Wichtige Dinge zuerst:
1. Zum Öffnen der Dose braucht ihr einen Schlitz-Schraubenzieher, also stattet euch bitte entsprechend aus, damit ihr nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen müsst. Für unvorbereitete bzw. spontane Besucher habe ich nahe dem Cache neben einem Zaunpfosten einen Petling mit einem kleinen Schraubenzieher versteckt, siehe Spoiler-Bild. Solltet ihr diesen verwenden, legt ihn auch wieder dorthin zurück.
2. Der Cache kann nur von hinten gehoben werden. Der Zugang erfolgt von der Breslauer Straße.

Vor einigen Tagen war ich in dieser Gegend unterwegs und habe dabei natürlich auch ein paar Blicke auf den Lokschuppen und das Gebiet drum herum geworfen. Dabei kam mir der Gedanke, dass so ein spannender Lost Place ja eigentlich mal einen entsprechenden Geocache verdient hätte, also habe ich mich direkt daran gesetzt, diesen zu entwickeln.
Zum Lokschuppen
Der 1918 eingeweihte, im ersten Weltkrieg zerstörte und 1925 wieder aufgebaute Ringlokschuppen sowie die dazugehörige Drehscheibe haben bereits eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Dies gilt einerseits natürlich für die Zeit der Nutzung durch die Bahn, insbesondere aber auch für die Zeit danach. Zur Zeit der Bahnnutzung durch die Bahn konnte ich Netz leider keine Informationen auftreiben, auch wenn ich hierzu gerne etwas in das Listing aufgenommen hätte. Wer hierzu etwas beitragen kann und möchte, kann sich gerne bei mit melden. Bis dahin konzentriert sich das Listing erst einmal auf die Versuche der Umnutzung des Areals in den letzten 15 Jahren.
Schuppen und Drehscheibe stehen seit Jahren unter Denkmalschutz, gammeln aber eben auch seit in etwas genau so vielen Jahren langsam vor sich hin. Bis etwa 2008 wurde der Schuppen noch von einigen Gewerbeunternehmen genutzt (in deren Besitz sich das Areal auch heute noch befindet), soweit ich weiß steht er seit dem allerdings komplett leer.

Impression aus dem Inneren des Lokschuppens
In den letzten 15 Jahren gab es die verschiedensten Ansätze, das Gebäude und das Areal umzunutzen, umgesetzt wurde jedoch bis heute aus den verschiedensten Gründen nichts davon. Hier mal eine Übersicht über verschiedenen verworfenen Ideen zur Nutzung des Lokschuppens (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Wohnungsbau
Die auf den ersten Blick logischste Idee zur Nutzung des Gebäudes besteht in einer wachsend Stadt mit beschränktem Bauland wie Buchholz selbstverständlich im Wohnungsbau. Hierzu gab es über die Jahre immer mal wieder Ideen und Ansätze, konkret wurde hier aber bisher noch nichts. Aktuell steht das Gelände im Internet zum Verkauf und laut dem dortigen Exposé existiert ein positiver Bauvorbescheid für 45 Wohneinheiten mit Nettobaukosten in Höhe von 5.811.000 Euro. Also wenn einer von Euch grade viel Zeit und ein paar Millionen übrig hat, kann er sich gerne einmal den folgenden Link angucken ;)
https://www.maison-immobilien.de/immobilien-details.xhtml?id[obj0]=3575
Einzug einer Disco
Bereits 2003 gab es Pläne, im Lokschuppen eine Disco einzurichten. Da die Erschließung des Lokschuppens über die Rütgersstraße und die Wiesenstraße erfolgen muss und diesen Zufahrtsstraßen durch reine Wohngebiete nach 22 Uhr kein erhöhtes Verkehrsaufkommen zuzumuten ist, wurden diese Pläne jedoch von der Stadt abgelehnt.
Einzug eines Supermarktes
Ebenfalls 2003 gab es Interesse, im Gebäude des Lokschuppens einen Supermarkt einzurichten. Dies wurde jedoch von der Stadt abgelehnt, da das Gelände für eine „derartige Nutzung nicht erschlossen werden konnte“.
Umbau zum Tagungshotel mit Fitnesscenter
2004 stand eine bereits sehr weit vorangetriebene Planung im Raum, welche vorsah, den Schuppen mit einem Anbau zu einem vollen Halbkreis zu erweitern, welcher ein Tagungshotel sowie ein Fitnesscenter enthalten sollte. Zusätzlich sollten auf dem Gelände Geschäfte für den Täglichen Bedarf entstehen. Laut der Presse hatten die Planer hierfür ein Budget von etwa 30 Millionen Euro vorgesehen. Warum die Planung nicht umgesetzt wurde, konnte ich leider bisher nicht recherchieren, vermutlich waren es wie so oft finanzielle Gründe.
Entstehung eines Eisenbahn-Museum
Erneut konkret wurde es schließlich erst wieder im Jahr 2016 und hier sah es für einige Monate tatsächlich so aus, als würde endlich etwas geschehen und der Lokschuppen vor dem langsamen verrotten gerettet. „Ich hole die Dampfloks zurück nach Buchholz“, sprach Ende März 2016 ein lokaler Investor, der das Gelände soeben erworben hatte. Sein (irgendwie naheliegender) Plan war es, den Schuppen zu einem Dampflok-Museum herzurichten. Gleichzeitig sollte der Schuppen und das Ihn umgebende Areal auch als Event- und Konzertfläche genutzt werden können und Räumlichkeiten für Kunstausstellungen bieten. Parallel begannen im März bereits erste Arbeiten auf dem Gelände: Ein Nebengebäude wurde abgerissen und Bäume wurden gefällt. Zur Breslauer Straße hin wurden Beete angelegt, neue Bäume gepflanzt und eine Sitzecke mit Bänken und Tischen eingerichtet. Für den 18. Juni 2016 wurde eine große Open-Air-Veranstalltung mit dem Musiker Stefan Gwildis angekündigt, in deren Rahmen das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte.

