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Oberharzer Geschichte(n): Der Gelbe Wagener V Traditional Cache

This cache has been archived.

SigmaAlphaPi: 🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️🗑️

Ich bin hin- und hergerissen, ob ich den Mülleimer oder doch lieber den Aktenschrank für die Archivierung benutzen soll.

Anyhow, dieses Listing wandert ins Archiv. In der kommenden Woche wird die Dose dazu eingesammelt, einmal durch den Geschirrspüler gejagt und bestimmt woanders wiedergeboren.

Vielen Dank an alle, die zu Besuch waren.

Bis bald im Wald!
SigmaAlphaPi aka Sven 👋

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Hidden : 8/9/2018
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:


Ab Juli 2018 kein Bonus mehr, aber dafür diese #5 als Finale.

Hier möchte ich Dich auf den Spuren des Wilddiebes und Mörders Georg Carl Wagener führen. Er war 1850 der Letzte, der im Oberharz öffentlich hingerichtet wurde.

Dies ist eine Cache-Reihe innerhalb der Oberharzer Geschichte(n). Das hier ist Cache #5.

Alten Cacherhasen kommt das vielleicht bekannt vor. Die Reihe existierte bereits zwischen 2009 und 2011 von den Waldhörnchen und ich freue mich, diese, mit der Einwilligung und Unterstützung der damaligen Owner, in meinen Oberharzer Geschichte(n) wieder aufleben lassen zu können.

Die Geschichte:

Georg Carl Wagener wurde 1801 in Clausthal geboren und hatte drei Geschwister. Er wurde wie sein Vater Bergmann. Zitat aus 1: »Aber es zeigte sich schon im jugendlichen Alter, dass Georg Carl das schwarze Schaf der Familie werden sollte. Die Eltern waren bald zu schwach, um den kräftigen, rohen und zügellosen Knaben den rechten Weg zu weisen …« Neben seiner Arbeit als Bergmann begann er zu wildern, denn er hatte zehn Kinder zu versorgen. Und so trieb er im Oberharz sein Unwesen. Er war ein unberechenbarer Mensch, unter dem viele Menschen (u.a. seine drei Ehefrauen und Kinder) und auch Tiere leiden mussten.
Seinen Beinamen erhielt er von der Oberharzer Bevölkerung aufgrund seiner gelben Hautfarbe. Zitat aus 2: »Es lässt sich heute mit Bestimmtheit nicht mehr feststellen, worauf diese schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindliche Erkrankung zurückzuführen ist. Vermutlich handelt es sich um ein bereits chronisch gewordenes Leberleiden, zu dem eine durch den Beruf bedingte Bleieinwirkung beigetragen haben mag.«

Was passierte HIER?

Zitat aus 2: »Der Verdacht der Täterschaft richtet sich sofort auf die als Wildfrevler bekannten und vor nichts zurückschreckenden Bergleute Wagener und Schindler. Er verdichtet sich zur Gewissheit nach den ärztlichen Bekundungen und den Aussagen des Verletzten. Noch vor Anbruch der Frühschicht wird Wagener in seinem Hause überraschend festgenommen. … Unter strenger Aufsicht wird Wagener in das Schwurgericht zu Göttingen transportiert. In den Verhandlungen brechen alle Versuche, sich herauszureden, schmählich zusammen.« Zitat aus 1: »Am 10. Mai 1850 war der erste Verhandlungstag, und am 23. Mai sprach das Geschworenengericht in Göttingen den Georg Carl Wagener des Mordes schuldig. Das Urteil lautete auf Enthauptung mit dem Schwerte.«

Wageners Verteidiger und auch der Bergmannsverein (er war wohl trotz allem ein tüchtiger Bergmann) reichten Gnadengesuche ein - die Strafe sollte in lebenslange Kettenhaft umgewandelt werden. Beide Gesuche wurden abgelehnt und das Urteil schließlich rechtskräftig.
In der Nacht vom 28. auf den 29. Juli 1850 versuchte sich Wagener in seiner Zelle das Leben zu nehmen. Er riss sich mit einem spitzen Nagel den Hals auf und verletzte Speise- und Luftröhre. Der Versuch misslang.

