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Das Spaargebirge und die Nassau EarthCache

Hidden : 11/7/2018
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:





Das Spaargebirge und die Nassau

Mit diesem Earthcache möchte ich euch zwei interessante Landschaftsformen im Elbtal zwischen Coswig und Meißen vorstellen!

Das Spaargebirge ist ein kleiner Härtlingsrest des Meißner Massivs inmitten der Elbtalzone. Es ist knapp drei Kilometer lang und kaum zweihundert Meter breit und gilt als kleinstes Gebirge von Sachsen, obwohl es nach geologischer Definition kein eigenständiges Gebirge ist.



Es entstand durch Tiefenerosion der Elbe und ihrer Nebengewässer und wurde durch einen linken Nebenfluss der Ur-Elbe, der an der Nordflanke des Spaargebirges durch die Nassau floss, vom übrigen Meißner Massiv inselartig abgetrennt. Der Höhenunterschied zur Elbe beträgt etwa 90 Meter. Die Nassau ist der nordwestlichste Teil der Dresdner Elbtalweitung und die letzte breite Elbaue vor dem Beginn des Engtals bei Meißen.



Die Elbtalzone ist eine ausgeprägte geologische Störungszone, in der zahlreiche tektonische Ereignisse stattfanden. Während der Variszischen Gebirgsbildung, die durch die Kollision der damaligen Kontinente Gondwana und Laurussia sowie mehrerer Mikroplatten verursacht wurde, drangen magmatische Schmelzen in diese Störungszone ein und bildeten vor etwa 330 Millionen Jahren (im Karbon) das Meißner Massiv (Meißner Pluton). Es besteht aus Syeniten, Monzoniten und verschiedenen Graniten, wobei der Biotit-Granodiorit die häufigste Granitart darstellt.



Ein Blick in das Streckeisen-Diagramm (auch QAPF-Diagramm: Quarz, Alkalifeldspate, Plagioklase/Kalknatronfeldspate, Foide) verrät, dass diese Tiefengesteine hinsichtlich ihrer mineralischen Zusammensetzung recht ähnlich sind. Die aus dem Erdmantel aufsteigenden Schmelzen bildeten zunächst Diorite, später Monzonite. Eine Kontamination dieser Schmelzen mit Bestandteilen der Erdkruste führte zu einer weiteren Versauerung des Magmas und zur Entstehung von Granodioriten und Graniten, die im Extremfall nur noch Quarz und Feldspate enthalten.



Die Nassau mit einer Fläche von knapp 2000 Hektar bildet den nordwestlichsten Teil der von Pirna bis Meißen reichenden, etwa 45 Kilometer langen und bis zu 10 Kilometer breiten Dresdner Elbtalweitung. Im Westen grenzt sie unmittelbar an das Spaargebirge, im Norden an die Geländestufe am Roitzschberg bei Gröbern. Nordöstlich benachbart liegt der Friedewald, etwas weiter südöstlich schließen sich die Lößnitzhöhen an. Die Elbe bildet die natürliche Grenze im Südwesten.



Die Elbtalweitung mit der Nassau ist das Ergebnis einer seit 150 Millionen Jahren andauernden und heute bis zu 300 Meter tiefen grabenförmigen Absenkung. Zunächst lagerte ein Ausläufer eines kreidezeitlichen Meeres (Tethys-Ozean) vor etwa 100 bis 90 Millionen Jahren maritime Sedimente, bestehend aus Feinsand, Tonpartikeln und Kalkschalen von abgestorbenen Meeresorganismen, in 100 bis 200 Meter mächtigen Schichten ab. Diese Schichten verfestigten sich innerhalb von Jahrmillionen zu nahezu wasserundurchlässigem Pläner, einem sehr feinkörnigen Kalksandstein. Danach schwemmten eiszeitliche Schmelzwässer Geröll, Kies und Sand darüber. Später folgten Überflutungen durch die Ur-Elbe mit Ablagerungen von ton-, lehm- und lösshaltigen Sedimenten.



Neuere Präzisionsmessungen belegen, dass die Absenkung des Elbtals auch heute noch nicht zum Abschluss gekommen ist. Die Nassau zwischen Weinböhla und dem Spaargebirge zeigt sich als eine weitgehend strukturlose Ebene, die von West nach Ost schwach ansteigt. Der Höhenunterschied zwischen der Nassau und der oberen Bruchkante des Elbtalgrabens liegt bei knapp 100 Metern.



