Allgemeines
Jeder Hamburger kennt sie, unsere Elbe. Ein mitteleuropäischer Strom, der in Tschechien in einem Riesengebirge entspringt und sich mit knapp 1.100 Kilometer einmal quer durch Deutschland zieht. Vorbei an Burgen, Altstädten und Schlössern fließt die Elbe durch wunderschöne Täler bis zum Hamburger Hafen und schlussendlich in die Nordsee. Auf ihrem Weg durchquert sie eine Vielzahl von geologisch bedeutsamen Gebieten und Landschaften. Der Verlauf unterteilt sich dabei in Ober-, Mittel- und Unterelbe bis zur Mündung bei Cuxhaven.

Die Elbe in ständiger Bewegung
Nicht nur das Wasser der Elbe ist ständig in Bewegung, auch die Elbe in ihrer Form ist in ständiger Bewegung. So hat beispielsweise der Mündungsbereich in jüngster Vergangenheit erheblich geomorphologische Änderungen erfahren. Zum Ende der Weichseleiszeit bestand der gesamte südliche Teil der Nordsee noch aus Landfläche und die Elbmündung mehrere hundert Kilometer weiter nordwestlich, die heute mitten in der Nordsee liegt. Eine große Rolle hat dabei Sand eingenommen, weswegen die Elbe auch gerne als Sandfluss bezeichnet wird. Auf ihrem Weg in die Nordsee durchbricht und erodiert sie Sandsteingebirge und verläuft im Tieflandteil Urstromtäler über pleistozänen Sandablagerungen und holozänen Sedimenten. Zeitzeugen sind hier die bekannten Findlinge, die man an vielen Stellen der Mittel- und Unterelbe geborgen hat. Blickt man speziell auf den Unterlauf der Elbe bis zur Elbmündung, so hat sich an vielen Stellen Sand an den Ufern abgelagert.
Das Watt der Elbe
Neben Strandsand findet man an der Elbe auch an einigen Stellen Watt. Genauer gesagt handelt es sich hier um Süßwasserwatt. Dies konnte sich bilden, da auch die Elbe und damit verbunden das Süßwasser unter Tideeinfluss steht. Dies reicht von der Flussmündung bei Glückstadt bis zur Staustufe in Geesthacht. Die Wattflächen in der Elbe werden regelmäßig durch die Gezeiten von Ebbe und Flut trocken gelegt und überflutet. Ausgehend von der Strömungsgeschwindigkeit hat sich so Watt gebildet. In Bereich der Unterlauf spricht man hier von Ästuarwatten, die eine geomorphologische Besonderheit darstellen, denn dieses Watt wird nicht durch den maritimen Einfluss geprägt. Grund hierfür sind die fehlenden Wellenerosionen, die auf offener See entstehen und bis an die Küsten treffen. Bei Ästuarwatten spielen starke Tiedegeschehen die entscheidene Rolle. Das Material wird durch die Flussfracht gebildet und transportiert.
Rippel und Rippelmarken
Eine geologische Besonderheit, die es hier zu sehen gibt, sind die sogenannten Rippel oder Rippelmarken. Übersetzt spricht man hier von kleinen Wellen aus Sand, die sich durch Wasser- oder Windströmungen bilden können. Durch die starke Sedimentation, also die Ablagerung von Schwebstoffen und Sanden hier an der Elbe, wird eine Vielzahl von Bodenfracht im Wasser transportiert und bietet somit einen perfekten Ort für die Bildung von Rippeln.
Rippel entstehen, wenn die Strömung an der Grenzfläche des Bodens eine derart hohe Geschwindigkeit hat, dass Sandkörner in Bewegung versetzt werden. Um so eine Strömung an der Grenzfläche zu erreichen ist eine geringe Wassertiefe wichtig. Ausgangspunkte für die Bildung solcher Rippel sind Unebenheiten, an denen sich die Sandkörner hängen. Nach und nach entsteht so ein Hügel aus Sand. Entscheident ist hierbei, das Wasser auf den sich auftürmenden Hügel zufließt und auf den sogenannten Luvhang (Wasserströmung zugewandte Seite) trifft. An der Spitze des Hügels erreicht die Strömung eine sehr Höhe Geschwindigkeit, sodass sich am Leehang (Wasserströmung abgewandte Seite) ein Unterdruck bildet, es zu Verwirbelungen kommt und sich eine Vertiefung im Boden bildet. Durch den Wirbel werden die Sandkörner dann entgegengesetzt der Strömungsrichtung den Leehang hinauf transportiert und die markanten Rippel entstehen. Aufgrund unterschiedlicher Einwirkungen von Strömungen wird in der Geologie noch zwischen Strömungsrippel und Oszillationsrippel unterschieden.

Strömungsrippel
Die Strömungsrippel chararakterisieren sich durch eine asymmetrischen Form. Auf der Luvseite ist die Hangneigung eher flach, wohingegen eine steile Neigung auf der Leeseite zu erkennen ist. Wie auf dem Bild zur Rippelbildung zu erkennen ist, wandern die Sandkörner den Luvhang hinauf und am Leehang abgelagert. Die Strömungsrippel haben eine Länge von 5 bis 60 cm und sind 0,3 - 6 cm hoch. Der Kammverlauf verläuft fast gerade und alle Rippel ordnen sich gleichmäßig in Reihe an.

Oszillationsrippel
Die Oszillationsrippel charakterisieren sich durch eine symmetrische Form. Beide Seiten haben eine ähnliche Hangneigung und wirken gleichmäßig. Die Gleichmäßigkeit wird erreicht, wenn die Strömung aus unterschiedlichen Richtungen auf dem Rippel trifft. Das bedeutet, dass das Wasser nicht in die Richtung zurückfließt, wie die Welle hereinkam und es entstehen Pendelbewegungen. Dennoch können diese Rippel ebenso eine Länge von 5 bis 60 cm annehmen und 3 bis 5 cm hoch werden. Die Rippel ordnen sich weniger in Reihen und Linien und mehr als kleine Häufchen und Inseln an.
