Das Joachimsthalsche Gymnasium
Der Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg gründete 1601 nach dem Vorbild der Fürstenschulen Sachsens eine Eliteschule für begabte Knaben im Jagdschloss Joachimsthal. Im Jahre 1607 wurde diese dann eröffnet. Durch den dreißigjährigen Krieg wurde das Schulgebäude zerstört. So flohen die Schüler und Lehrer nach Berlin. 1656 begann der Lehrbetrieb erneut. Das Berliner Stadtschloss wurde als Lehrgebäude genutzt. 1707, dem 100 jährigen Schuljubiläum, verlieh der preußische König der Schule den königlichen Titel.
Nach mehreren weiteren Umzügen des Gymnasiums, wurde dieses 1912 nach Templin verlegt. Es wurde als Alumnat zu je drei Doppelwohnhäusern in U-Form um einen großen Innenhof gruppiert. Je eine Villa war dort angebaut, welche von einem Studienrat bewohnt wurde. Zur Zeit des Nationalsozialismus erfolgte die Umwandlung zu einer Erziehungsanstalt des Dritten Reiches mit dem Ziel eigene Eliten heranzuziehen. Dabei spielten vor allem zwei Konzepte eine große Rolle, die sich an einer „rassischen“ Auslese und an der Blut-und-Boden-Ideologie orientierten. Im Jahr 1935 zählte die Schul- bzw. Amalienbibliothek mit ca. 45000 Druckschriften, ca. 48000 Universitäts- und Schulschriften, Karten etc. als größte Schulbibliothek im deutschsprachigen Raum. Diese wurde nach Ende des Krieges von der Roten Armee abtransportiert. 1945 diente das Gebäude als Militärlazarett und Panzerabteilung der roten Armee. Ab 1956 bis 1988 wurde es zum Institut für Lehrerbildung (IfL).
2007 versteigerte das Land Brandenburg das Gelände für 1,5 Mio. Euro an einen Immobilienmarkler. Seit dem ist das Gelände größtenteils ungenutzt und vom Verfall bedroht. Im Sinne alter Traditionen finden hier gelegentlich Veranstaltungen (u. a. Tag des offenen Denkmals) statt, wie zum Beispiel Auftritte des Chors des Gymnasium Templins. Der „Förderverein Joachimsthalisches Gymnasium“ verfolgt das Ziel, das Objekt zu einer Schule für Europa wiederzubeleben.
Daas Gelände muss nicht betreten werden.