Zitat aus 1: »Hinter Zellerfeld war auf einer Wiese der Schulenberger Höhe ein Schafott aufgebaut. Die Exekution war auf den 9. August um 10 Uhr vormittags festgesetzt. Zu Tausenden war die Bevölkerung zum Richtplatz gezogen und musste von Soldaten, die aus der Garnison Northeim zur Aufrechterhaltung der Ordnung angefordert worden waren, zurückgedrängt werden.«

Zitat aus 2: »Der Krankheitszustand Wageners hat sich in der 14monatigen Haft durch die seelischen Erschütterungen und den Freiheitsentzug sehr zu seinem Ungunsten verändert. Die hellgelbe Gesichts- und Hautfarbe - ihr verdankt er ja seinen im Volke umgehenden Beinamen - hat sich in ein schmutziges Dunkelgelb verwandelt: ein Zeichen bedrohlicher Stauungserscheinungen, die sich vor allem in Schwellungen der unteren Gliedmaßen äußern! … Der mit zwei Pferden bespannte zweirädrige Karren bringt Wagener zum Richtplatz. Augenzeugen berichten: ser sonst so robuste Mann wird vollständig haltlos zum Gerüst geschleppt. … Der Scharfrichter waltet seines Amtes …«

Zitat aus 1: »…, der Kopf des Mörders fiel beim ersten Streich, das Blut schoss aus dem Körper, … Ein alter Bergmann, der still danebenstand, kam ins Grübeln. … In der ihm eigenen Sprache flüsterte er: ‘Dos is a schiener Duht. Wißt iche, doß ich schtarm mißt, iche ließ mer ah den Kopp obschlahn!’« Der Leichnam wurde ins Oberbergamt gefahren und von dort aus in einem bereitstehenden Kastenwagen nach Göttingen transportiert. Zitat aus 1: »In der Anatomie der Göttinger Universität hat man den Leichnam untersucht ... Die ungewöhnlich gefärbte Haut wurde als Anschauungsobjekt aufbewahrt. Adolf Ey hat als Göttinger Student dieses Überbleibsel seines Landsmannes noch vorgefunden und aufmerksam betrachtet.«

Ich habe beim Zentrum Anatomie der Georg-August-Universität Göttingen angefragt, ob sich das Präparat vielleicht noch immer in deren Beständen befindet. Zitat aus der Antwortmail: »… aber aus dem angesprochen Zeitraum (1850-1866) haben wir wenig mehr als Teile der Personalakte des Institutsdirektors (Jacob Henle). Alle anderen Unterlagen und auch die Präparate aus dieser Zeit sind bei der Zerstörung des Instituts im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen.«

Der Cache:

Just hier, an dieser Stelle, fand das Leben des Georg Carl Wagener am 09. August 1850 sein Ende.
Hab es nicht zu eilig, vor Ort warten weitere Informationen.

Ein klein wenig Gruselei und Happy Hunting wünscht
ΣΑΠ

Die Caches der Wagener-Reihe und mehr Oberharzer Geschichte(n).

Quellen:

1. “Auf Wildererspuren im Harz”, Manfred Bornemann
2. “Wildererschicksale aus dem Harz”, Rudolf Petri


Die “Oberharzer Geschichte(n)” sind eine Cachereihe, die von SigmaAlphaPi ins Leben gerufen, inzwischen aber auch von anderen Cachern aufgegriffen wurde. Es sind Caches mit lokalem Bezug zu Geschichtlichem und zu Wissenswertem à la ‘Dinge, die man nicht unbedingt wissen muss, damit aber blendend angeben kann’. In den überwiegenden Fällen sind (oder waren) es Mystery-Caches, bei denen sich mit der Geschichte hinter dem Cache beschäftigt werden muss. Einige dieser Mysterys leben als neuer Tradi weiter - mehr Oberharzer Geschichte(n)

Additional Hints (No hints available.)