Dieser Earthcache führt an den Rand der Wallhausener Weinberge im Gräfenbachtal.
Mehrere Informationstafeln, entlang der Wanderwege, zeigen aufschlussreiche geologische Formationen mit unterschiedlichen und verschiedenfarbigen Boden und Gesteinsarten.
Für diesen Earthcache müssen allerdings ein paar Meter zurück gelegt werden
Geographische Lage
Die Hundsrück-Südrand-Störung – eine erdgeschichtliche Nahtstelle auf Wallhäuser Gemarkung
In den Weinbergen von Wallhausen offenbart sich eine geologische Besonderheit des Naturparks Soonwald-Nahe.
Während in der Flur Rebsgrund noch die tiefroten Sandsteine des Nahestals liegen, setzt in der Weinbergslage Felseneck kaum merklich, aber höchst spektakulär, silbrig glänzendes Phyllitgestein des Rheinischen Schiefergebirges ein.
Die Grenzlinie zwischen beiden, die sogenannte Hunsrück-Südrand-Störung ist als Tälchen in der Landschaft erkennbar.

Mit Siebenmeilen-Stiefeln durch die Erdgeschichte
Die Hunsrück-Südrand-Störung ist eine tiefe Nahtstelle ein der Erdkruste Westeuropas. Sie trennt die beiden großen geologischen Einheiten des Rheinischen Schiefergebirges und des Saar-Nahe-Beckens voneinander und steuerte während der gesamten Erdgeschichte die geologische Entwicklung der Region. Während der jüngsten Erdgeschichte stieg an ihr das Rheinische Schiefergebirge um rund 200 m auf und schuf damit die Voraussetzungen, dass heute im Rebsgrund in Wallhausen die rund 400 Millionen Jahre alten Phillitgesteine des Rheinischen Schiefergebirges direkt an die rund 300 Millionen Jahre alten Rotliegendschichten des Nahetales angrenzen.
In den historischen Bausteinen von Wallhausen sucht man den Phillit vergeblich. Seine feine Schichtung macht ihn sehr anfällig für die Verwitterung. Daher ist er in den Weinbergen nord-westlich Wallhausens nicht als Felddurchragung, sondern nur in Wegböschungen als Lesesein zu finden.
Phyllit – Wortbedeutung und Zusammensetzung
Phyllit Der Begriff Phyllit kommt aus dem Altgriegisch und bedeutet „Blatt.
Phyllitschiefer, Tonglimmerschiefer oder Urtonschiefer ist ein feinkristalliner, dünnschiefriger, meist blättriger Metapelit mit einem Serizit Anteil von mehr als 50 %, der neben Glimmer auch Quarz, Feldspat, Chlorite, Augit, Turmaline und Eisenoxide als Mineralphasen enthalten kann.

Beispiel eines Phyllit Handstückes (Quelle Wikipedia)
Zur Entstehung des Phyillit
Der Phyllit entstand gemeinsam mit den Tonschiefern und Quarziten des Rheinischen Schiefergebirges als Ablagerung am Grunde eines Meeres. Sein im Vergleich zu den Tonschiefern anderes Aussehen entstand aber erst während der weiteren geologischen Prozesse, die die Meeresablagerungen zu einem Gebirge auffalteten. Dabei wurde das Ausgangsmaterial des Phyllits in größere Tiefen versenkt als der sonst im Rheinischen Schiefergebirge übliche Tonschiefer. Der Phyllit entstand also bei höheren Druck- und Temperaturverhältnissen und seine Faltung, Schieferung und Mineralumwandlung (Metamorphose) waren wesentlich intensiver und gingen deutlich weiter als beim Tonschiefer. Die stark grusigen, sandigen Lehmböden des Phyllits sind deutlich erkennbar an den silbrig grauen Phyllitstückchen und der typisch hellen Graubraunfärbung des Bodens. Sie haben eine gute Erwärmbarkeit.
Bodengeschichte
Die Phyllite waren zunächst normale devonische Tonsteine, die im Zuge der Gebirgsbildung in so große Tiefen versenkt wurden, dass Druck und Temperatur zu hoch wurden, um aus ihnen gewöhnliche Tonschiefer werden zu lassen.
Die organischen Bestandteile, die dem Tonschiefer seine dunkle Farbe verleihen, wurden unter diesen Bedingungen zersetzt.
Faltung, Schieferung und die Umwandlung der Minerale (Metamorphose) waren wesentlich intensiver und gingen deutlich weiter als beim Tonschiefer.
Die stark grusigen, sandigen Lehmböden der Hanglagen mit Phyllitgesteinen von Dalberg, Wallhausen und Schweppenhausen erhalten durch die silbriggrauen Phyllitstückchen eine typische helle Graubraunfärbung.
Häufig sind die meist flach- bis mittelgründigen Standorte von Austrocknung gefährdet. Auf den Hochflächen, wie z.B. bei Hergenfeld, ist der Phyllit intensiver zersetzt und die Böden sind entsprechend tiefgründiger und schwerer, enthalten dafür aber kaum weniger Grobboden.
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VERHALTET EUCH BITTE ENTSPRECHEND RÜCKSICHTSVOLL GEGENÜBER NATUR UND TIEREN
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Frage 1
Auf der Infotafel vor Ort ist der Phyllit, wie er in der Natur bei Wallhausen vorkommt abgebildet. Beschreibe mit eigenen Worten, wie er sich darstellt (Farbe, Struktur, Oberfläche, Einschlüsse, Verkippung)
Frage 2
Beschreibe mit eigenen Worten, wie der Phyllit entstand?
Frage 3
Welches Mineral verleiht dem Phyllit sein typisches Erscheinungsbild?
Frage 4
Phyllit zeichnet sich aus durch seine sehr feine Schichtung. Welcher Begriff wird dafür auf der Infotafel verwendet?
Frage 5
Überlege, warum Phyllit als Baustein nicht in Erscheinung tritt.
!!!
Pflichtaufgabe:
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Viel Spaß beim Erkunden wünscht
Herbalwitch1965
Quellen: Wikipedia, Landesamt für Geologie und Bergbau, Infotafel vor Ort