Doch die wenigsten Nicht-Erfurter können sich unter dem Begriff "Erfurter Puffbohne" etwas vorstellen. Auch die Redewendung „Ich bin ‘ne rischdsche Buffbohne“ stiftet mehr Verwirrung, als sie Licht ins Dunkel bringt. Aber wer oder was ist diese Puffbohne eigentlich? Und warum sind die Erfurter so stolz auf ihre Puffbohne, dass sie ihr Tassen, Plüschtiere, T-Shirts und Co. widmen?
Allem voran ist die Puffbohne eine Bohnensorte, die besonders im Mittelmeerraum angebaut wurde. Seit dem Mittelalter gilt die „Saubohne“, wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch oft genannt wird, als beliebtes Nahrungsmittel. Durch den hohen Protein- und Stärkegehalt im Boden wurden die Puffbohnen gegenüber anderen Sorten besonders groß und nahrhaft, was sie damals zum idealen Arme-Leute-Essen machte.
Erfurt ist seit Jahrhunderten als Stadt des Gartenbaus bekannt. Der nährstoffreiche Boden sowie das milde Klima in Erfurt und Umgebung waren optimale Bedingungen für den Anbau der Puffbohne. Nach der Ernte wurden die Bohnen gekocht und konnten anschließend weiterverarbeitet werden. Während des Kochens pufften die Bohnen auf – was so viel wie größer werden bedeutet– und ihnen schließlich den Namen Puffbohne gab.
Echte Erfurter hatten immer eine Hand voll Puffbohnen in ihrer Tasche, wenn sie unterwegs waren. Sobald sie an einem Puffbohnen-Feld vorbeikamen zogen sie ihren Hut und grüßten die Puffbohnen, um so ihre Wertschätzung auszudrücken. Diese Geste brachte ihnen schnell den Spitznamen „Erfurter Puffbohne“ ein. Seitdem werden alle, die in Erfurt geboren werden, als Erfurter Puffbohne bezeichnet.