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Geburtshaus "Walther von der Vogelweide" Traditional Cache

Hidden : 9/23/2018
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


 

 

 

 

    Deutsch

 

Station 6

Hofleben

 

Unser Minnesänger Walther von der Vogelweide

Her Walther von der Vogelweide. swer des vergaess, der taet mir leide

 
Ob Walther von der Vogelweid’ an diesem Platz entsprungen,
das zu beweisen - bis zur Zeit ist niemandem gelungen.
Herr Walther von der Vogelweid’ war überall daheime,
wo Vogelfang, wo schöne Maid; das sagen seine Reime.
Drum läßt die Zweifel unberührt uns den Gelehrten schenken.
Wer einen Hauch von ihm verspürt, der darf hier sein gedenken.
 

Das Wappen der Gemeinde Lajen zeigt einen Vogel im Käfig. Dieser soll daran erinnern, dass der Minnesänger Walther von der Vogelweide um 1170 im Lajener Ried geboren sein soll. Diese Theorie stammt vom Passeirer Johann Haller (1825 - 1900). Er war Pfarrer in Lajen, wurde im Jahre 1890 Erzbischof von Salzburg und erhielt
 
sogar die Kardinalswürde. Im Jahre 1867 veröffentlichte Haller einen Beitrag, in dem er den Vogelweider(hof) im Lajener Ried als Geburtsstätte des großen Minnesängers bezeichnete. Besonders eifriger Anhänger und Verfechter war in dieser Hinsicht der Tiroler Gelehrte, Sagen- und Heimatforscher Professor Ignaz Vinzenz Zingerle aus Innsbruck. Auf sein Betreiben wurde am 3. Oktober 1874 beim Innervogelweider im Lajener Ried oberhalb der Eingangstür eine Gedenktafel mit dem Spruch des Hugo von Trimberg angebracht: Her Walther von der Vogelweide, swer des vergaess, der taet mir leide. Natürlich wurde zu diesem Anlass auch ein Gästebuch für die vielen Besucher gestiftet, in das man heute noch Einblick nehmen kann. Die Eintragungen sind ohne Zweifel ein Stück Lajener Kulturgeschichte. Der “Waltherkult” der damaligen Zeit blieb natürlich nicht nur auf Lajen und auf die Vogelweide beschränkt. Zingerle erwarb nämlich im Jahre 1880 das Schloss Summersberg im nahen Gufidaun. Dieser Edelsitz wurde bald zu einem wahren Mekka für Germanisten und Sprachwissenschaftler. Aber auch das kleine Klausen wurde berühmt. Den Gelehrten und Dichtern der ersten Jahre folgte nämlich eine immer größere Zahl von Malern und Künstlern. Schließlich wurde in Bozen am 15. September 1889 das Walther - Denkmal enthüllt. Nicht weniger als 8000 Personen wohnten diesem Ereignis bei. Ob der Anspruch Lajens, die Heimat Walthers zu sein, berechtigt ist oder nicht,  endgültige Beweise zu liefern, wird nach so vielen Jahrhunderten wohl niemandem mehr gelingen. Die “Lajener” - Theorie ist aber eine der populärsten geworden und hat die letzten hundert Jahre der Lajener Vergangenheit ganz entscheidend mitgeprägt. Ich möchte das Kapitel mit einer Eintragung im Gästebuch beim Vogelweider (entnommen aus dem Gemeindebuch Lajen) schließen. Ob Walther von der
 
Vogelweid’ an diesem Platz entsprungen, das zu beweisen - bis zur Zeit ist niemandem gelungen. Herr Walther von der Vogelweid’ war überall daheime, wo Vogelfang, wo schöne Maid; das sagen seine Reime. Drum läßt die Zweifel unberührt uns den Gelehrten schenken. Wer einen Hauch von ihm verspürt, der darf hier sein gedenken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Walther, der Profi

Ir sult sprechen „willekomen“: der iu maere bringet, daz bin ich. Allez das ir habt vernomen, daz ist gar ein wint: nû frâget mich. Ich wil aber miete: wirt mîn lôn iht guot, ich gesage iu lîhte daz iu sanfte tuot. Seht waz man mir êren biete.