Aufnahme aus einer kurzen Zeit der Hoffnung für das Areal des Lokschuppens
Doch dazu sollte es nicht kommen, denn bereits Anfang Juni 2016 teilte der Investor mit, dass er das Projekt auf Eis gelegt und den Kaufvertrag mit den derzeitigen Besitzern des Lokschuppens einvernehmlich aufgelöst habe. Als Gründe gab er unter anderem mangelnde Unterstützung durch die Stadt und zu hohe Kosten, unter anderem durch Vorgaben zum Schall- und Lärmschutz, Verkehrsgutachten und selbstverständlich der Berücksichtigung des Denkmalschutzes, an. Die Stadt wies die Vorwürfe des Investors von sich und teilte mit, man Ihm Unterstützung zugesagt und Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Für mich wirkt die Geschichte ein wenig so, als ob da jemand erst mal den Mund aufgemacht hat und danach erst realisiert hat, was die Umsetzung eines derartigen Projektes mit all seinen Auflagen und Randbedingungen eigentlich so alles mit sich bringt, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich finde es jedenfalls sehr schade, denn die Einrichtung eines Eisenbahnmuseums hätte wie wohl keine der anderen bisher angedachten Umnutzungen des Areals die Historie des Areals am Leben gehalten. Stattdessen wird das Gelände jetzt wahrscheinlich noch ein paar Jahre weiter vor sich in rotten und zerfallen, bis es trotz Denkmalschutz keine Alternative zu einem Abbruch mehr geben wird…

Zeichen eines langsamen Zerfalls
Zum Cache
Wie oben bereits geschrieben benötigt ihr für das Öffnen der Dose einen Schlitz-Schraubenzieher, also kommt bitte entsprechend ausgerüstet. Für diejenigen unter euch, du unvorbereitet oder spontan hier sind, steckt neben dem Zaunpfahl rechts vom Cache ein Petling mit einem kleinen Schraubenzieher im Boden. Bitte hinterlasst alles wieder genau so, wie ihr es vorgefunden habt und verschließt den Deckel vollständig (mit Schraubenzieher wieder verriegeln!), damit Logbuch und sonstige Inhalte vor Wind und Wetter geschützt bleiben.. Das Versteck ist leider nur meine zweite Wahl, da meine erste (ein leere Weichenkasten am ehemaligen Zufahrtsgleis zum Lokschuppen) auf Grund der Geocaching-Regularien leider nicht als Versteck verwendet werden kann. Wie ebenfalls oben schon geschrieben ist der Cache nur von hinten zu bergen, der Einstieg ins Unterholz erfolgt von der Breslauer Straße und ist eigentlich nicht zu übersehen, da er auch von den Anwohnern genutzt wird.
Parken sollte in der Gegend eigentlich kein Problem sein, ich habe aber trotzdem mal einen Wegpunkt fürs Parken ausgewiesen. Damit ihr euch den Lokschuppen auch nochmal von vorne angucken könnt (soweit das die Vegetation erlaubt) habe ich noch einen Trailhead eingetragen, von dem aus ein Weg rechts am Schuppen vorbei führt. Bitte folgt diesem Weg aber nicht weiter als bis zur Grenze des Bahngeländes.