Die KulturGeschichtsPfade der Landeshauptstadt München sind Rundgänge entlang historisch bedeutsamer Orte und Ereignisse in Münchner Stadtvierteln.
Sie sind nach Stadtbezirken gegliedert und sollen zu einem flächendeckenden Netzwerk der Geschichte Münchens ausgebaut werden.
Münchnerinnen und Münchner sowie Auswärtige können mit den KulturGeschichtsPfaden lokale Besonderheiten der Stadtgeschichte entdecken. Die KulturGeschichtsPfade führen zu bedeutenden Bauwerken, geschichtsträchtigen Plätzen und Wohnungen oder Wirkungsstätten bemerkenswerter Persönlichkeiten des jeweiligen Bezirks.
Die offiziellen Broschüren der Landeshauptstadt München für die Rundgänge könnt ihr hier herunterladen.
Als Geocacher könnt ihr diese interessanten Pfade jetzt auch mit eurem Hobby kombinieren, indem ihr nebenbei ein paar Fragen beantwortet und euch auf eine kurze Dosensuche begebt. Damit der Multi nicht zu lange wird, habe ich diesen in 4 Teilabschnitte gegliedert. Aufgrund der weiten Strecke empfehle ich, die Runde mit dem Rad, oder der U-Bahn zu absolvieren. Grundsätzlich sollte der Multi auch rollstuhltauglich sein - für die lange Wegstecke und das Finale könnte eine Unterstützung aber empfehlenswert sein.
Wie bei den anderen KGPs auch, ist die Reihenfolge in der die Stationen besucht werden egal - das Listing orientiert sich an der "offiziellen" Reihenfolge der Broschüre des Kulturreferats.
Auf der Tour bieten sich noch ein paar Caches als "Beifang" an, die ich in dieser Liste gespeichert habe.
Teil #3: Rundgang durch Neuperlach
Theodor-Heuss-Platz
In der Ära von Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (1960 –1972) suchte die Stadt München einen Weg aus der anhaltenden Wohnungskrise. Im Stadtentwicklungsplan von 1963 wurde der Bau von drei Entlastungsstädten beschlossen, von denen nur Neuperlach verwirklicht wurde. Mit der »Rückkehr zur Urbanität« vollzog sich eine bewusste Abwendung von den 1930er und 1950er Jahren im Wohnungsbau. Die hochverdichtete »Trabantenstadt« sollte mit nahe gelegenen Arbeitsplätzen und einer guten Infrastruktur ausgestattet werden. Mit dem Gesamtprojekt, das für 80 000 künftige Einwohner auf einem Gebiet von ca. 1000 Hektar geplant war, wurde die gemeinnützige Gesellschaft Neue Heimat beauftragt, deren Zusammenbruch in den 1980er Jahren die Schwierigkeiten einer solchen Monopolstellung offenbarte.
Das Wohngebiet Mitte entstand in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre als eines von sechs Wohngebieten. Im Wohnring wurde die Verdichtung mit bis zu 18 Geschossen für 4500 Einwohner besonders ausgereizt. Hier sollte städtebaulich ein weithin ausstrahlendes Zentrum im Münchner Osten geschaffen werden.
Auf dem Theodor-Heuss-Platz bündelt der Sternbrunnen die Architektur des Wohnrings gewissermaßen im Kleinen.
Frage 1: Aus wievielen Stellen spritzt hier das Wasser (nur die Anzahl der Düsen, nicht die Strahlen je Düse) → A
Die Raumspindel (im Volksmund auch "Perlacher Mobile" genannt) von George M. Rickey wurde 1972 von der Neuen Heimat Bayern in Auftrag gegeben und stand lange an der Albert-Schweitzer-Straße. Weil sich das Mobile inzwischen als eine Art Wahrzeichen für Perlach etabliert hat, hatte es etliche Jahre einen prominenteren Standort neben dem Ende 2018 abgerissenen Kulturhaus gefunden und wurde jetzt (übergangsweise) hinter das pep verlegt.
Frage 2: Am Laternenpfahl neben der Spindel findet ihr Informationen zum Kunstwerk. So auch die Abmessungen. Wieviele m³ ergeben sich bei der Multiplikation der Werte→ B
Frage 3: An der Hauswand befindet sich ein offizielle gestaltetes Graffiti. Wieviele Lemuren sind hier zu sehen? → C
Neuperlach Zentrum
Neuperlach sollte anders als eine »Schlafstadt« auch mit einem Zentrum ausgestattet werden, in dem die Bürger über Einkaufsmöglichkeiten, kulturelle und Bildungsangebote, Dienstleistungsbetriebe sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen ihre alltäglichen Bedürfnisse befriedigen können. Außerdem wurde die Anbindung an das Münchner Nahverkehrssystem groß geschrieben, die mit der Eröffnung der U-Bahn-Endhaltestelle Neuperlach-Süd 1980 in vollem Umfang realisiert wurde.
Das Einkaufszentrum pep gilt heute (Stand 2009) als das umsatzstärkste Einkaufszentrum Deutschlands und bietet 2200 Arbeitsplätze. Das pep zieht samstags bis zu 60 000 Kunden (Stand 2009) auch aus anderen Stadtgebieten an.
