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Nordhausen - Unterwelten #2 Mystery Cache

Hidden : 4/4/2019
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Der ehemalige Luftschutzstollen am Neuen Weg

Der Bau von Bunkeranlagen als bombensichere Unterkünfte war ursprünglich nicht gesetzlich
geregelt, sondern erfolgte freiwillig oder auf Veranlassung des Reichsministers der Luftfahrt
und Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Erst Ende September 1940 ordnete ein „Führerbefehl“ den Bau
von LS-Bunkern in Berlin und im Reichsgebiet an. Im „Führer-Sofortprogramm“ wurden jedoch im
mitteldeutschen Raum nur die Städte Halle, Merseburg, Leuna, Leipzig und Jena berücksichtigt.
Sie gehörten zu den insgesamt 94 Luftschutzorten 1. Ordnung, denn von vornherein zwangen die
knappen finanziellen und materiellen Voraussetzungen zur Schwerpunktbildung und dementsprechend
zur Einteilung der Orte nach dem Grade ihrer Gefährdung durch Luftangriffe. Nordhausen rangierte
unter 201 Städten 2. Ordnung und war deshalb nicht für den Bau einer solchen Schutzraumart vorgesehen.
Erst die im Juli 1943 erschienenen „Bestimmungen für den Bau von LS-Stollenanlagen“ forderten die
Einrichtung solcher Bauten zum Schutz der Zivilbevölkerung. In Nordhausen gab es nur zwei den
Bunkern gleichzusetzenden Stollen (Ausführung in Beton und Holz nach Pionierstollenart):
„Felsenkeller“ am unteren Gehegeausgang (für 500 Personen) und „Neuer Weg“ (für 1.000 Personen).

Geplant war ein unter der Stadtmauer verlaufender 450 Meter langer Stollen, dessen 3 Eingänge
50 Meter nördlich der „Wassertreppe“, am „Johannishof“ (damals Lagerplatz der Firma Hetzel) und
gegenüber der Einmündung der „Johannisgasse“ in den „Neuen Weg“ liegen sollten.

 

 

Aufgrund der großen Stollenlängen sollten durch die Firma H. Angers Söhne im Garten der "Finkenburg"
und am südlichen Ende des Hauptstollens zwei verrohrte Wetterbohrlöcher niedergebracht und durch
aufgesetzte Kamine geschützt werden.

Der Bau der Stollenmundlöcher an der „Wassertreppe“ und am „Johannishof“ begann am 2. November 1943.
Bauausführende Firma war die Firma Gebhard & Koenig Deutsche Schachtbau AG (später VEB Schachbau).
Da keine Originalpläne des Stollens erhalten sind, wurde im März 1999 eine Vermessung zur Dokumentation
dieser ausgedehnten Anlage durchgeführt. Der Stollen verläuft in seinem Hauptteil parallel zum
„Neuen Weg“, die beiden Zugangsstollen verlaufen rechtwinklig dazu vom Fuß des Berghanges her.
Ein vermuteter dritter Zugang aus der Oberstadt im Bereich der „Pfaffengasse“ ist reine Hypothese.
Schutzvorrichtungen wie Gasschleusen, Wasserversorgung, Sanitäreinrichtungen waren nicht vorgesehen
und sind auch nicht als Bauansätze erkennbar. Offenbar war eine elektrische Beleuchtung mit offenen
Freileitungen auf Isolatoren vorhanden. Spuren einer Möblierung mit Sitz- oder Liegegelegenheiten
fanden sich nicht.

In der Planung war vorgesehen, einen Stollenflügel weiter in Richtung „Lohmarkt“ zu treiben.
Das hier vorgesehene Mundloch gegenüber der „Johannisgasse“ war bereits in die dortige Bruchsteinmauer
gebrochen. Der Stollenflügel selbst ist aber aus Zeitgründen nicht fertig gestellt worden. Von den
beiden Wetterbohrlöchern kam nur eine Bohrung im Hof der „Loge“ nahe der „Finkenburg“ zur Ausführung.

