Mostobst

Als Most (lat. mustum) wird allgemein durch Keltern (Pressen) gewonnener Fruchtsaft bezeichnet, je nach Gegend auch bereits vergorener. Übliche Früchte sind Äpfel (Apfelmost), Birnen oder Trauben (Traubenmost als Vorstufe zum Wein, Federweißer). Andere Obstweine werden üblicherweise nicht als Most bezeichnet. Der lateinische Wortstamm bedeutet so viel wie „junger Wein“. Apfel- und Birnenmost wird aus sogenanntem Mostobst gewonnen, das einen höheren Gerbstoffanteil besitzt als Früchte, die für den Verzehr gedacht sind. Mit einer Mostpresse wird der Saft, der sogenannte Süßmost, aus den Früchten gepresst. Durch Hefepilze wird der enthaltene Fruchtzucker zu Alkohol vergoren. Die Gärung dauert zehn Tage bis drei Wochen. Einigen Mostsorten werden auch Edelhefen zugesetzt, die die Gärung um einige Tage verlängern. Anschließend wird der Most filtriert und geklärt In Bayern, Baden-Württemberg, im niederösterreichischen Mostviertel sowie in Oberösterreich (dort auch als Landessäure bezeichnet) wird traditionell der Most meist aus den gerbstoffreichen Mostbirnen mit einer Beimengung von Äpfeln, teils auch von Quitten und den Früchten des Speierlingbaumes gekeltert und vergoren. Er kann jedoch auch nur aus Äpfeln oder Birnen bestehen (Apfel- oder Birnenwein). Die "Apfelbarone" von Busenbach kelterten ihre Spezialität aus "Roter Sternrenette", "Bohnapfel", "Weißem Klarapfel", "Geflammtem Kardinal", "Baron de Berlepsch" und "Goldparmäne", unter Beimischung von Quitten und "Schweizer Wasserbirne", sowie "Gelbmostler" .Unter Süßmost versteht man den frisch gepressten, unvergorenen Apfel- oder Birnensaft. In der Schweiz, in Liechtenstein, in Vorarlberg, in Kärnten, in Teilen der Steiermark, dem südlichen Burgenland sowie in Süddeutschland versteht man unter Most gefilterten oder ungefilterten Apfelwein (saurer Most, Hochalemannisch ? suura Moscht). Dort werden meist Mostbirnen in kleineren Mengen beigemischt. In Österreich wird der Most meist zur Jause konsumiert und ist daher vor allem in Buschenschänken und Gasthäusern erhältlich. In den Gegenden, in denen unter Most vergorener Apfelsaft (Apfelwein) verstanden wird, heißt der frisch gepresste und unvergorene Apfelsaft Süßmost. In Wien und anderen österreichischen Weinanbaugebieten versteht man unter Most den süßen unvergorenen Traubensaft. Bekannt war der Most historischen Zeugnissen zufolge schon bei den Kelten, die den Obstwein jedoch vor allem zur Verdauungsförderung tranken. In späteren Jahrhunderten wurde der Most geschätzt, da ihn jedermann kostengünstig selbst herstellen konnte. Aus einer Ortschronik vom Ende des 19. Jahrhunderts geht hervor, dass Most auf der Schwäbischen Alb in dieser Zeit zu einem der wichtigsten Getränke zählte. Meine Vorfahren die "Ispringer Apfelbarone" liebten den selbst gekelterten Most von eigenen Streuobstwiesen und hatten immer einige Fässer davon im Keller liegen. Zum Vesper ab es dann auch schon für uns Kinder mal ein Gläschen Most. Ich trinke ihn vor allem Herbst immer noch gerne und keltere ihn aus alter Tradition noch selbst. Ein Fässchen davon habe ich deshalb immer im Keller...