Alles begann mit der Gründung der St.-Magnus-Pfarrei im 10. Jahrhundert. Rund um die mit Schutzanlagen versehene Wehrkirche wurden sogenannte “Spieker” errichtet. In Friedenszeiten dienten sie als Getreidespeicher, in Kriegszeiten jedoch suchten die Bauern aus der Umgebung hier Schutz für sich und ihr Vieh. Die ursprüngliche Anlage wurde also zu Recht als Kirchhofsburg bezeichnet. Im Laufe der Zeit wurden die Spieker zu Wohnstätten umgewandelt, und die Siedlung an der Kirche wurde langsam ein richtiges Dorf, in dem sich Tagelöhner, Händler und die ersten Handwerker niederließen.
Alverskirchen entstand ebenfalls durch die Gründung einer Kirche, geweiht der heiligen Agatha, Beschützerin vor Feuersnot. Nach den geschichtlichen Quellen wurde um 1200 unter Bischof Hermann II die Alverskirchener Pfarrkirche errichtet. Ein Mann namens Albin, Alvin, Albrie oder Alvrie hat entweder den Boden für den Kirchbau zur Verfügung gestellt oder die Kirche selbst erbauen lassen – daher der Name Alvinskerken, der später zu Alverskirchen wurde. Um diese Kirche herum siedelten sich Familien an, für eine Dorfgründung war damit der Grundstein gelegt.
Das Leben der Landbevölkerung war hart, die Zeiten unbeständig. Jahrzehnte des Friedens und des Wohlstandes wechselten sich ab mit Missernten, Hungersnöten und Pestepidemien. Aber auch das Feuer war eine ständige Gefahr. Immer wieder gingen Alverskirchen und Everswinkel in Flammen auf, sei es aus Unachtsamkeit oder Funkenflug – oder auch durch brandschatzende feindliche Soldaten. Besonders im 16. Und 17. Jahrhundert litt die Region fast ununterbrochen unter Kriegswirren. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs waren viele Höfe verlassen. Das Land brauchte viele Jahre, um sich davon zu erholen.
Im 18. Jahrhundert arbeiteten die Dorfbewohner von Everswinkel und Alverskirchen als Händler, Kaufleute, Tagelöhner und Handwerker. Nebenbei betrieben sie alle Landwirtschaft, denn nur vom Gewerbe konnten sie sich und ihre Familien nicht ernähren.