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Seelilien aus dem Devon der Eifel EarthCache

Hidden : 8/9/2019
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Seelilien aus dem Devon der Eifel

Die Koordinaten führen euch auf einen Wirtschaftsweg, auf welchem immer wieder fossile Überreste von Wasserlilien, genauer gesagt Trochiten, angeschwemmt werden.
Seelilien findet man in einer sehr großen Artenvielfalt im Devon der Eifel, einem der klassischsten Fossiliensammelgebiete in Deutschland überhaupt.

Trochiten

Unter Trochiten versteht man die versteinerten ring- oder rädchenförmigen Glieder, aus denen sich der Stiel der Seelilien aufbaut. Die einzelnen Glieder haben in der Mitte eine Röhre als Nervenkanal. Die Seelilie trat ihrerzeit so massenhaft auf, dass sie u.a. auch in der Eifel gesteinsbildend wurde.
Dabei bilden diese die besondere Form des Crinoidenkalks, der auch als Trochitenkalk bezeichnet wird.


Trochiten




Trochiten (Fundstelle "Auf der Kopp", Bickendorf)



Die kalkhaltigen Hartteile der Seelilien sanken nach deren Tod zu Boden und bildeten mit der Zeit zunehmend mächtigere Ablagerungen. Während der Gesteinsbildung verdichtete und verfestigte sich das Lockermaterial allmählich zu Kalkgestein. Durch plattentektonische Bewegungen  können Gesteine, wie beispielsweise Crinoidenkalke, über große Entfernungen transportiert und im Zuge der Gebirgsbildung aufgefaltet werden.
 
Gegen Ende des Erdaltertums, am Ausgang der auf das Devon folgenden Karbon-Periode, wurden die überwiegend devonischen Gesteinsmassen zu einem gewaltigen hochalpinen, bis zu 4km hohen Kettengebirge, zusammengefaltet (Variszisches Gebirge). Doch dieses Hochgebirge war  -  gemessen an geologischen Zeitbegriffen - nicht von langer Dauer. Schon bald begann seine Abtragung.
Verwitterung und Erosion schleiften es ab, Bäche und Flüsse schnitten sich in das Gebirge ein, zernagten es und führten die gelösten Gesteine in Senken und Meere.

Durch Verwitterung, Erosion und  Auswaschungen durch Regen können Trochiten aus dem Gestein gelöst werden und - wie in diesem Fall hier - angeschwemmt werden.


Die Seelilie

Trotz ihres deutschen Namens Seelilie handelt es sich hier nicht um eine Pflanze, sondern um ein Tier. Genauer gesagt um einen Stachelhäuter, einen Verwandten der Seeigel und Seesterne

Die Stachelhäuter (Echinodermata) leben ausschließlich im Meer. In der Eifel sind fossile Reste außerordentlich zahlreich, jedoch in der Hauptsache die Stielstücke und Stielglieder von Seelilien (Crinoidea).

Für das Devon der Eifel sind lediglich die Seelilien und Seeigel von Bedeutung, wobei die Seelilien ganz im Vordergrund stehen.

Zum Bauplan der Seelilien gehört - je nach Lebensraum - ein kurzer oder auch längerer beweglicher Stiel, der aus zahlreichen Scheibchen, den sogenannten Trochiten, besteht. Diese besitzen in der Mitte ein Loch, durch das Nervenbahnen führen. Auf dem Stiel sitzt das eigentliche Tier, bestehend aus einem Kelch und einer bestimmten Anzahl bewimperter Fangarme /Tentakeln). An der Oberseite des Kelches befinden sich Mund und After. Der Kelch selbst umschließt und schützt mit seinen regelmäßig angeordneten Kelchplatten den Magenraum und das Darmsystem.

Das ganze Skelett wird aus einer Vielzahl einzelner Elemente aufgebaut, deren Anzahl je nach Seelilienart außerordentlich unterschiedlich ist (von etwas mehr als zehn bis zu mehreren Millionen). Während sich die zumeist zierlichen Skelette der Seelilien aus dem Hunsrückschiefer durch die Bildung von Stacheln an Kelch und Armen vor Feinden, Schmarotzern und dergleichen schützten, konnten die Eifeler Seelilien auf solche Schutzvorrichtungen in der Regel verzichten, besaßen sie doch kräftige Kelch- und Armplatten, die ausreichend Schutz vor Parasiten boten.

Die Seelilien zählen wie die Brachiopoden zu den „Futterfilterern“. Sie sind durchweg standortgebundene Tiere. Diese heften sich mit ihrem Stielende, das je nach Gattung oder Art in eine flache Fußscheibe, eine Wurzel oder eine ankerförmige Stilverbreiterung ausgebildet ist, am oder im Untergrund fest. Der an sich gelenkige Stiel sichert der Krone, dem eigentlichen Tier also, eine meist hinreichende Beweglichkeit. Einige Arten hatten allerdings schon im Devon die Ungunst der sessilen Lebensweise aufgegeben, indem sie ihr Stielende als Ballast zu einer Spirale aufrollten, um, je nach Bedarf, den Standort zu wechseln, allerdings auf nur sehr kurze Strecken.





Logbedingungen:

1. Was befand sich vor rund 380 Millionen Jahren hier und warum sind die fossilen Überreste dieser Meeresbewohner, fernab des Meeres hier zu finden?

2. Beschreibt mit eigenen Worten die Gesteinsart, Aufbau und Farbe, die ihr am angegebenen möglichen Ursprungsort (Wegpunkt 2) der Trochiten vorfindet.

3. Wodurch gelangten diese Gesteinsschichten und die darin verborgenen Trochiten an die Erdoberfläche?

Optional: Suche an den angegebene Koordinaten (Wegpunkt 1) einen oder mehrere Trochiten und füge ein Bild des Fundes deinem Log hinzu.



Schickt eure Antworten einfach per Mail. Ihr könnt sofort loggen, sollte etwas nicht stimmen werde ich mich bei euch melden.

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