Ein bisschen Text zum Cache.
Am 21. März 1945 wurden auf dem rechtsrheinischen Kornsand gegenüber Nierstein fünf Niersteiner und ein Oppenheimer Bürger ermordet. Am selben Tag zogen amerikanische Truppen in die Gemeinden links des Rheins. Der Krieg dort war beendet.
Rechts des Rheins begingen verblendete Nationalsozialisten das Verbrechen, dem Cerry und Johann Eller, Georg Eberhardt, Rudolf Gruber, Nikolaus Lerch und und Jakob Schuch zum Opfer fielen. Sechs Menschen, von denen fünf dafür bekannt sind, dass sie den aufrechten Gang auch in den düsteren Zeiten des Naziregimes nicht verloren haben.
Drei Täter sitzen Jahre später auf der Anklagebank. Einer hat verleumdet, einer gerichtet, einer getötet. Die Zeugen, die sich auf dem Kornsand für eine letzte verlorene Schlacht hätten verheizen lassen sollen, weigern sich zwar die Erschießung vorzunehmen, aber sind sie nicht dennoch mitschuldig geworden? Durch wegschauen, Feigheit, durch Zulassen…
Die Tat auf dem Kornsand war das Ergebnis von politischer Verblendung, Verleumdung, Hass und menschlicher Verrohung. Sie steht bis heute symbolhaft für die Unmenschlichkeit und Unbarmherzigkeit der Nazi-Diktatur. Die Erinnerung an das Verbrechen muss deshalb wach gehalten werden.
Aus Anlass des 60. Jahrestages der Kornsand-Morde hat die Gemeinde Trebur die Ausstellung "Das Kornsand-Verbrechen" konzipiert und realisiert. Sie wird vom Geschichtsverein Nierstein in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt nun erstmals in Nierstein gezeigt.
Das Gedenken an das Verbrechen soll nicht nur die Opfer ehren. Vielmehr muss es die Selbstverpflichtung für heute und morgen beinhalten, für eine menschliche und solidarische Gesellschaft einzutreten. Dafür müssen wir alle einstehen.