Die Schwarz-Pappel - ein schnellwachsender Riese, vom Aussterben bedroht - Baum des Jahres 2006
Die Europäische Schwarz-Pappel gehört zu den Baumarten, die eigentlich weit verbreitet sein müssten, aber inzwischen so selten geworden sind, dass sie in den Roten Listen bedrohter Pflanzenarten stehen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: vor allem Veränderung und Verluste natürlicher Flussauen sowie Verwendung von anderen nichtheimischen Pappelarten oder Kreuzung mit ihnen. So kommt es, dass ältere echte Schwarz-Pappeln schon eine kleine Sensation sind. Sie werden daher in mehreren Ländern Europas und einigen deutschen Bundesländern erfasst.
An meinen Lieblingsbaum Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)
Die Träume, die in stillen Feierstunden,
Die dunkler Schatten mir so oft verlieh,
Die süße Ruh, die ich bei dir gefunden,
Mein Lieblingsbaum, o die vergess' ich nie!
Oft sah ich neben dir die Sonne untergehen,
Entzückt von ihres Anblicks Majestät.
Oft hat des Herbstes lindes, kühles Wehen
Mit Deinem bunten Laub mich übersäet.
Vor meinen Blicken schwebten holde Bilder,
Im lichten Glanz der Jugendfantasie,
Da träumt ich mir des Schicksals Härte milder,
Und jeder Misston wurde Harmonie.
Und liebend grub ich einst in Deine Rinde
Den Namenszug, der in mir brannte, ein,
Auch darum wirst du mir, du stille Linde,
Vor allen Bäumen ewig teuer sein.
Wenn sich in Deinen blütenvollen Zweigen
Des Westens leiser Odem kaum bewegt,
Fühlt mein Gemüt sich durch das tiefe Schweigen
Der heiligen Natur so ernst erregt.
Dann denk' ich all' der Wünsche, die vergebens
In meine Seele kamen, und entflohn,
Und seufze: Wär' der kurze Traum des Lebens
Vorüber, wie so manche Hoffnung schon.
Und wäre einst nach meiner Tage Mühen,
O Baum, den stets mein Herz mit Liebe nennt,
Ein stilles Grab mir unter dir verliehen,
du wärest dann mein liebstes Monument.
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Der "schwarze Riese vom Retzgraben" ("Populus nigra")
Beinahe 150 Jahre lang hatte der riesige Baum in der Nähe des Brauereigeländes zwischen Retzgraben und Haunstädter Bach seinen Platz.