Radtour (15) nach Stendal
Die Hansetradition der Altmark reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Salzwedel wurde 1263 Mitglied der "Gotländischen Gesellschaft", eine der Wurzeln der Hanse.
Für Stendal, Havelberg, Werben, Seehausen und Gardelegen ist die Mitgliedschaft ab 1358 nachgewiesen. Das Einladungsschreiben der Stadt Rostock zum Hansetag 1359 nach Lübeck ist Beleg dafür. Jedoch eine frühere Mitgliedschaft der schon damals bedeutenden Stadt Stendal ist wahrscheinlich.
Tangermündes Mitgliedschaft ist ab dem Jahr 1368 belegt. Die Stadt wird in einem Schreiben der wendischen Städte Wismar, Rostock, Lübeck und Strahlsund an zahlreiche Städte im Binnenland genannt. Die Empfänger wurden darin gebeten, ihre Herren und Fürsten sowie den ansässigen Adel zu bitten, keine Bündnisse mit Waldemar von Dänemark einzugehen.
Osterburgs erste Erwähnung als Hansestadt stammt sogar erst aus dem Jahr 1436. Die Stadt wird als Partner in einem Bündnis zum Schutz der Straßen und zum Wiederstand gegen den Landesherren genannt.
Während Salzwedel und Stendal in die Hanse hineingewachsen sein dürften, sind die anderen Städte der Altmark vermutlich durch die „Hintertür“ Mitglied im Hansebund geworden. Im Schatten der bedeutenderen Städte Stendal und Salzwedel und durch den Handel mit wichtigen Hansestädten haben sie wahrscheinlich ohne offizielle Aufnahme den Schritt in die hansische Familie geschafft.
Quelle: „Türme, Tore, stolze Bürger – Der Altmärkische Hansebund“ von Donald Lyko und Frank Mühllenberg