Dagegen wird der Ausbau des Hanns-Seidel-Platzes zu einem Stadtteilzentrum erst jetzt angegangen. Städtebaulich ohne Anziehungskraft und in weiten Teilen als Parkplatz genutzt, wurde lange über dessen Neugestaltung diskutiert. Hier soll jetzt ab 2022 ein echter Hingucker die Neuperlacher Mitte prägen. Mehr als 30.000 Quadratmeter Geschossfläche sind im Perlach Plaza vorgesehen, und zwar für Einzelhandel, Gastronomie, ein Hotel, insgesamt 110 Mietwohnungen und dazu noch Studentenappartements.
Das Ensemble, bestehend aus vier Baukörpern setzt auf Bögen und Arkaden. Das Perlach Plaza soll eine attraktive Visitenkarte für die "neue Mitte" Neuperlachs werden. Inmitten des Neubauprojekts ist ein 5.000 Quadratmeter großer Park vorgesehen. Die Flächen im Passagengeschoss sind nicht nur an diesen Park direkt angebunden, sondern über einen neuen Zugang auch an die U-Bahnstation Neuperlach Zentrum sowie an das geplante neue Kulturzentrum.
Neuperlach hat über die Jahre sein kulturelles Angebot ausgebaut. Heute umfasst es von den Veranstaltungen im Kulturhaus Ramersdorf-Perlach, über die Kleinkunstaufführungen im »Pepper« auch zahlreiche Werke der bildenden Kunst, die sich verstreut im öffentlichen Raum finden.
Frage 4: Vor dem Haupteingang zum pep steht eine Litfaßsäule. auf dieser Litfaßsäule sind mehrere zylinderförmige Antennen. Wieviele (ohne die kegelförmige) →D
Europäische Schule München
Die Europäische Schule München ist eine von dreizehn Europäischen Schulen und eine von dreien in Deutschland. Sie wurde 1977 gegründet und zog 1981 an ihren jetzigen Standort in Neuperlach um. Sie wurde hauptsächlich zur Versorgung von Kindern des Personals des Europäischen Patentamts gegründet, ist aber auch offen für die Kinder von Angehörigen anderer europäischer Organisationen sowie einiger Vertragspartner. Private Bewerber werden nur in sehr geringem Umfang zugelassen. Die Schule bietet das Europäische Abitur als Abgangsqualifikation an.
Während der erste Abiturjahrgang nur 14 Schüler umfasste, nahm die Schülerzahl bald so zu, dass nach dem Umzug von 1981 ab 1994 temporäre Erweiterungen unumgänglich wurden und ein erheblicher Ausbau geplant wurde. 2004 wurde der Europabau für Veranstaltungen mit größerem Publikum errichtet. Die Grundschule wurde um einen dritten Stern erweitert. Infolge der EU-Osterweiterung kamen ab 2004 viele Lehrkräfte aus den neuen Mitgliedsstaaten hinzu und die Anzahl der Klassen wuchs. Das führte 2017 zu einer Jahrgangsstärke von 157 Kandidaten für das Europäische Abitur.
Frage 5: Hier vor dem Eingang zur Schule stehen mehrere geformte Betonkörper. Welcher der beiden Körper ganz rechts (mit Blick auf die Schule) ist höher als der andere? der linke (1), oder der rechte (2) →E
Neuperlach-Süd
Das Stadtviertel wird weithin mit einem Namen identifiziert: Siemens. In der Tat hat sich seit dem Baubeginn für das High-Tech-Zentrum im Jahr 1975 Neuperlach-Süd als einer der zentralen Standorte des Konzerns herausgebildet: Dazu gehört auch der große Komplex von Bosch-Siemens-Hausgeräte (B/S/H/).
Architektonisch wurde bei dem Siemens-High-Tech-Zentrum ein massiver Baukörper zugunsten einer gegliederten Wabenstruktur vermieden, die durch »Siemens-Seufzerbrücken« zusammengehalten wird. »Legoland« hat man als Namen für den Komplex gefunden, in dem die Versorgungsleitungen, Belüftungsrohre und Kommunikationswege in den Signalfarben Rot, Blau und Gelb gehalten sind.
Frage 6: Vor der Haupteinfahrt zum Siemens Komplex stehen 3 Schaltkästen. Wieviele davon tragen den Namen Siemens? →F
Die Zentrale von Bosch-Siemens-Hausgeräte wurde 2003 als das erste Feng-Shui Bürogebäude Europas angelegt und ist mit entsprechenden Grünflächen, Wasser und skulpturalen Stein-Elementen ausgestattet. Das Haus hat über 56.600 Quadratmeter Bürofläche und verfügt dabei über zwei mit Tropenpflanzen, geschwungenen Wegen und Wasserspielen ausgestattete überdachte Gartenanlagen, die ganzjährig begrünt sind. Der nördliche Teil des Gebäudes verfügt zudem über einen mit Glasdach versehenen Wintergarten. Dieser ist mit Pflanzen und Bäumen des Alpenvorlandes bestückt, sowie mit einigen asiatischen Palmen, Sträuchern und Bäumen. Zusätzlich wurden im Wintergarten die nach der Feng-Shui Theorie für den Energiefluss so wichtigen Wasserelemente angelegt.
Frage 7: Hier findest du eine u.a. mit Bambus bepflanzte "Insel", die von Wegen umgeben ist. Wieviele Bänke stehen unmittelbar an dieser Insel (ohne die abliegende Bank auf der anderen Seite des Weges)? →G
Das Finale Findet ihr bei N48° 5.(A+B+C-9) E011° 38.(754+D*E*F*G)