Radtour (21) nach Stendal
Hansetradition (Fortsetzung)
Die altmärkischen Städte versuchten später noch einmal die Wiederaufnahme, denn 1553 war es in London zu einer Wiederbelebung der Hanse gekommen. Vertreter aus Stendal, Salzwedel, Seehausen, Osterburg und Werben trafen sich 1554 in der Vogtei Meßdorf. Vermutlich waren auch Gardelegen und Tangermünde vertreten. Die Gesandten berieten mehrere Tage das Für und Wider einer erneuten Mitgliedschaft in der Hanse. Doch Einigkeit wurde nicht erzielt. Dennoch formulierten die Salzwedeler auf Wunsch von Stendal, Werben, Seehausen und Osterburg einen gemeinsamen Bittbrief an den Lübecker Hansetag. Doch die Hansemitglieder blieben kühl. Sie hatten noch nicht vergessen, dass die altmärkischen Städte aus eigenem Willen ausgetreten waren. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen, denn viele der stimmberechtigten Hansetagteilnehmer waren schon abgereist, als der Antrag behandelt werden sollte. Die Altmarkstädte bekamen also keine zweite Chance. Ein weiterer Vorstoß der Salzwedeler im Jahr darauf blieb ebenfalls erfolglos. Im Jahr 1604 soll es von Seiten der Hanse noch einmal einen Versuch gegeben haben, Stendal als Mitglied zu gewinnen. Für eine Wiederaufnahme gibt es jedoch keinen Beleg. Sie ist vermutlich nicht erfolgt.
Quelle: „Türme, Tore, stolze Bürger – Der Altmärkische Hansebund“ von Donald Lyko und Frank Mühllenberg