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yesger: Hier stimmt wohl was nicht, ich schau mir das mal an.

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Die drei geFÄHRtEN 1

A cache by yesger Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 09/13/2018
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Dies ist der erste von drei Geocaches, die an die drei Fähren erinnern sollen, die auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Kirchroth liegen. Relikte aus einer Zeit in der Brücken noch keine Selbstverständlichkeit waren und Flüsse mittels Furten und Fähren überquert wurden.




Von der Donaufähre, die einst Pittrich mit Niedermotzing verbunden hatte, sind heute in der Landschaft alle Spuren verschwunden, sie existieren nur noch auf alten Karten. Bis zum Ausbau der Donau in den 1980er Jahren war auf der Pittricher Seite noch der Anfahrtsweg der Fähre, die bis 1924 betrieben wurde, erhalten.

Von Pittrich aus ist der ursprüngliche Weg zur Fähre ziemlich identisch mit dem heute geteerten Feldweg an der Pittricher Kapelle vorbei bis zum Donaudamm. Von dort aus muss man sich einen Feldweg vorstellen, der schnurstracks über das heutige Dammvorland zur Donau geführt hat.

Ein erster schriftlicher Hinweis auf diese Fähre ist in einer Lehensbeschreibung aus dem Jahre 1382 enthalten. Dort ist die Rede von

"4 Tagwerk Wiesmat zu Motzing in der Urfar..."

Diese gleiche "Urfar", was so viel wie Überfahrt oder Übergang bedeutet, wird in einem Schriftstück aus dem Jahre 1407 genannt:

"Johannes Frylich, Herr Micheln Probsts zu Pfaffmünster Freund erhalten sieben Tagwerk Wiesmat im Tweng an der Urfar zu Niedermotzing."


Das Überfahrtsrecht für die Donaufähre ruhte auf dem sogenannten Förgenhof in Niedermotzing und wurde von Generation zu Generation weitervererbt. Eine Gebührenordnung vom 17. Juni 1724 erlaubt einen interessanten Einblick in die damalige Preisgestaltung.

Leichen oder Hochzeiten der Bauern 1 Gulden 30 Kreuzer
Leichen oder Hochzeiten der Fischer und Söldner 45 Kreuzer
Taufe oder Begräbnis eine Kindes 8 Kreuzer
Begräbnis eines größeren Kindes von Bauern 45 Kreuzer
von Fischer und Söldner 25 Kreuzer
Fahrt zur Kirche an Werktagen
hin und zurück 1 Kreuzer
an Sonn-und Feiertagen gratis
Pfarrer zur Provisur (Erteilung der Sterbesakramente)
Bauer muss zahlen 3 Kreuzer
Eine geladene Fuhre mit 2 oder 4 Pferden 6 Kreuzer
Ausländer für eine geladene Fuhre 12 Kreuzer
Ein Karren hin und zurück 4 Kreuzer
Ein Karren einfach 3 Kreuzer
Ein Reiter 3 Kreuzer
Einer aus der Gemeinde zu Fuß 1 Kreuzer
Ein Ausländer zu Fuß 2 Kreuzer
Ein Ausländer zu Pferd 4 Kreuzer
Kutsche mit 2 Pferden 8 Kreuzer

Der Bischof, die hochfürstlichen Räte, Offiziere und Bedienstete, Wörther Hochstifftsbeamte mit bei sich habenden, Pferden, Hütern und Dienern seien ohne Bezahlung eines Ufergeldes hin und her zu fahren.


Eine solche "Urfar" war nötig, da sich das einstige Gebiet der Herrschaft Wörth links der Donau, von Donaustauf bis Pittrich zog. Niedermotzing war das einzige Gebiet rechts der Donau.
Die Fähre war für Niedermotzing die einzige Verbindung zum Territorium der Herrschaft Wörth, gleichzeitig gehörte Pittrich zum Pfarrbezirk Niedermotzing. Somit konnten die Pittricher über die Fähre ohne überschreiten einer Landesgrenze die (ihre) Kirche in Niedermotzing erreichen.