 

 

Das allein noch befahrbare Mundloch an der „Johannistreppe“ ist jetzt unter Verschluss und der
Stollen derzeit unzugänglich.

Es bestand eine durchgehende Verbindung zwischen dem jetzt vermauerten Mundloch an der „Wassertreppe“
und dem Mundloch am „Johannishof“. Der Eingangsstollen an der „Wassertreppe“ führte geradlinig
Richtung „Finkenburg“. Auf etwa der Hälfte der Stollenlänge zweigte der Hauptstollen Richtung
„Johannishof“ ab. Am Ende des Zugangsstollens mündete das mit einer beweglichen Metallklappe
verschlossene, nach oben in den Hof der „Loge“ führende Lüftungsrohr. Durch die Druckwellen
der Bombendetonationen bewegte sich dieser Verschlussdeckel so heftig, dass die Menschen im
Stollen den Lärm kaum ertragen konnten.

Über die Situation im Stollen während der Bombenangriffe vom 3. Und 4. April 1945 gibt die bisher
veröffentlichte Literatur so gut wie keine Auskunft. Am Tag des ersten Flächenbombardements auf
Nordhausen, den 3. April 1945, war der Stollen Zufluchtsort für viele Nordhäuser. Etwa tausend
Menschen, vorrangig Arbeiterinnen der nahe gelegenen Fabriken, suchten Schutz im Stollen.
Viele der Menschen blieben dort in der folgenden Nacht.

Am 4. April gegen neun Uhr war wieder Alarm. Vielen Nordhäusern war die Wucht des ersten
Angriffs bewusst geworden und sie empfanden ihre Hauskeller als zu unsicher. Sie suchten
deshalb verstärkt die öffentlichen Luftschutzanlagen auf. Im Stollensystem am „Neuen Weg“
befanden sich während des zweiten Angriffs über 2.000 Menschen, diesmal vorrangig Frauen
und Kinder, die dicht gedrängt in totaler Finsternis den Angriff erwarteten. Die unzureichende
Belüftung, die Finsternis und das Beben der Erde löste bei vielen Menschen panische Angst aus.
Staub- und Rauchschwaden zogen in den Stollen. Für viele Menschen im Stollen war der verheerende
Bombenangriff ein traumatisches Ereignis. Die wenig mehr als zwanzig Minuten des Angriffs
wurden zur Ewigkeit.

Nach Beendigung des Angriffs verließen die Menschen den Stollen und sahen das ganze Ausmaß
der sinnlosen Zerstörung ihrer Stadt, den Tod bekannter Mitmenschen und die Vernichtung

ihres eigenen Hab und Guts.

 

Insgesamt fielen an diesen beiden Tagen 6.514 Bomben auf Nordhausen. Am zweiten Angriffstag
wurden 3.823 Mienenbomben (1.314 MB 500 USA, 2.278 MB 500 MC und 231 MB 4.000 HC) abgeworfen.

Das nach dem 861. und zugleich auch letztem Sirenensignal folgende Bombardement hatte zur Folge,
dass ca. 75 Prozent der Stadt Nordhausen vollständig in Trümmern lag und insgesamt
ca. 8.800 Menschenleben vernichtet waren.

(Quelle: Alle Text und Bildinhalte wurden dem 29. Band „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen“, Herausgeber: Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, Stadtarchiv und Museum Tabakspeicher, ISBN 3-929767-62-7, dem Heft "Nordhäuser Nachrichten, 20.Jahrgang, 2.Quartal, 1. Juni2011" sowie dem Buch „Nordhausen im Bombenvisier“, Herausgeber Walter Geiger, Nordhausen, ISBN 3-929767-43-0 entnommen)

 

Der Cache liegt nicht an den oben genannten Koordinaten...

Additional Hints (Decrypt)

xavyerclu

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)