Wie die Böden aus Gipskeuper bilden sich die Böden aus Bunten Mergeln aus Keupermaterial. In der Keuperzeit wurden die bunten Mergel über dem Gipskeuper angelagert. Deshalb besteht bei vielen Weinbergen im Keupergebiet der Oberhang aus Bunte Mergeln und der Unterhang aus Gipskeuper. Im allgemeinen Sprachgebrauch weist der Begriff Mergel auf ein Substrat aus Ton und Kalk hin. Dementsprechend sind die tonigen Böden aus bunte Mergeln kalkreich. Im allgemeinen sind sie genauso kalkreich wie die Böden aus Gipskeuper, aber weniger schwer und nicht so kompakt wie diese. Im Unterschied zum Gipskeuper zerbröckeln die Bunten Mergel durch Bodenbildung oder blättern regelrecht auf. Die Struktur der Unterböden ähnelt dann der von Blätterteig. In den Oberböden entsteht dagegen eine krümelartige Struktur. Dieses Bodengefüge lassen Asseln, Regenwürmer in Zusammenarbeit mit vielen Bodentieren entstehen.

Abb. Ein Aufschluss in den Bunten Mergeln
Die milliardenfach auftretenden Mikroorganismen spielen dabei eine Hauptrolle. Zusammen zerkleinern sie das Herbstlaub, zersetzen und vermischen dessen organreiche Bestandteile mit den mineralogischen Komponenten der Buten Mergel. Die kalk- und tonreichen Bunten Mergel wurden früher als Dünger geschätzt. Das Material wurde in Mergelgruben abgegraben und vielfach auf weiniger fruchtbare, meist an Kalk verarmte, "ausgemergelte" Böden aufgebracht.
Die Bunten Mergel (Alter 220 Millionen Jahre) liegen über den Schilfsandsteinen. Sie wurden nach ihrer unterschiedlichen Färbung benannt. Ihr unterere Teil ist ziegelrot und der obere Teil rotviolett bis weinrot. Lediglich einige geringmächtige Mergellagen und Dolomitbänke sind grau bis grüngrau gefärbt. Getrennt werden untere und obere Bunte Mergel normalerweise durch einen geringmächtigen harten Sandstein mit kieseligem Bindemittel, den sogenannten Kieselsandstein, der in diesem Aufschluss fehlt. Bereits einen Kilometer östlich davon ist der westlichste Ausläufer dieses Sandsteins im Gewann Hottersmaden zu finden.
Die unterschiedlich Färbung der Schichten ist auf das divergierende Redoxpotential zurück zu führen. Damit ist der unterschiedlich hohe Sauerstoffanteil bei deren Bildung gemeint. Wichtige Redoxsysteme im Boden betreffen die Elemente Eisen. Mangan, Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel. Das Redoxpotential beeinflusst viele zentrale Vorgänge im Boden wie Nährstoffhaushalt (Löslichkeit), biologische Aktivität (Zersetzungsrate) oder Verwitterung.
Eisen ist maßgeblich an der Bodenfärbung beteiligt. In seiner oxidierten Form ist es braun (Goethit) oder rötlich (Hämatit) und schwer löslich. Die eisenarme Form ist grau und leicht löslich. Mangan ist weniger deutlich sichtbar, da seine Konzentration im Boden geringer ist. Die reduzierte Form ist leicht löslich und farblos. Die oxidierte Form dagegen schwer löslich und schwarz.
Die roten Mergel hatten bei deren Bildung einen hohen Sauerstoffanteil, die grünen Mergel erhalten ihre Farbe durch unter Sauerstoffmangel hervorgegangene, reduzierte Eisenverbindungen.
In einem riesigen, flachen und salzhaltigen See, der große Teile Mitteleuropas umfasste, wurden Unmengen Ton und Kalkschlamm eingeschwemmt. Dieser See trocknete häufig aus und ging in eine Tonschlammebene über. Hierbei verfestigte sich der Schlamm zu dem heute vorliegenden dolomitischen Mergel, der nahezu fossilfrei ist. Lediglich in einigen hier nicht ausgebildeten Dolomitbanken wurde in anderen Fundstellen eine individuenreiche Fauna, bestehend aus Fisch- und Saurierrresten sowie Muschelkrebsen ud der Süßwassermuschel Unio gefunden.
Die fossilleeren, grauen, dünnen Dolomitbänke, wie sie im Aufschluss anstehen, sind bei mehrmaligem kurzfristigen Trockenfallen und Austrocknen des Sees ausgeschieden worden.
Der hier nicht ausgebildete Kieselsandstein ist bekannt für Saurierfährten. Die nächste Fundstelle war in Stuttgart. Dort wurden an einer Schichtunterfläche einer Sandsteinbank Ausgüsse von Saurier Trittsiegeln gefunden. Die Saurier sind ehemals über schlammigen Untergrund gewandert und haben darin Hand- und Fußeindrücke hinterlassen, die durch die nächste Sandflut überdeckt und ausgegossen wurden.
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1. Welche Schicht liegt üblicherweise zwischen den Oberen und den Unteren Bunten Mergel ?
2. Beschreibe den Aufschluss vor Ort. Gehe dabei besonders auf die Höhe der Schichtungen und deren Färbungen ein. Wie mag diese Färbung entstanden sein ?
3. Sind die Schichtungen eher kompakt oder bröckelig ? Was mag die Ursache hierfür sein ?
Quellenangabe:
Foto: www.geographie.uni-stuttgart.de/seminare/lehrpfad/geologie/Bilder_links/Aufschlu_Tripsdrill.htm
Text: www.bodenexponate.de; Wikipedia; eigen