Sagt „Willkommen!“: Denn ich bin es, der euch Neuigkeiten bringt. Alles, was ihr bisher gehört habt, ist ein Nichts: Jetzt aber fragt mich! Freilich verlange ich Botenlohn. Fällt er gut aus, dann erzähle ich euch wohl, was euch Freude macht. Überlegt euch also, was ihr mir anbieten wollt.

Er selbst ließ daran keinen Zweifel aufkommen: Walther von der Vogelweide war ein literarischer Profi, und zwar nicht nur in dem Sinne, dass er das Handwerk des Dichtens und Singens beherrschte. Nein, Walther war ein Profikünstler im wahrsten Sinne des Wortes, einer, der das Singen zum Beruf gemacht und mit diesem seinen Lebensunterhalt verdient hat.

Um dieses ganz und gar mittelalterliche Geschäftsmodell verstehen zu können, muss man das Leben bei Hofe genauer unter die Lupe nehmen. Gerne scharten Fürsten, Grafen, Herzöge, kurz: der finanzkräftige Adel im Mittelalter Menschen um sich, die so etwas wie Hochkultur in die tristen Burgmauern bringen sollten. Gelehrte gingen in den Fürstenhöfen ein und aus, aber auch professionelle Unterhalter, wie es Walther von der Vogelweide einer war.

Seine Auftritte vor dem höfischen Publikum dienten dabei nicht nur dem Entertainment, sondern auch und vor allem der Selbstdarstellung des jeweiligen Herren. Dessen Dame wurde vom Minnesänger in den höchsten Tönen besungen, ihren Vorzügen wurde ein literarisches Denkmal gesetzt.

Frouwe, enlât iuch niht verdriezen mîner rede, ob si gefüege sî. möhte ichs wider iuch geniezen, sô wær ich den besten gerne bî. wizzet daz ir schœne sît: hât ir, als ich mich verwæne, güete bî der wolgetæne, waz danne an iu einer êren lît!

Herrin, lasst euch mein Wort gefallen, wenn es schicklich ist. Könnte ich von euch dafür belohnt werden, so würde ich gern zu den Besten gehören. Wisset: ihr seid schön! Besitzt ihr, wie ich überzeugt bin, außer der Schönheit auch noch innere Vorzüge, wie viel Rühmliches findet sich dann in euch allein!

… und nicht nur in der Herrin, sondern auch im Herrn des Hauses. Wollte dieser einmal gelobt werden, weil dies politisch gerade opportun war, sprang Walther mit seiner Spruchdichtung ein. Der Sänger am Hof war auch ein Statussymbol seines Dienstherrn: je besser der Poet, desto kultivierter sein Herr.

Dieses Geschäftsmodell beruht selbstverständlich auf dem gegenseitigen Vorteil – quid pro quo. Während der Glanz des Minnesängers und seiner Werke bestmöglich auf den Herren des Hauses abstrahlen sollte, hatte dieser für den Lebensunterhalt seines Haus- und Hofpoeten zu sorgen. Und genau da liegt für Walther der Hund begraben, denn zu Recht oder zu Unrecht: Walther fühlt sich immer wieder unterbezahlt, glaubt, sein Wert werde monetär stetig unterschätzt.

So finden in seine Lieder immer wieder Verse Eingang, in denen er sich über knausrige Gönner beklagt – ohne Rücksicht auf Adel und Stand. Walther schlägt etwa – literarisch, versteht sich –auf Kaiser Otto IV. ein, weil dieser allzu sehr am Honorar gespart hätte.

vil schiere maz ich abe den lîp nâch sîner êre: dô wart er vil gar ze kurz als ein verschrôten werc, miltes muotes minre vil dan ein getwerc; und ist doch von den jâren daz er niht enwahset mêre.

Alsbald maß ich ihn nochmals, und zwar nach seinem Ansehen: da wurde er viel zu kurz, wie ein verschnittener Stoff, an Freigebigkeit winziger als ein Zwerg und dabei ist er doch in dem Alter, dass er nicht weiter wächst.

Die Lohnvorstellungen scheinen in diesem Fall wirklich weit auseinanderzugehen, kommt es darüber doch sogar zum Bruch mit Otto. So scheint es zumindest, interpretiert man die Verse Walthers im so genannten Ottenton. Oder verschleiern sie etwas? Einen politischen Bruch vielleicht? In diesem Fall war das öffentliche Anprangern des ottonischen Geizes vielleicht auch nur ein Vorwand, um einen politischen Gegner zu diskreditieren.

 

 

 

 

 

    Italiano

 

Stazione 6

Vita di corte

Walther, il professionista

Ir sult sprechen „willekomen“: der iu maere bringet, daz bin ich. Allez das ir habt vernomen, daz ist gar ein wint: nû frâget mich. Ich wil aber miete: wirt mîn lôn iht guot, ich gesage iu lîhte daz iu sanfte tuot. Seht waz man mir êren biete.

Datemi il benvenuto, perché sono io a portarvi le novità. Tutto ciò che avete udito sino ad ora non è nulla: ora però domandatemi! Certo, chiederò una ricompensa. Se è sostanziosa, vi racconterò cose che vi danno gioia. Perciò riflettete bene su ciò che pensate di offrirmi.

Lui stesso non lascia alcun dubbio al proposito: Walther von der Vogelweide era un professionista letterario e non solo perché in grado di padroneggiare l’arte della poesia e del canto. No, Walther era un artista professionista nel vero senso della parola, uno che faceva del canto un mestiere per guadagnarsi da vivere.

Per comprendere appieno questo modello commerciale medioevale, occorre esaminare sotto la lente d’ingrandimento la vita di corte: principi, conti, duchi, insomma la ricca nobiltà, si circondavano di persone in grado di portare un alto livello culturale tra le desolate mura dei castelli. Gli eruditi entravano e uscivano dalle corti principesche e, insieme a loro, anche intrattenitori professionisti come Walther von der Vogelweide.

La sua comparsa sulle scene di corte non aveva solo uno scopo d’intrattenimento, ma anche e soprattutto di promozione dell’immagine del signore di turno, la cui dama veniva cantata in toni aulici dal Minnesänger, erigendo un monumento letterario alle sue virtù.

Frouwe, enlât iuch niht verdriezen mîner rede, ob si gefüege sî. möhte ichs wider iuch geniezen, sô wær ich den besten gerne bî. wizzet daz ir schœne sît: hât ir, als ich mich verwæne, güete bî der wolgetæne, waz danne an iu einer êren lît!

Signora, accettatte le mie parole, se le ritenete decorose. Se potessi essere ricompensato da voi per questo, apparterrei di buon grado ai migliori. Sappiate: siete bella! Avete, e ne sono convinto, anche virtù interiori, oltre alla bellezza, c’è tanto di lodevole in voi!

… e non solo nella signora, ma anche nel signore! Se quest’ultimo voleva essere lodato, perché opportuno in termini politici, Walther interveniva con la sua poesia gnomica. Il cantore di corte era lo status symbol del padrone di casa: migliore era il poeta, più era rispettabile il signore.

Questo modello commerciale porta naturalmente dei vantaggi: quid pro quo. Se lo splendore del Minnesänger e della sua opera si rifletteva sul padrone di casa, questo doveva assicurare ai poeti di corte i mezzi per vivere e qui stava il busillis per Walther che, a torto o a ragione, riteneva di non essere remunerato a sufficienza, considerando il proprio valore costantemente sottostimato in termini monetari.

Così, nelle sue opere fanno continuamente ingresso dei versi che lamentano la taccagneria del mecenate, senza riguardo alcuno per la nobiltà e la classe sociale. Walther se la prende, letteralmente, con l’imperatore Ottone IV, che non si dimostra particolarmente generoso quando si tratta del suo onorario.

vil schiere maz ich abe den lîp nâch sîner êre: dô wart er vil gar ze kurz als ein verschrôten werc, miltes muotes minre vil dan ein getwerc; und ist doch von den jâren daz er niht enwahset mêre.

