Am Westhang der Süchtelner Höhen, zwischen dem Hof Benzenberg und nördlich von Dornbusch sind im Hochwald, auf einem Abschnitt vom ca. 3,00 km, mehrere Lauf-, Schützen- und Panzergrabenabschnitte erhalten. Die Stellungen gehören zur sogenannten Niers-Rur-Stellung, die Ende des 2. Weltkrieges durch den Volkssturm oder durch Kriegsgefangene ausgehoben wurden.
Das Bodendenkmal besteht aus einem noch in weiten Strecken erhaltenen Panzergraben und mehreren Ost-West verlaufenden Laufgräben. Nordöstlich der Lobbericher Straße erstreckt sich der V-fömige Panzergraben südöstlich eines Waldwirtschaftsweges auf 150 m bis fast unmittelbar an die Wälle einer Schießanlage. Er ist in seinem Erscheinungsbild auf weite Strecken sehr gut erhalten. Lediglich in der Nähe des Wirtschaftsweges wurde er mit modernem Abfall angefüllt.
Nördlich des Boisheimer Weges und der Lobbericher Straße erstrecken sich zwei Laufgräben von Südwesten nach Nordosten auf einer Länge von 400 m bzw. 320 m. Auch in diesem Fall hat der bestehende Hochwald dazu beigetragen, dass diese Relikte des Krieges gut erhalten sind. Lediglich der jährliche Laubabfall bedeckt die Grabensohle. Im Gelände ist heute noch nachzuvollziehen, wie einzelne stärkere Baumstämme als Schutzschild mit in den Verlauf der Laufgräben eingebunden wurden.
Östlich und nördlich des Höferhofes ist der Panzergraben auf einer Länge von ca. 700 m gut erhalten; lediglich an den Endpunkten des nördlichen Abschnittes ist er mit Baustubben angefüllt. In weiten Bereichen wurde der Panzergraben vor die mittelalterliche Landwehr gelegt, so dass hier der bereits vorhandene Wall mit in die Stellung einbezogen wurde.
Einbauten wie Erdbunker, Einmannlöcher, MG- und Geschützstellungen fehlen in diesem Abschnitt fast ganz, nur nördlich des Höferhofes, am Endpunkt eines Panzergrabenabschnittes konnten zwei Schützengräben erfasst werden.
Der Ausbau der Niers-Rur-Stellung, auch „Schlieffenstellung“ genannt, begann im September 1944. Die Stellung gliederte sich in drei Abschnitte: Wankum, Viersen und Erkelenz. Sie war für leichte und schwere Infanteriewaffen ausgerichtet. Am 25.09.1944 begannen zunächst 240 Mann mit den Erdarbeiten, deren Anzahl bis zum 05.10.1944 auf 6200-6500 Mann anwuchs. Die zur Panzerabwehr angelegten Spitzgräben hatten eine Standardbreite von 4,50 m und eine Tiefe von 3,00 m. In weniger festem Boden sollte eine Böschungsverkleidung angelegt werden. In Gebieten mit hohem Grundwasserstand hob man sogenannte „nasse Panzergräben“ aus. Für sie waren eine Breite von 20,00 m und eine Tiefe von 3,50 m vorgeschrieben.
Literatur
M. Groß: „Der Westwall zwischen Niederrhein und Schnee-Eifel“, Band 5, Seite 363