sah das unfertige Gitter und Donner und Krachen durchfuhr die Schmiedewerkstatt. Mit samt der Seele des armen Schmieds fuhren die Beiden durch das Schmiedefeuer hindurch zur Esse hinaus und wurden nie mehr gesehen.
Nur manchmal, in stillen Nächten, da hört man den Angelo noch verzweifelt an seinem letzten Ring herumklopfen. Hört mal genau hin, aber stört ihn nicht in der Nacht.