Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808 – 1861) war ein Leipziger Orthopäde. Er erkannte schnell, dass sich das Bewegungsverhalten der Kinder mit Beginn der Industrialisierung stark verändert hatte; wurde er doch als Leiter der orthopädischen Heilanstalt täglich mit den gesundheitlichen Folgen konfrontiert. Gemeinsam mit Carl Ernst Bock entwickelte er u.a. das "diätetisch-orthopädische Konzept zur Erzielung von Gesundheit durch körperliche Ertüchtigung“.
Der Schuldirektor Ernst Innozent Hauschild (1808-1866) setzte das von Schreber entwickelte Konzept um und gründete ihm zu Ehren den ersten „Schreberverein". Der Schul- und Erziehungsverein feierte 1865 die Einweihung des ersten „Schreberplatzes“ am Johannapark. Dieser war anfänglich nur eine Spielwiese, auf der – in Umsetzung von Schrebers Vorstellungen – Kinder von Fabrikarbeitern unter pädagogischer Anleitung spielen und turnen konnten.
Der Lehrer Heinrich Karl Gesell erweiterte das Konzept und ließ später am Rande des Platzes kleine Beete anlegen. Mit der Zeit übernahmen die Eltern die sogenannten "Kinderbeete". Somit entstanden "Familienbeete", die später in Parzellen aufgeteilt und umzäunt wurden. Der ersten Schrebergartenanlage sollten bald viele folgen.
Heute gibt es in Leipzig rund 270 Kleingartenvereine mit beachtlichen 39.000 Parzellen. Inwieweit die Stadtjugend hier noch der körperlichen Ertüchtigung im Sinne des Namensgebers nachgeht? ;-)
LIEBE CACHER: BITTE DEN CACHE MIT DEM DECKEL NACH UNTEN PLATZIEREN, DAMIT DER NÄCHSTE AUCH RANKOMMT - DANKE