Dieser Cache war ursprünglich als Earthcache geplant, wurde jedoch leider sowohl vom Reviewer als auch vom Groundspeak-HQ als solcher abgelehnt. Nun ist es "nur" ein Multi geworden, dessen einstige Bestimmung ihm aber noch deutlich anzumerken ist. Ihr werdet also etwas lernen und das Gelernte gleich anwenden... ;-) Viel Spaß!
Wurde in vergangenen Erdzeitaltern ein verstorbenes Tier oder eine Pflanze zum Beispiel am Meeresgrund zügig durch Sedimentschichten luftdicht abgedeckt, konnte es durch langwierige Prozesse über viele Jahrtausende versteinern. Ein Fossil entstand, ein versteinerter Überrest bzw. eine Spur einstiger Lebewesen auf der Erde.
Naturgemäß findet man Fossilien heute vor allem an den Küsten (hier z. B. die bekannten Donnerkeile) und in Steinbrüchen. Doch von dort haben sie es auch - weitgehend unbemerkt - in unsere Innenstädte geschafft: Gesteine wie der sogenannte Jura-Marmor, ein sehr fossilienreicher Kalkstein aus dem Gebiet der Fränkischen Alb, sind beliebte Baustoffe.
Einige der folgenden Fossilien haben es sich in der Halleschen Innenstadt gemütlich gemacht und Ihr solltet sie genau studieren, bevor Ihr Euch auf eine kleine geologische Wanderung zu Ihren "Wohnstätten" begebt.
Seelilien

Trotz ihres Namens und Aussehens handelt es sich bei Seelilien nicht um Pflanzen, sondern um Tiere, welche seit dem Kambrium in den Weltmeeren verbreitet sind und im mittleren und späten Paläozoikum (Erdaltertum) massenhaft auftraten. Sie gehören zu den sogenannten Stachelhäutern und bestehen aus einer Krone und einem Stiel, der mit einer Wurzel am Untergrund verhaftet ist. Die Stiele konnten bis zu 20 m lang werden und bestehen aus zahlreichen ringförmigen Segmenten. Diese Seelilienstielglieder (siehe Abbildung oben) kommen im Gegensatz zu kompletten Seelilienskeletten fossil sehr häufig vor.
Ammoniten

Ammoniten sind eine ausgestorbene Gruppe der in den Meeren lebenden Kopffüßer und eng mit den heute lebenden Tintenfischen verwandt. Ihren Namen erhielten sie bereits in der Antike nach der römischen Bezeichnung Ammon für den altägyptischen Sonnengott Amun-Re. Dieser trug am Kopf Widderhörner, an welche die eingerollten Gehäuse der Ammoniten erinnern. Die Gehäuse unterteilen sich bei allen Ammonitenarten in zwei Bereiche: die Wohnkammer und das gekammerte Phragmokon, welches mit Gas bzw. Flüssigkeit gefüllt werden konnte und so - ähnlich wie bei U-Booten - den Auftrieb regulierte. Die einzelnen Kammerscheidewände des Phragmokons sind bei guter Erhaltung im Längsschnitt eines Ammoniten noch erkennbar. Ammoniten kommen ab dem Devon bis zum Ende der Kreide weltweit zahlreich vor und gelten daher als sogenanntes Leitfossil.
Belemniten

Belemniten gehören ebenfalls zu den Kopffüßern und sind heute ausgestorben. Wie bei den Ammoniten geht die vom griechischen Wort für Blitz oder Geschoss abgeleitete Bezeichnung für diese im freien Wasser lebenden Schwarmtiere auf ihre Form zurück. Das hintere Ende ihres Innenskeletts, das sogenannte Rostrum, ist der bekannte Donnerkeil vom Ostseestrand. Die Gehäusespitze diente als Gegengewicht zum direkt davor sitzenden, mit Gas gefüllten Phragmokon, welches analog zu den Ammoniten in einzelne Kammern unterteilt ist. Erste Belemniten treten bereits im frühen Karbon erstmals auf und in Jura und Kreide erleben sie eine regelrechte Blütezeit, bevor sie in der Oberkreide aus den Meeren verschwinden.
Trilobiten

Zur Gruppe der Gliederfüßer zählen die seit dem Ende des Perm ausgestorbenen Trilobiten, die ihren Namen der Dreiteilung ihres Körpers in Kopfschild, Rumpf und Schwanzschild verdanken. Am Kopfschild saßen zwei lange Gliederantennen, die wohl als Sinnesorgane dienten. Die meisten Trilobitenarten erreichten eine Körpergröße von drei bis zehn Zentimeter. Sie lebten ausschließlich im Meer und konnten sich mit ihren paarweise unter den Körpersegmenten angeordneten Beinen auf dem Meeresboden fortbewegen. Neben den als Fossilien häufig zu findenden Exoskeletten der Tiere sind ihre Lauf- bzw. Grabspuren ebenfalls zahlreich fossil erhalten.
Schwämme

Schwämme sind einfach gebaute Organismen von wenigen Millimetern bis zu drei Metern Größe, die bis heute in erster Linie in den Meeren leben. Ihr Körper hat vereinfacht beschrieben eine Schlauchform, welche am unteren Ende festgewachsen ist und oben eine Öffnung aufweist. Die Körperwand ist mit unzähligen Porenöffnungen zur Nahrungs- und Sauerstoffaufnahme versehen und hat zudem ein Innenskelett aus winzigen Kieselsäure- oder Kalknadeln, die eine fossile Erhaltung ermöglichen. Solche Arten gibt es seit dem unteren Kambrium und vor allem im Ordovizium, im Oberen Jura und in der Kreide.

