Schloss Strehla mit Trinkstübchen
Das Strehlaer Schloss zählt mit zu den ältesten und eindrucksvollsten Kulturdenkmälern der nordsächsischen Elblandschaft.
Strehla war ehemals ein strategisch wichtiger Ort. Hier führte die Via Regia durch die Elbe.
Schon vor 900 soll es an dieser Stelle einen slawischen Herrschersitz gegeben haben. Wahrscheinlich ist die Burg Strehla eine der ersten Gründungen in diesem Gebiet. Die Höhenburg wurde zum Schutz eines Flussübergangs in der Nähe einer Furt nach 928 erbaut.
1384 kam die Burg als Lehen an die Herren von Pflugk und blieb bis 1945 im Besitz der Familie Pflugk. Nach der Enteignung der Familie Pflugk wurde Schloss Strehla u. a. als Kinderheim und in der Nachwendezeit als Künstlerdomizil genutzt und ist seit 1994 in Privatbesitz.
Das Schloss bildet ein geschlossenes Geviert mit Architekturformen der Spätgotik und Renaissance.
Das Trinkstübchen
Der wohl architektonisch und künstlerisch am wertvollsten ausgestattete Raum im Schloss ist das Trinkstübchen. Es befindet sich im Südwestturm des Schlosses, hat eine Breite von nur 2,33 m, ist 6,50 m lang und 3,40 m hoch. Der Raum wurde 1532 mit reichen Ausmalungen versehen. Es ist die einzig bekannte Trinkstube der Renaissance.
Unter anderem wurden die Wandflächen mit Szenen einer Großwildjagd gestaltet. Auf der gegenüberliegenden Wand werden kriegerische Auseinandersetzungen dargestellt. Man erkennt ein Zeltlager, das von einem Zaun oder einer Mauer umgeben ist. Ein Tor mit Schlagbaum dient als Einfahrt.
Die Nähe der Malereien zu Lucas Cranach ist nicht zu übersehen. Es ist zeitlich durchaus möglich, dass sich der oder die in Strehla tätigen Maler an den Werken Lucas Cranach’s orientierten, denn dieser arbeitete zu gleicher Zeit im nur 35 Kilometer nördlich von Strehla gelegenen Schloss Hartenfels in Torgau. Von Cranach wissen wir, dass er mit seinen Söhnen und Angestellten einige Schlösser an der Elbe ausmalte, beziehungsweise dafür sogenannte Tüchlein anfertigte. Das sind bemalte Stoffbahnen, die man als Dekoration vor die Wände spannte.
Leider ist eine Besichtigung des Trinkstübchen nur selten möglich.
Im Bild ist der Erker des Trinkstübchen zu sehen. Im Innenhof gelangt man über eine Außentreppe zu den Räumlichkeiten.
Aus www.dresden-elbland.de und
Strehlaer Tageblatt vom Dezember 2008
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Am 3. Advent findet jedes Jahr ein weihnachtliches Schlossspektakel in den Schlosshöfen statt.