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Riesenstein in Klink EarthCache

Hidden : 11/13/2019
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Ihr befindet euch im Müritz-Nationalpark. Die offiziellen Wege müssen nicht verlassen werden.

Findlinge gibt es im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte massenhaft. Der Cache führt euch zum größten Findling des Müritzgebietes. Seinen Namen verdankt der Stein jedoch nicht seiner Größe, sondern einer Sage. Nach dieser schleuderte nämlich ein Riese den Stein aus der Müritz. Die 9 bzw. 10 vorhandenen Löcher im Stein wurden demnach als die Fingerabdrücke des Riesen gedeutet. Historisch belegt wurden aber Versuche, den Stein zu teilen und zu transportieren, wodurch die Löcher wirklich entstanden. Der Riesenstein widerstand jedoch beharrlich allen menschlichen Versuchen, ihn zu manipulieren. Nur Eis und Wasser konnten ihn vor langer Zeit bewegen beziehungsweise freilegen. Heute ist er als Geotop unter Schutz gestellt. Wissenschaftlich gesehen ist das Besondere an diesem Exemplar neben seiner Größe vor allem seine Lage. Er befindet sich auf einer Seeterrasse der Müritz an einem fossilen Binnenkliff.

(Abb.: Buch "Wo einst die wilden Riesen hausten" von Anja Weiss)



Die Entstehung von fossilen Kliffs und Seeterrassen

Jede stufenartige Geländeform mit ausgedehnter, ebener Fläche, die durch einen vorderseitigen Abfall (Terrassenböschung) begrenzt ist und einen rückseitigen Anstieg (Terrassenlehne) aufweisen kann, wird als Terrasse bezeichnet. Der Übergang zwischen Terrassenfläche und -böschung kann entweder scharfkantig oder sanft konvex ausgebildet sein. Häufiger zu sehen bekommt man Flussterrassen.
Diese werden gebildet durch Einschneiden eines Flusses in seinen alten Talboden und Seitenerosion. Flussterrassen werden vom Hochwasser nicht mehr überflutet. Bei wiederholter Einschneidung und Änderung der Fließrichtung kann sich eine mehrfache Stufung des Reliefs entwickeln. Aber auch an einigen Seen kann man Terrassenbildungen finden, wie hier an der Müritz. Seeterrassen entstehen in den randlichen Ablagerungen eines Sees beim Absinken des Seespiegelstandes. Somit muss sich also der Seespiegel der Müritz in der Vergangenheit mehrfach deutlich verändert haben.

Ein weiteres Zeichen für diese Seespiegelschwankungen ist das Vorhandensein eines fossilen Kliffs. Ein Kliff bezeichnet allgemein ein Steilufer. Hauptsächlich gibt es Kliffs an den Meeresküsten. Aber auch Binnengewässer können Steilufer besitzen. An den Meeresküsten sorgen die Wellen für die Abrasion, also Abtragung des Küstenmaterials. Das Kliff ist so lange aktiv, bis das Wasser die zurück gesetzte Küstenlinie irgendwann nicht mehr erreicht. Nun kommt das Kliff zur Ruhe. Solch eine Steilküste bezeichnet man als inaktives oder fossiles Kliff. Auch die Müritz besitzt mehrere fossile Kliffs. Diesen vorgelagert zum heutigen Seespiegel der Müritz hin findet man jeweils Seeterrassen. Die Kombination von Seeterrasse und fossilem Kliff lässt sich sehr gut am Riesenstein beobachten.

Die historischen Schwankungen des Seespiegels der Müritz

Die Müritz ist mit einer Fläche von 109 Quadratkilometern das größte Binnengewässer Norddeutschlands. Die Geburtsstunde der Müritz, wie auch der vielen tausend anderen Seen der Mecklenburger Seenplatte, liegt am Ende der Weichsel-Eiszeit vor rund 12.000 Jahren. Durch den gewaltigen Druck des sich bewegenden Eises wurde der Untergrund tief durchfurcht. Gleichzeitig schoben sich große Sandflächen an den Rändern auf. Ein bis zu einem Kilometer dicker Panzer aus Eis schmolz nach und nach ab. Schmelz- und Regenwasser füllten die ausgeschobenen Rinnen und Tiefen schnell auf. Wie auf der unteren Abbildung zu sehen, handelt es sich bei der Müritz um eine Kombination aus tieferen Rinnenbereichen und flachen Toteisbecken. Das sich zurückziehende Eis hinterließ riesige Mengen an Steinen und Findlingen, die Reisebegleiter aus Skandinavien.

Ursprünglich war die gesamte Mecklenburgische Seenplatte ein großer See, der sich infolge der Seespiegelabsenkung in mehrere kleinere miteinander verbundene Seen gliederte. Der Wasserstand in Seen des nordostdeutschen Tieflandes ist in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts gesunken, oft verursacht durch Eingriffe des Menschen, etwa die Trockenlegung von Böden für die Landwirtschaft oder Siedlungen. Eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ zeigt jetzt, dass es über Jahrtausende betrachtet weitaus drastischere Schwankungen der Seespiegel gegeben hat, vor allem in der Zeit, bevor der Mensch in den Wasserhaushalt eingegriffen hat. Untersuchungen belegen ein Auf und Ab von rund vier Metern nach oben und nach unten in den letzten 10.000 Jahren.


(Abb. wikipedia)
Seit dem Ende der Weichseleiszeit vor ca. 12.000 Jahren wurde in den Beckenbereichen unterhalb von 56,5 m ü.NN eine ununterbrochene Seephase nachgewiesen. In kälteren Phasen des Weichsel-Spätglazials wurde über Schwemmkegel und Windeinwehungen viel Material in die Seebecken eingetragen. Um 11.000 v.Chr. lag der Seespiegel noch unter 60 m ü.NN. Kalkreiche Mudden belegen die zunehmende Erwärmung der Müritz bei einem Seespiegel von 58-59 m ü. NN. Begleitet von Schwankungen, zeigt der Seespiegel erst seit ca. 3700 v. Chr. einen ansteigenden Trend und lag schließlich bis zum 12. Jahrhundert n.Chr. bei 60,6 m ü. NN. Als Ursache vermuten die Wissenschaftler eine Kombination aus Änderungen des Klimas und der Waldstruktur. So verbrauchten die frühholozänen Kiefernwälder (die ersten Wälder nach der Eiszeit) deutlich mehr Wasser und beeinflussten die Grundwasserneubildung negativ. Die nachfolgenden Laubwälder trugen dagegen unter anderem durch erhöhten Stammabfluss stärker zur Grundwasserneubildung bei.

Vom 13.-19. Jahrhundert wurde der Seespiegel mehrmals durch verschiedene Regulierungsarbeiten künstlich bis auf 64 m ü.NN angestaut und wieder gesenkt. Durch diese mehrfachen Überschwemmungen und Rückgänge des Wassers wurden immer wieder neue Uferlinien geschaffen. Es entstanden Seeterrassen und fossile Kliffs. Heute liegt der normale Seespiegel der Müritz bei 62 m ü. NN. Im Anhang findet ihr Abbildungen der verschiedenen Wasserstände.


Schaut euch den Riesenstein und seine Lage genau an und beantwortet dann bitte vor dem Loggen folgende Fragen:

1. Um welches Gestein handelt es sich und wie hoch über der Bodenoberfläche ist der Geschiebeblock sichtbar? (Infoschild)
2. Wie weit liegt der Riesenstein vom Fuß des fossilen Kliffs entfernt?
3. Schätzt die Breite der Seeterrasse in Höhe des Findlings (vom Kliff zum Ufer)!
4. Wie stark müsste der Seespiegel der Müritz theoretisch ansteigen, damit die Wellen das fossile Kliff wieder aktiv werden lassen und auch den Findling weiter frei spülen könnten?
5. Gibt es auf der Seeterrasse und am Ufer der Müritz weitere Steine?

Schickt eine Mail mit euren Antworten an mich! Nach dem Absenden der Antworten könnt ihr gleich loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich. Ihr braucht nicht die Logfreigabe abwarten! Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser geologischen Entdeckungsreise!




Quellen: Buch "Mecklenburgische Seenplatte" Streifzüge durch die Erdgeschichte von Andreas Börner, wikipedia, Spektrum.de, gfz-potsdam.de mueritz-digital.de

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