
Rippelmarken auf Usedom
An der 42 Kilometer langen und bis zu 70 Meter breiten Ostküste von Usedom findet man an fast jeder Stelle feinen Sandstrand. Dieser wird durch Windströmungen oder Wasserströmungen transportiert. Es entstehen wellenartige Strukturen.
Rippel, dies sind schräggeschichtete Oberflächenformen und zählen zu den Sedimentstrukturen. Rippelmarken können zur Bestimmung der ursprünglichen Lagerung des Sediments dienen. Hier am Strand kann man zu fast jeder Zeit die beiden unterschiedlichen Formen von Rippelmarken erkennen. Man unterscheidet zwischen Strömungsrippel und Oszillationsrippel.
Abbildung 1: Strömungsrippel
selbsterstellt (2019)
Strömungsrippel
Ist die Strömung (Wasser oder Wind) so stark, dass Sandkörner bewegt werden, bilden sich kleine Cluster von Sandkörner. Treffen die durch die Strömung abtransportierten Sandkörner auf eine kleine Erhöung oder ein Hindernis, entstehen Verwirbelungen. Sandkörner werden abgelagert und es entstehen Unregelmäßigkeiten auf der Sedimentoberfläche. Die kleine Erhöhung wird größer.
Wie unter (A) in Abbildung 2: Schema Rippel dargestellt, bleiben Sande auf der Luvseite (der Strömung zugewandten Seite) liegen. Die Schräge baut sich auf. Die anhaltende Strömung nimmt von dieser flachen Seite Material mit. Durch Verwirbleungen entstehen an der leeseite der Kuppe eine Anhäufungen (B). Aufgrund der losen Strukturen rutschen diese Anhäufungen an der 30-35° steilen Leeseite ab, verteilen sich und bleiben im Strömungsschatten liegen.
Die Höhe der Rippel liegt im Schnitt bei 3-5 Zentimetern. Die Wellenlänge (Vom Fuße eines Rippel (leeseitig) bis zum Ende des folgenden Rippel) beträgt 4 bis etwa 60 cm. Speziell im Wasser entstehen Rippel ab einer Tiefe von ca. 15 Zentimetern. Die Höhe der Rippel wird zum größten Teil vom Durchschnitt der Sandkörner bestimmt.
Strömungsrippel entstehen aber nicht nur im Wasser, sonder auch durch Windströmungen an Land. Beispielsweise findet man diese in Form von Dünen in Wüsten.
Abbildung 2: Schema Rippel
selbsterstellt (2019)
Oszillationsrippel
Wenn die Strömungen nicht dauerhaft aus einer ähnlichen Richtung kommen, sondern oszillieren (aus wechselnden, unterschiedlichen Richtungen) entstehen unregelmäßige Oszillationsrippel. Bei dieser Rippelform findet man die Luv- und Leeseiten der meisten Rippel in unterschiedlichen Himmelsrichtungen.
Bei in Wasserströmungen entstandenen Oszillationsrippel ist eine regelmäßige Wellenlänge oft nicht erkennbar. Sie entstehen vor allem im Flachwasserbereich, wo Strömungen und Wellen aus unterschiedlichen Richtung auftreffen und das zurücklaufende Wasser entgegengesetzte Strömungen erzeugt.
Sind die Rippelmarken im Querschnitt symetrisch und die Wellenlänge regelmäßig, schwingen (oszillieren) die Strömungen aus exakt entgegengesetzten Richtungen.
Abbildung 3: Oszillationsrippel
Quelle: Reinhard Kirchner (2004)
https://de.wikipedia.org/wiki/Rippel#/media/Datei:Oszillationsrippel.JPG
Aufgaben:
1.) Gehe in/zum Flachwasserbereich und beantworte folgende Fragen
- Welche Rippelform findest Du hier?
- Strömungsrippel - warum?
- Oszillationsrippel - warum?
- Wie hoch sind die Rippel circa?
- Zu welcher Seite zeigt der steile Hang der Rippel?
- Warum sind ohne Sturm höhere Rippel nicht möglich?
2.) Gehe Richtung Düne (Stage 2) zum trockenen / weichen Sand. Je nach Wind können hier Rippelformen unterschiedlich ausfallen.
- Welche Rippelform findest Du hier?
- keine - warum?
- Strömungsrippel - warum?
- Oszillationsrippel - warum?
3.) (Optional) Im Flachwasserbereich von Swinemünde (Referenzpunkt - R0) findet Ihr Rippelmarken.
- Schaue Dich um, Welche Rippelform findet Ihr hier?
- In welche Himmelsrichtung zeigt die Leeseite der meisten Rippel - warum?
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Die4Schillis
Hinweis:
In den Kaiserbädern herrscht Kurabgabepflicht. Infos unter https://www.kaiserbaeder-auf-usedom.de/kurabgabe (externer Link - für den Inhalt übernehmen wir keine Haftung)
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Usedom
https://de.wikipedia.org/wiki/Sedimente_und_Sedimentgesteine
https://de.wikipedia.org/wiki/Rippel
https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/wellenmuster/