
Nördlich von Meinhard-Grebendorf liegen die so genannten Sandhöhlen, wo die Einwohner des Dorfes, in früheren Zeiten, in selbst gegrabenen Höhlen im Sandsteinsediment, den feinen, weißen Stuben- bzw. Scheuersand, abgebaut haben. Diese Tätigkeit brachte ihnen den Spitznamen "Sandhasen" ein.
Zunächst einmal: was sind Sandsteine?
Sandsteine sind Ablagerungs- oder Sedimentgesteine, die aus lockerem Sand, dem Sediment, durch Verfestigung entstanden sind. Unter Sedimenten versteht man "nach Transport abgelagerte Produkte mechanischer und chemischer Verwitterung". Transportmittel sind im wesentlichen Wasser, Wind und Eis. Die Ablagerung des Sandes erfolgt aufgrund der Schwerkraft durch mechanischen Absatz. Die in Sandsteinfolgen zu beobachtende Bankung ist zurück zu führen auf wiederholte Sedimentationsunterbrechungen.
Und wie entsteht Sandstein?
Die (Quarz-)Sandkörner bilden nach ihrer Ablagerung ein Lockersediment. Die einzelnen Körner lagern sich nach Art einer Kugelpackung aneinander, so dass zwischen den Mineralkörnern ein zumeist wassergefüllter Raum verbleibt, der Porenraum. Dieser Porenraum, die Porosität, beträgt bei lockeren Sanden 30 - 50 Vol.-%.
Aus einem solchen Lockersediment wird durch Diagenese ein Festgestein. Diagenese ist die Bezeichnung für die Umbildung lockerer Ablagerungen zu festen Gesteinen durch mehr oder weniger langzeitige Wirkung von Druck, Temperatur, chemischer Lösung und Abscheidung.
Der Verlauf der Diagenese und die Intensität der diagenetischen Verfestigung hängen von der mineralogischen Zusammensetzung des Lockersediments, dem Auflastdruck und den im Porenwasser gelösten Stoffe ab.
Die Kornbindung wird durch das Bindemittel bewirkt, das karbonatisch, tonig, quarzitisch (kieselig) oder eine Kombination dieser drei sein kann.
Das Bindemittel, wird auch als Zement, die Bindung als Zementation bezeichnet und hat einen wesentlichen Einfluss auf die Festigkeit und sonstigen technischen Eigenschaften des Gesteins. Ist das Bindemittel nur spärlich vorhanden, ist das Gestein mürbe und "sandet ab".
Reichlich vorhandenes Bindemittel sorgt nicht nur für einen festen Zusammenhalt der Sandkörner, sondern trägt auch zur Verkleinerung des Porenvolumens und damit zur Verringerung des Wasseraufnahmevermögens bei.
Führt ein Sandstein Komponenten, deren Durchmesser 2 mm übersteigt, wird er als Konglomeratischer Sandstein bezeichnet.
Sandsteine mit Anteilen von Korngrößen unter 0,063mm oder 0,002mm werden schluffige bzw. tonige Sandsteine genannt.
Tonige Sandsteine sind häufig stark porös, neigen zum hygrischen Quellen und haben eine geringere Festigkeit und damit auch eine geringere Resistenz gegen Verwitterungseinflüsse als Sandsteine mit kieseligem Bindemittel.
Und was ist nun "Stubensandstein"?

Stubensandsteinklumpen weiss
Stubensandstein ist sehr verwitterungsanfällig. Die Schichten lassen sich leicht zu Sand zermahlen, der dann vorwiegend bei der Mörtelherstellung genutzt wird. Die bröselige Struktur des karbonatischen Stubensandsteins macht ihn zu einem guten Scheuersand für Holzböden, wodurch er auch seinen charakteristischen Namen erhielt. Der Stubensandstein ist sehr Wasser aufnahmefähig und verhältnismäßig porös, sodass er sich leicht aus den anderen Schichten herauslöst und erodiert.
Jezt wird's bunt: wie bilden sich Farben im Sandstein?
