Ein Lied reist um die Welt
In der Stille der Nacht ertönt ein heiliges Lied. Ein Lied, das den Zauber des Wartens einfängt. Einfache Worte, die in wenigen Strophen beschreiben, wie etwas Wunderbares in der Nacht geschieht. Warten auf Gottes Sohn. Und am Ende der Nacht ein lauter Chor, jubelnd: „Christ, der Retter ist da!“
Eigentlich müssen wir nicht mehr warten. Und zauberhaft finden wir es auch nicht. Wir sind nur einen Klick von fast allen Informationen entfernt. Wir müssen nicht mehr jemanden fragen, wir googeln einfach. Wir müssen nicht mehr warten, bis die Platte unserer Lieblingsband im Laden steht, wir hören sie sofort online. Und es ist auch fast nirgendwo mehr nachts still.
Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde vor 200 Jahren von der Strasser-Familie aus dem Zillertal über die Alpen gebracht, mit Wanderschuhen, Floß und Pferd – eine weite Strecke bis nach Leipzig. Im Kopf transportiert wog es leichter als die feinen Ziegenlederhandschuhe, die die Familie auf dem Weihnachtsmarkt verkaufte. Und sie sangen das Lied, um die Menschen zu erreichen.
Stille aushalten braucht Mut. Heute vielleicht mehr als früher. Singen auch. Wann tun wir es noch gemeinsam, fragen die Großmutter nach den alten Liedern oder teilen die Bänkelgesänge, an die sich Tante und Onkel noch erinnern?
Ein kleiner Tradi in der Nähe vom Strasser Häusl. Das alte Bauernhaus zeigt, wie die Leute im Zillertal vor 200 Jahren gelebt haben: kleine Stuben, winzige Fensterläden, Strohbetten und Originaltrachten. Der Cache ist jederzeit zugänglich und nicht an die Öffnungszeiten des Museums gebunden.
Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde in etwa 300 Sprachen übersetzt. In wie vielen Sprachen kannst Du singen? Falls Du Lust hast, schreib die Antwort ins Log.