Bevor Ihr nun loszieht, beachtet unbedingt noch folgende Punkte:
1. Nicht alle Stationen sind rund um die Uhr erreichbar! Beachtet die Öffnungszeiten der Händelgalerie und des Stadtcenters Rolltreppe!
2. Nehmt unbedingt ein Maßband, Lineal, Zollstock oder ähnliches zum Messen mit!
3. Nehmt Euch Zeit für die Runde und schaut Euch an den Stationen sehr aufmerksam um. Je länger man die Steinplatten betrachtet, desto mehr Fossilien findet man. ;-)
Alles klar? Dann auf zum Start und los geht's:
Station 1: Universitätsplatz 5
a) Welche Fossilien findet Ihr am Sockel des Juridicums im Bereich der Cafeteria? Sind es Seelilien (A=197), Schwämme (A=224) oder Ammoniten (A=261)?
b) Geht gegen den Uhrzeigersinn um das Gebäude herum auf dessen Rückseite in die Spiegelstraße, vorbei an der Tiefgarageneinfahrt bis zu einer kleinen Glastür mit der Aufschrift Juridicum. Dort könnt Ihr links von der Tür zwei identische Fossilien sehen. Gehören sie zu den Gliederfüßern (B=92), Stachelhäutern (B=124) oder Kopffüßern (B=166)?
Station 2: Kleine Marktstraße 7
Welche beiden Fossilienarten sind hier zu entdecken? Schaut genau hin! Seht Ihr Schwämme und Ammoniten (C=155), Schwämme und Belemniten (C=185) oder Seelilien und Ammoniten (C=199)?
Station 3: Große Ulrichstraße 9 (Öffnungszeiten beachten!)
Geht durch die Händelgalerie und schaut Euch die Wandverkleidung im Bereich der großen Treppe an. Welche drei der fünf verschiedenen im Listing vorgestellten Fossilien verstecken sich hier? Um D zu erhalten addiert die Buchstabenwerte ihrer Anfangsbuchstaben!
Station 4: Große Ulrichstraße 59 (Öffnungszeiten beachten!)
Das Stadtcenter Rolltreppe ist ein wahres Fossilienparadies! Bei jedem Schritt könnt Ihr auf dem Boden etwas Neues entdecken. Die hier zu lösenden Aufgaben führen Euch zu zwei besonders schönen Exemplaren.
a) Vor dem Haupteingang zur Gourmetage seht Ihr einen stattlichen Ammoniten mit deutlich zu erkennender Kammerung des Phragmokons. Bestimmt den Durchmesser des erhaltenen Gehäuses und messt dabei aus Richtung der Ecke der Steinplatte zur diagonal gegenüberliegenden Ecke. Das Ergebnis Eurer Messung (rundet auf volle Zentimeter) ist E. Hinweis: Es ist eine ungerade Zahl.
b) Zwischen den beiden Freisitzen im Zentralteil des Stadtcenters befindet sich ein großer und gut erhaltener Belemnit mit schön gemustertem Rostrum und teilweise erhaltenem Phragmokon. In welche Nebenhimmelsrichtung (zweiteiliges Wort!) weist die Spitze seines Rostrums? Bildet für F den Buchstabenwortwert!
c) Wie viele Millionen Jahre alt kann das hier verbaute Gestein aufgrund der gemeinsam vorkommenden Fossilien schätzungsweise maximal sein? Sind es 410, 350 oder 66? Nehmt die richtige Zahl als G!
Station 5: Hansering 7
Unter den links vom Hauseingang angebrachten Schildern ist ein sehr schönes Fossil zu sehen. Messt für H dessen Größe in Zentimeter (rundet auf volle Zentimeter)!
Station 6: Dorotheenstraße 17/18
Welche Fossilien findet Ihr auf den am Sockel des Hauses verbauten Steinplatten am häufigsten? Sind es Ammoniten, Trilobiten oder Seelilien? Bildet für I den Buchstabenwortwert (Plural) der richtigen Antwort!
Final: N 51° 28. A + C + D x E + I E 11° 58. B + F + E x H + G
Wir würden uns freuen, wenn Ihr Eurem Log Fotos von Euren Fossilienfunden an den Stationen (natürlich nicht zu verräterisch und ohne Nennung des Ortes!) und vor allem von weiteren, im Listing nicht genannten Fundstellen in der Innenstadt beifügt!
Für alle, die sich unsicher sind:
