
Von 1941-1944 bestand hier neben dem damaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Jülich Süd, heute Instandsetzungswerk der Bundeswehr, ein Arbeitslager. Männer, Frauen und Kinder, besonders aus Russland, der Ukraine und Polen, aber auch aus Belgien waren in dem Lager untergebracht und wurden zum überwiegenden Teil im RAW, einige in der Landwirtschaft eingesetzt. Hinzu kamen 1943 für eine kurze Zeit auch zahlreiche Franzosen, die zuvor bei der Friedrich Krupp GmbH in Essen-Borbeck gearbeitet hatten. Niemand weiß, wie viele Menschen zu welcher Zeit im Lager untergebracht waren. Die Unterlagen gingen bei den Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkrieges verloren. Für viele Arbeiter war das Lager in Iktebach nur kurze Zwischenstation, entsprechend hoch war die Fluktuation. Ab Mitte 1944 war Jülich zunehmend alliierten Luftangriffen ausgesetzt. Viele Menschen fanden in der Stadt den Tod und zahlreiche Gebäude wurden zerstört. So verbrannten am 26. September 1944 vor dem Jülicher Rathaus auf einem Lastkraftwagen russische Arbeiterinnen. Die Zahl der Getöteten ist nicht bekannt. Unstrittig ist, dass bei dem schweren Bombenangriff auf das RAW am 29. September 1944 ca. 1500 Menschen im Lager waren. Sie durften keine Schutzräume aufsuchen und wurden bei der Essensausgabe von dem Luftangriff überrascht. Zeitzeugen berichten, daß nach dem Angriff die Baracken in Flammen standen und Männer, Frauen und Kinder schreiend aus dem Lager durch die zerstörten Stacheldrahtzäune liefen, verwundet, verstümmelt, teilweise nackt, mit angstverzerrten Gesichtern. Im Lager selbst ein Bild des Grauens: „Überall lagen zerfetzte Körperteile, das Stöhnen der Verletzten und Sterbenden war nicht zu überhören“, so eine Zeitzeugin. Die Chronik der Stadt Jülich spricht von 120 bis 400 Menschen, die beim Angriff umgekommen sein sollen. Die genaue Zahl der Opfer des Bombenangriffs wurde ebenso wenig festgestellt wie die Zahl der Gefangenen, die den Angriff zur Flucht nutzten oder die anderswohin verlegt wurden. Eine Lagerregistratur lässt sich in den Archiven nicht finden. Die Toten wurden in aller Eile in den Bombentrichtern des Lagers begraben. Nach dem Krieg wurde der Ort mit Pappeln bepflanzt und geriet bald in Vergessenheit. Über ihren Gräbern hat die Natur im Laufe vieler Jahre ein Dach der Ruhe geschaffen. Im Jahre 1985 hat sich die Jülicher Pax Christi Gruppe um Pfarrer Christian Ahlbach dieses Platzes angenommen und ihn durch ein Mahnmal gegen das Vergessen als Friedhof kenntlich gemacht. Der Bildhauer Friedel Denecke gestaltete das Stahlkreuz.
[Quelle: Öffentlich aufgestellte Informationstafel an der Gedenkstätte]
Wichtiger Hinweis : Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet/Biotop, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden.