Flysch im Röthenbachtal
Hier handelt es sich um eines von Bayerns schönsten Geotopen. (Geotop Nr. 70)
Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Geotope sind Schaufenster der Erdgeschichte. Sie sind Teil des erdgeschichtlichen Naturerbes. Schutzwürdig durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit.
Die Wege zum Geotop sind ausgewiesene Wanderwege, ihr könnt entweder mit dem Fahrrad fahren oder Wandern.

Östlich von der Gemeinde Halblech schneidet sich der Röthenbach tief in eindrucksvolle, steilstehende Gesteinsschichten der Flysch-Zone ein. Charakteristisch für diese geologische Baueinheit am Alpennordrand sind sich oft wiederholende Sedimentserien. Sie entstanden in der Kreidezeit in Tiefseebecken aus Trübeströmen.
Ein Trübestrom auch Turbidity current genannt, ist ein Suspensionsstrom, ein durch große Mengen von in Supsension gehaltenen klastischen Teilen charakterisierter Trübestrom, der an untermeerischen Hängen mit großer Geschwindigkeit abgehen kann. Es wird angenommen, dass das Abfließen des Gemisch aus Wasser und Schlamm, vor allem durch Erdbeben ausgelöst werden und mit hoher Geschwindigkeit lawinenartig von flachen Meeresbereichen in die Tiefsee abgeflossen ist
Es handelt sich um Sedimente, die während der Gebirgsbildung von über den Meeresspiegel herausgehobenen Schwellenzonen in schmale Träge verfrachtet worden sind.
Der Rhenodanubische Flysch
Als Flysch-Zone bezeichnet man eine geologische Großbaueinheit am Nordrand der Alpen, die sich als waldreiche Bergregion vor den steil aufragenden Nördlichen Kalkalpen vom Rheintal bis zur Donau bei Wien erstreckt.
Die schiefrig-tonigen Gesteine dieses "Rhenodanubischen Flysch" neigen zum "Fließen", also zu Instabilität; daher hat man sie mit dem Schweizer Lokalausdruck "Flysch" belegt.
Charakteristische Erscheinungsformen dieses Gebietes sind steile Hänge mit großen Erosionsflächen und Rutschungen. In Bayern weist die Gesteinsserie eine Gesamtmächtigkeit von bis zu 1500 m auf.
Sie entstand in der jüngeren Kreidezeit vor 130 bis 65 Millionen Jahren aus Trübeströmen in einem Meeresbecken von mehreren 1000 m Tiefe. Da sich der Boden dieses Beckens ständig absenkte, blieb der Tiefseecharakter in den gesamten Flyschsedimenten erhalten.
Entstehung der Flyschgesteine

Schematische Darstellung einer Turbiditfolge
Flyschgesteine entstehen größtenteils aus untermeerischen Trübeströmen, einem Gemisch aus Wasser und Schlamm. Diese fließen unregelmäßig und in vielfacher Folge, oft ausgelöst durch Erdbeben, lawinenartig mit hoher Geschwindigkeit von Schelfbereichen über Abhänge in die Tiefsee ab. Sobald ein Trübestrom den flacheren Tiefseeboden erreicht und damit seine Geschwindigkeit abnimmt, lagert sich zunächst gröberes und schwereres, darüber nach und nach immer feineres Material ab.
Derartige Meeresablagerungen bezeichnet man als Turbidite (=aus Trübestrom am Tiefseeboden entstandenes, meist rhythmisch geschichtetes Sedimentgestein), die aufgrund ihrer Ausbildung überwiegend auf sehr weite Transportwege am Tiefseegrund schließen lassen. So zeigen heutige Beobachtungen in den Weltmeeren, dass derartige Trübeströme Entfernungen von mehreren tausend Kilometern zurücklegen können.
Am Röthenbach ist die so genannte Piesenkopf-Formation mit einem Alter von etwa 85 Millionen Jahren aufgeschlossen. Beispielhaft für Flyschsedimente der Alpen ist hier die vielfache, rythmische Wiederholung von Ablagerungszyklen in typischer Weise ausgebildet. Diese meist nur einige Dezimeter mächtigen "Turbidit-Zyklen" bestehen überwiegend aus Kalk-, Mergel- und Tonsteinen.
Charakteristisch ist die Korngrößensortierung – die gröbsten Körner findet man an der Basis, die feinsten am Top eines Zyklus. Für die Untergrenze der Lagen typisch sind so genannte Sohlmarken - Sedimentstrukturen in Form verschiedenartiger Wülste. Bestimmte Formen lassen dabei auf die Fließrichtung der Trübeströme schließen.
Auf der Oberseite sind mitunter verschiedene Kriech- und Weidespuren von Tiefseebewohnern erhalten geblieben, die den Meeresboden zwischen den einzelnen Turbidit-Ereignissen besiedelten.
Hier an dieser Stelle sind besondere Gesteinsstrukturen zu entdecken:
Spurenfossilien: erhaltungsfähig sind meist nur die widerstandsfähigen Teile (wie Gehäuse, Skelette etc.), während Weichteile zumeist der Auflösung anheim fallen. Pflanzenreste die im Schlamm eingeschlossen wurden, können einen Negativabdruck im Gestein hinterlassen.



Spurenfossilien
Sohlmarken: Wülste an den Unterseiten von Sandstein- und Kalksteinschichten, die im allgemeinen Ausgüsse von Strukturen sind, die auf der Oberfläche der (meist feinkörnigen) Sedimentschicht im Liegenden der vorgenannten Schicht durch Strömungen, Tierfährten oder andere Bewegungsvorgänge entstanden sind.

Sohlmarken
Wie kam der Flysch in seine heutige Lage?
Aus unzähligen Trübeströmen entstanden im Verlauf von vielen Jahrmillionen die rhythmisch geschichteten Abfolgen des Rhenodanubischen Flysch. Das Meeresbecken, in dem dies geschah, verschwand durch tektonische Bewegungen, als sich das Alpengebirge zu entwickeln begann.
Ausgelöst wurde dieser Vorgang durch die Kollision des afrikanischen und europäischen Kontinents. Dabei wirkten ungeheure Kräfte auf die Erdkruste ein. Im Bereich der Kollisionszone entstanden die Alpen als eine Art "Knautschzone".
Die Schichtfolgen wurden von ihrem Untergrund abgelöst, steil gestellt, gefaltet und so in den geologischen Alpenbau miteinbezogen.
[Infoquelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt www.lfu.bayern.de und
Geologisches Wörterbuch von Hans Murawski und Wilhelm Meyer 12. Auflage
Fotos und Skizze © Supersoni]

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Vielen Dank an meine Betatester Whaleshark, Mandarinchen80 und Vitellius77 für die gemeinsame Wanderung und die geologische Entdeckungsreise vor Ort.
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