Was jedoch nicht immer problemlos ablief wie zum Beispiel im Umfeld der Napoleonischen Kriege.

Als im Jahre 1800 Napoleon Ingolstadt besetzt hatte, rückte er anschließend auf Regensburg vor und besetzte dabei mit seinen Truppen das gesamte Gebiet bis zur Donau.
Anfang des Jahres 1801 auch Niedermotzing und das rechte Donauufer während das linke Ufer von den Österreichern besetzt war. Da somit die Donau nun mehr oder weniger Frontlinie war wurde das Übersetzen für längere Zeit zu gefährlich.

Auch ein paar Jahre später wirkte sich der Krieg wieder auf den Fährbetrieb aus. So kündet das Sterbebuch der Pfarrei Kirchroth vom 29. Mai 1809:

...das nach Niedermotzing zur Beerdigung zuständige 1 1/2 jährige Kind, Katharina Wacker von Pittrich in Kößnach beerdigt, weil die Franzosen auf der Donau die Zillen weggenommen haben...

Bayern hatte im Jahre 1805 die Seiten gewechselt und kämpfte nun auf Seiten Napoleons im fünften Koalitionskrieg gegen Österreich. Nach den Schlachten bei Abensberg, Eggmühl und Regensburg waren die österreichischen Truppen besiegt und auf dem Rückzug.
Napoleon machte sich über Straubing auf den Weg nach Wien. Dabei haben die Soldaten wohl auch den Wasserweg benutzt und dazu Boote und Zillen konfisziert.

Im Jahre 1912 begann sich das Ende des Fährbetriebs abzuzeichnen.
Der Förgenhof wurde zertrümmert und das Überfahrtsrecht ging auf das Anwesen Fuchshuber über. 1919 forderte Fuchshuber eine Erhöhung der Unterstützung seitens der Gemeinde Pittrich, was diese ablehnte.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen im Gange, Pittrich, das ab 1881 eine eigenständige Gemeinde wurde in die Nachbarpfarrgemeinde Kirchroth "um zu pfarren," was sich allerdings wegen verschiedener Formalitäten und Wiederstände als schwierig erwies.

Die Eisdrift im Winter und die häufigen Hochwasser der Donau ließen den Fluss regelmäßig für längere Zeit unpassierbar werden, dies und die Ankündigung des Förgen, die Fähre im Oktober 1922 einstellen zu wollen, brachten "neuen Schwung" in die "Causa Umpfarrung."

Welche am 15. Juli 1924 vollzogen wurde und somit der Fähre den Todesstoß versetzte. Fuchshuber setzte im Bedarfsfalle noch einige Jahre über, zum Schluss allerdings nur mehr mit einer Zille.

Damit endete eine Ära, die Jahrhunderte und Epochen überdauerte aber am Ende schlicht und einfach nicht mehr gebraucht wurde...

...die Fähre zwischen Pittrich und Niedermotzing.


Quellen:
www.ffw-pittrich.de
www.Wikipedia.de
Kirchroth - Gemeinde zwischen Donau und Wald, Herausgeber Gemeinde Kirchroth, gebundene Ausgabe 2018


Der Cache liegt am Donauradweg und man fährt mit dem Rad quasi direkt dran vorbei. Mit dem Auto ist er nicht so leicht erreichbar, zumindest nicht legal ;-)

Alle Zufahrtswege, die zum Cache führen, sind für den normalen Verkehr gesperrt und sollten nicht befahren werden. Parkmöglichkeiten gibt's im Ortsbereich Pittrich oder an den angegebenen Koordinaten. Eine Wanderung auf dem Donaudamm von ca. 2,5 km führt von dort aus direkt zum Cache.

Kein Stift im Cache! Wer ihn findet weiß warum... ;-)

Additional Hints (Decrypt)

Mh Süßra qre Vasbgnsry

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



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