Die Burganlage
Die hier zu sehenden Burgreste (aus dem 11. Jahrhundert) war die Stammburg der Sponheimer Grafen bis zur Teilung der Grafschaft in die vordere und hintere Grafschaft (bis zur Mosel). Danach war der Hauptsitz der vorderen Grafschaft die Kauzenburg über Bad Kreuznach.
Im Dreißigjährigen Krieg erfolgt die Zerstörung der Burg durch den spanischen General Spinola.
Der gut erhaltene hier zu sehende Wohnturm ist 22 m hoch und kann besichtigt werden.
Das Grafengeschlecht
Zur Zeit der größten Ausdehnung der Besitzungen des „Spanheimer Gesamthauses“ um das Jahr 1151 erstreckten sich diese neben den Ursprungsgebieten um Sponheim von Istrien und Venetien über Tirol und Kärnten und den Osten Bayerns bis hinauf nach Tirschenreuth i. d. Oberpfalz.
Ein Teil der Familie blieb in Sponheim. Das dortige Grafengeschlecht starb jedoch im 15. Jahrhundert in der Hauptlinie aus. Die rheinischen Grafen von Sponheim vererbten die Grafschaft Sponheim durch weibliche Linien an Verwandte.
Hl. Hildegard von Bingen
Jutta von Sponheim (1084-1136, gelistet im ökumenischen Heiligenverzeichnis) nahm bereits als 14-jährige nach der Genesung von einer schweren Krankheit den Schleier und lebte zunächst mit der 8-jährigen Hildegard auf der Burg Sponheim mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Meginhard, der die Regentschaft über die Grafschaft hatte. Als 20-Jährige gründete sie 1106 eine Frauenklause auf dem Kloster Disibodenberg bei Odernheim/Glan und zog mit Hildegard dort ein.
Jutta von Sponheim wurde die Lehrmeisterin der jungen Hildegard, die man im Jahr 1136, nach Juttas Tod, zur Magistra des Klosters, das aus der Frauenklause entstand, wählte.
Der 2017 eröffnete „Pilgerwanderweg Hildegard von Bingen“ macht auf diesem Burggelände mit neuen Infotafeln Station.