Die Färbung von Sandsteinen wird meistens von mineralischen, seltener von organischen Beimengungen hervorgerufen. Insbesondere eisenhaltige Mineralien bewirken eine Färbung
Ein Sandstein aus reinem Quarzsand ist entsprechend der Farbe der Quarzkörner im Gesamtbild hellgrau bis weiß.
Die Rotfärbung des Buntsandsteins wird durch das Eisenmineral Hämatit (Roteisenstein) bewirkt, welches als dünne Häutchen die Quarzsandkörner umhüllt.
Auffällig in roten Sandsteinen sind weiße fleckenartige Bleichungszonen, deren Entstehung auf organische Bestandteile zurückzuführen ist. Durch die Zersetzung entstehen, um die organischen Partikel herum, sogenannte Reduktionshöfe, innerhalb derer das Gestein gebleicht wird. Innerhalb der Reduktionshöfe wird das dreiwertige Eisen in seine wasserlösliche zweiwertige Form über- und mit dem Wasser abgeführt und das Gestein somit entfärbt. Solche Bleichungszonen können einen Durchmesser von wenigen Millimetern, aber auch einigen Zentimetern erreichen.
Gelblichbraune bis braune Färbungen beruhen auf der Anwesenheit von Limonit (Brauneisenstein), der häufig in Form von Schlieren und konzentrisch angeordneten Ringen, den Liesegangschen Fällungsringen, aber auch fein verteilt oder in kleinen Nestern im Gestein vorkommt.
Organische Einschlüsse, die von Pflanzenresten stammen, erzeugen schwarze bis schwarzbraune Flitter, Überzüge oder Häutchen.
Z u r B e a c h t u n g:
Dieser Earth Cache zeigt eine erdgeschichtliche Sehenswürdigkeit der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Sie dienen aber auch als Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.
Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur. Es ist nicht erforderlich und nicht erlaubt solche Naturräume zu beschädigen (Steine schlagen, Pflanzen zu entnehmen etc.).
Die geologische Formation ist frei zugänglich, doch Vorsicht! Bitte seid auch auf eure eigene Sicherheit bedacht und verhaltet euch entsprechend.
Kommen wir nun zum Thema dieses Earthcaches, dem Stubensand, zurück.
Um diesen Earthcache zu loggen beantwortet bitte folgende Aufgaben:
Aufgabe 1 – N 51 12.784 E 010 04.533 - Listingkoordinaten
Begebt euch zu dem Gebiet der so genannten „Sandhöhlen“, steigt hinauf zu den Koordianten und fasst zusammen, wie sich dieser Aufschluss in Farbgebung, Struktur, Höhe, Breite darstellt.
Streicht mit der Hand über das Sediment, was stellt ihr fest?
Aufgabe 2 – N 51 12.797 E 010 04.525 - Referenzpunkt 1

Das Sediment unterscheidet sich komplett von dem vorher betrachteten Aufschluss. Fasst kurz die Unterschiede zusammen und beschreibt, wo sich das „Gesteinsband“ mit den, im Foto abgebildeten, charakteristischen Bleichungszonen befindet und schätzt, wie stark es ist.
Aufgabe 3
Verflixt, was waren noch mal Reduktionshöfe?
Beschreibt kurz, was die Geologie darunter versteht.
Aufgabe 4
Was meint ihr, welche der gelisteten und von euch betrachteten Aufschlüsse beherbergen noch Restbestände des Stuben- bzw. Scheuersandes, der einst von den „Sandhasen“ abgebaut wurde?
Bitte schickt eure Antworten über mein Profil. Ihr müsst nicht auf eine Logfreigabe warten.
Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich.
Geloggte Besuche, von denen ich keine Mail bekommen habe, werden gelöscht.
Ein Foto, von einem der herumliegenden Sedimentbrocken stellt ihr bitte beim Logeintrag mit ein, dies ist eine Logbedingung.
Viel Spaß beim Erkunden wünscht euch
Herbalwitch1965
Quellen: Wikipedia, Steine und Mineralien, Fanfarenzug Meinhard-Grebendorf, eigene Fotos