Es ist das Jahr 1874! Die Tagelöhner Mar, Sam und Max treffen sich nach einem schweren Tag, wie so oft, in der verruchten Dorfspelunke.
Ein Gaukler streift durch das Dorf und bleibt vor dem Gebäude stehen..
Lärm drängt aus dem inneren des Gebäudes.
Die Tür ist ausgehängt und lehnt schief an der Steinmauer.
„Wie aufmerksam, es ist Tag der offenen Tür.“
„Auss... dem... Weeggg ihrr zweiii“ lallt ein Knecht, und stolpert die drei Stufen herunter. Mit seinen Armen wild umher rudernd sucht er vergeblich nach Gleichgewicht. Sein lautes Kichern verstummt als seine Beine nachgeben und er seitlich in einen Stapel Brennholz kippt..
„Ganz schön früh um sich schlafen zu legen“ sage ich kopfschüttelnd, beim Betreten der Spelunke.
Fröhliches Lautenspiel und eine kräftige Stimme sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Es sind weit mehr Leute im Raum als Sitzplätze. Es wird im Takt geklatscht, gelacht und gegrölt. Die Weinhumpen hält man in der Hand und prostet sich zu.
An den Türbalken gelehnt beobachte ich eine Weile.
Es hüllt mich eine Wolke aus Schweiß, Urin und Erbrochenem ein. Nicht jeder hat rechtzeitig den Weg nach draußen gefunden.
Gefüllt mit groben Holzbänken und Tischen, ist der Raum vom Rauch durchzogen. Die Tische sind voll mit Weinkrügen und Essensresten.
Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf die drei Tagelöhner Mar, Sam und Max! Ich setze mich zu Ihnen und bestelle einen Humpen.
Um sie in ein Gespräch zu verwickeln, rede ich wohlwollend über die Wirtin. Ich bewundere ihre Schönheit, und lobe ihren Fleiß. Ich improvisiere, damit Sie im besten Lichte erscheint. Manche zweideutigen Komplimente entlockt den Tagelöhnern ein lautes Lachen.
Eine Geschichte jagt die andere. Der Wein lockert ihre Zungen. Im Laufe des fröhlichen Abends wechseln wir zum vertrauterem du.
Nun hole ich meine Würfel aus der Tasche… schon zu oft hatte ich mir mit diesem Trick mein Abendmahl erspielt.
Ich lade die 3 Tagelöhner ein, mit mir zu spielen! Sollten sie hier gewinnen, so möge ich Ihre Zeche zahlen, ansonsten übernehmen sie die Meinige.
Ich drehe mich mit meinem Rücken zu Ihnen und nehme den ersten Würfel, lege ihn mit der Augenzahl Zwei auf die Thekenplatte und teile dies auch gleich den Tagelöhner mit. Dann setze ich den zweiten Würfel so auf den Ersten, dass sich die Würfel mit zwei gleichen Augenzahlen berühren. Auch das teile ich den Dreien mit. Danach stapel ich den dritten Würfel auf den Zweiten. Dieser Würfel berührt den Zweiten mit der Augenzahl, die sich aus der Zahl Eins plus der oberen Augenzahl des zweiten Würfels ergibt, wiederrum informiere ich über mein Tun. Der vierte Würfel schließlich berührt den dritten wieder mit der gleichen Augenzahl, die beim dritten Würfel nach oben zeigt, sage ich.
Nun Frage ich:
Welche Augenzahl werdet ihr oben auf dem letzten Würfel sehen?
Mit einem zufriedenen Lächeln lehne ich mich zurück. Ich bin mir sicher, dass die Drei daran eine ganze Weile zu knobeln haben und dann aufgeben werden und ich meine Zeche übernommen bekomme.

Du kannst deine Rätsel-Lösung mit certitude überprüfen.