Lo misuro ancora una volta, usando la stima come metro di misura: sarebbe troppo corto, come una stoffa tagliata malamente, in generosità, più piccolo di un nano e ora ha un’età in cui non cresce più.

Le ambizioni salariali di Walther sembrano ampiamente divergere da quanto corrispostogli, tanto da portare alla rottura con Ottone. Almeno così pare, se s’interpreta il verso di Walther nel cosiddetto Ottenton. O nasconde qualcos’altro? Una rottura politica forse? In questo caso la condanna pubblica dell’avarizia di Ottone sarebbe solo un pretesto per screditare un avversario politico.

 

 

 

 

    English

 

Station 6

Court life

Walther, der Profi

Ir sult sprechen „willekomen“: der iu maere bringet, daz bin ich. Allez das ir habt vernomen, daz ist gar ein wint: nû frâget mich. Ich wil aber miete: wirt mîn lôn iht guot, ich gesage iu lîhte daz iu sanfte tuot. Seht waz man mir êren biete.

Say “Welcome!”, for I am he who brings you news. Everything you have heard so far, is as nought: but now ask me! Of course I will expect a fee for my services and, if it is good, I will tell you things that will please you. So weigh up what you wish to offer me.

Walther von der Vogelweide himself was in no doubt that he was a literary professional, and not only in the sense that he was a master of the art of poetry and singing: Walther was a professional artist in the true sense of the word, one who made a career of singing and in this way earned his living.

In order to understand this thoroughly medieval business model, we must more closely examine life at court. Sovereign princes, counts, dukes, in short the wealthy aristocracy of the Middle Ages gathered people around themselves to bring a touch of high culture to the interior of their dreary castle walls. Scholars visited the courts, as did professional entertainers such as Walther von der Vogelweide.

His appearances before court audiences were not just for entertainment purposes, but also and above all to reflect well upon his respective lord; the minnesinger would sing the praises of the lady of the house in the highest terms, constructing a literary monument to her merits.

Frouwe, enlât iuch niht verdriezen mîner rede, ob si gefüege sî. möhte ichs wider iuch geniezen, sô wær ich den besten gerne bî. wizzet daz ir schœne sît: hât ir, als ich mich verwæne, güete bî der wolgetæne, waz danne an iu einer êren lît!

Lady, may my words please you, if it should be seemly. If I might be rewarded by you for this, I would gladly belong among the best. Know that you are beautiful! You possess, I am convinced, not only beauty but also inner merits, so much praiseworthy can be found in you alone!

… and not only in the lady, but also in the lord of the house. Should he require praise for political reasons, Walther was ready with his poetry. The singer at court was also a status symbol for the lord: the better the poet, the more cultivated the master.

This business model is naturally based upon mutual advantage – quid pro quo. While the reputation of the minnesinger and his work should as far as possible be reflected to the benefit of the lord of the house, the latter had to ensure a living for his court poet. And that, for Walther, is the rub: he believes, rightly or wrongly, that his efforts are constantly undervalued.

Thus his songs repeatedly contain verses in which he bemoans the tightfistedness of his sponsors, without consideration for their rank or standing. Walther for example hit out – in a literary sense, of course – at Emperor Otto IV, who supposedly paid him less than he thought due.

vil schiere maz ich abe den lîp nâch sîner êre: dô wart er vil gar ze kurz als ein verschrôten werc, miltes muotes minre vil dan ein getwerc; und ist doch von den jâren daz er niht enwahset mêre.

Straightaway, I measured him again – his body by his generosity, and then he turned out far too short, like poorly cut cloth, his heart more stunted than a dwarf. And more than that, he’s of an age when he will grow no more.

The notions of fair reward seem in this case to be highly divergent, and even result in a breach with Otto. This at least is the interpretation of Walther’s verses in the so-called “Ottenton”. Or do they conceal something more? A political breach perhaps? In this case the public criticism of Otto’s meanness was maybe just a pretext for discrediting a political opponent.

 

 

 

 

Additional Hints (Decrypt)

[DEU] Znhre tnam hagra - Fcbvyre[ITA] Zheb va sbaqb - Fcbvyre[ENG] Jnyy ng gur obggbz - fcbvyre

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)