Man richtet sich ein
Mit der ersten Kirchweihe am Fest des Apostels Johannes (27. Dezember 1227, siehe Bild des Apostels im Listing) unter dem dritten Abt Conrad siedelte die Gemeinschaft endgültig an den heutigen Platz um. Die Verlegung hatte einen Bistumswechsel zur Folge, das Kloster unterstand fortan dem Kölner Erzbischof: Das abgebende Bistum Trier und sein Bischof Dietrich II von Trier verlor damit einen wichtigen Pfeiler seiner Macht. Der Wechsel vom Kirchspiel Kirburg (Dekanat Haiger, Bistum Trier) ins Kirchspiel Kroppach (Dekanat Siegburg, Erzbistum Köln) bedeutete hingegen für das Kölner Erzbistum eine Stärkung des weit östlich von der Bistumsstadt Köln gelegenen Sprengels. Unter Abt Kuno wurde die Kirche ab 1243 weiter ausgebaut.
Am 27. Dezember 1324, unter Abt Wigand von Greifenstein, wurde der erweiterte Bau vom Kölner Erzbischof Heinrich II. von Virneburg erneut eingesegnet. Damit waren die Erweiterungsarbeiten aber nicht abgeschlossen. Anhand von Bauuntersuchungen lässt sich eine weitere Ausbauphase bis etwa 1425 nachweisen. Mit der 1476 erfolgten Zulassung von Frauen zum Besuch in der Klosterkirche an drei Tagen im Jahr und der Beschränkung dieser Erlaubnis auf den achten Tag nach Fronleichnam wurde 1485 der Grundstein für den wichtigsten Marienstatter Wallfahrtstag gelegt.
Im Jahr 1272 schenkte ein Kuno von Weilburg, genannt „von Dorchheim“, der Abtei Marienstatt verschiedene Rechte in Dorchheim. Die Abtei richtete in der folgenden Zeit eine eigenständige Kellerei ein und erwarb planmäßig weitere Besitzungen im Elbbachtal. Alleine in der Gemarkung Dorchheim umfasste der Besitz über 200 Morgen Land. Ebenfalls erlangte die Abtei das Kirchenpatronat über die dortige St. Nikolauskapelle. Dieser Besitz erlosch erst mit der Säkularisation der Abtei.
