Die Pfarrkirche von Terfens liegt am Rande des alten Dorfes auf einem Wiesenplateau über dem Larchtal, welches sich gegen Neuterfens erstreckt.
Eine Kirche wird in Terfens bereits 1337 urkundlich erwähnt, um 1400 aber bedeutend vergrößert und gotisiert! Um 1510/15 wurde sie von Jenewein Angerer, einem einfachen Werkmeister der Schwazer Bauhütte in die heutige spätgotische Form gebracht! Sie präsentiert sich als schlichter hoher Bau mit breitem dreijochigen Langhaus und schmalem versetzten einjochigen Chor. Der Turm weist gekoppelte Schallfenster und einen gedrungenen Spitzgiebelhelm auf. Größter Schmuck des Äusseren ist das 1969 aufgedeckte Christophorusfresko von 1470! Das Innere wurde 1767 barockisiert und von Christoph Anton Mayr mit Fresken samt Scheinstukkaturen ausgemalt. Sie stellen im Chor die Gloria der heiligen Juliana und an der Chorwand den Schutz der Haustiere durch die Heilige dar! Im Langhaus sind die betende Patronin mit Reliquien eines Heiligen, die Patronin als Fürbitterin und acht Medailions aus ihrem Leben zu sehen!
Wer war denn diese "Juliana"?
Juliana von Nikomedien wurde 285 wahrscheinlich in Cumae nahe Neapel in Italien geboren! Sie übersiedelte mit ihrer Familie aber bald nach Nikomedien, einer antiken Landschaft nahe dem heutigen Izmit in der Türkei. Von ihrem Vater Africanus, einem hartnäckigen Heiden war sie bereits dem Statthalter Eleusuis versprochen, verweigerte aber als bekehrte Christin die Ehe! In seinem Zorn lieferte der Vater seine Tochter den Römern aus, worauf sie dann 304 nach grausamer Folter enthauptet wurde! Die antike Märtyerin gilt als Helferin bei Geburten und Krankheiten und passt deshalb gut zum alten Bauerndorf Terfens! Deshalb sollte sie nicht mit der Südtiroler Weinheiligen Justina, ebenfalls Märtyerin, verwechselt werden!