Der wasserundurchlässige Pläner-Untergrund und die spärliche Entwässerung durch nur langsam abfließende Gräben und Bäche führen zu hohem Grundwasser und Staunässe. Dies war ursprünglich namensgebend für den Begriff Nassau, nasse Aue.

Doch nun genug der Theorie, jetzt geht es hinaus in die Natur! Nach den aktuellen Earthcache-Guidelines dürft ihr euren Vor-Ort-Besuch sofort loggen. Parallel dazu beantwortet ihr mir bitte die nachfolgenden Fragen. Nutzt dazu die Kontaktmöglichkeiten über mein Geocaching-Profil. Ich melde mich bei euch, wenn eine oder mehrere Fragen nicht richtig beantwortet sein sollten.

Begebt euch zum Wegpunkt 1 bei N 51° 08.275 E 013° 30.910! Ihr befindet euch auf der Boselspitze, einem markanten Aussichtspunkt des Spaargebirges. An der steilen Abbruchkante (VORSICHT!) habt ihr einen fantastischen Ausblick. Links seht ihr die weite Ebene der Nassau, während rechterhand die Elbe träge dahin fließt.

1.1) Im QAPF-Diagramm sind diejenigen vier Mineralphasen bezeichnet, die ein Tiefengestein im Wesentlichen bilden. Schaut euch das hier anstehende Gestein genau an! Sind einzelne Mineralbestandteile mit bloßem Auge erkennbar?

1.2) Welche markante Auffälligkeit zeigt das Gestein des Felsblockes mit der Metalltafel "Dein Leben"?

1.3) Ermittelt die Höhe am aktuellen Standort mit Hilfe eures GPS-Gerätes oder einer geeigneten Smartphone-App!

1.4) Fügt eurem Online-Log ein Vor-Ort-Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand als Anwesenheitsbeweis hinzu! Hierbei handelt es sich um eine Logbedingung gemäß den Earthcache-Guidelines vom 10.06.2019!

Begebt euch nun zum Wegpunkt 2 bei N 51° 09.680 E 013° 33.405! Hier beeindruckt die Weite der letzten unbesiedelten Offenlandschaft innerhalb der nahezu vollständig städtisch überprägten Elbaue. In SW-Richtung sind das reichlich drei Kilometer entfernte Spaargebirge und der linkselbische Steilhang zwischen Elbtal und Meißner Hochland (bei entsprechender Fernsicht) gut zu sehen. Eine Infotafel liefert weitere Informationen zur Geologie, zur Geschichte und zur Nutzung der Nassau.

2.1) Ermittelt auch hier die Höhe am aktuellen Standort mit Hilfe eures GPS-Gerätes oder einer geeigneten Smartphone-App!

2.2) Wie groß ist der Höhenunterschied zum Wegpunkt 1 und somit zur Boselspitze?

2.3) Die Absenkung des Elbtals ist auch heute noch nicht zum Abschluss gekommen. Welchen diesbezüglichen Messwert lieferten neuere Präzisionsmessungen gemäß Infotafel?

2.4) Das Gebiet um Radebeul und Meißen ist wegen des günstigen Klimas als Weinanbaugebiet bekannt. Warum wird in der Nassau kein Wein angebaut? Erläutet kurz den geologischen Zusammenhang!

HINWEIS: Ich erwarte von euch eine Nachricht mit den Antworten und ein Vor-Ort-Foto im Log!

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Earthcache!

Quellen (10.01.2019):

O. Wagenbreth, W. Steiner (Hrsg.): "Geologische Streifzüge" (ISBN 3662447282)
U. Sebastian: "Die Geologie des Erzgebirges" (ISBN 3827429765)

https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/download/7_Elbe-Durchbruchstal.pdf
https://www.weinboehla.de/weinboehla/content/18/20120118132424.asp
https://de.wikipedia.org/wiki/Nassau_(Landschaft)
https://de.wikipedia.org/wiki/Spaargebirge

Die im Listing veröffentlichten Fotos sind eigene Aufnahmen vom 07.11.2018.


Additional Hints (No hints available.)