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Die Kreidefelsen hautnah erleben
Ein kleiner Spaziergang direkt am nordöstlichsten Punkt der berühmten Kreidefelsen zeigt die herrlichen Klippen hautnah und auch das seltene Gestein selbst gibt es hier direkt zum Anfassen.

An den angegebenen Parkkorrdinaten (Wegpunkt
"Park & Sign") kann direkt am Ufer kostenlos geparkt werden. Geht durch das offene Gatter hindurch auf einem schmalen Pfad südwärts zwischen den Klippen rechts und einem durch einen hohen Zaun abgeperrtem Sicherheitsbereich links entlang bis zu den Listingkoordinaten und beantwortet dort die ersten beiden Fragen.
Anschließend geht es noch ein paar Schritte weiter zum Wegpunkt
"Wall/Wand", an dem es eine weitere Aufgabe zu beantworten gilt.

Auf dem Rückweg könnt Ihr dann ein kleines Stückchen der abgebrochenen "Felskreiden", die alle paar Schritte auf dem Pfad herumliegen, aufheben und für die Beantwortung der 4. Frage näher untersuchen.
WICHTIG: Bitte beachtet unbedingt die zahlreichen Warnhinweise und tretet aufgrund der steten Steinbruchgefahr keinesfalls näher an die Steilklippen heran!
Geologisches
Sedimentation und Erosion
An den weiß schimmernden Kreidefelsen kann man wunderbar die beiden stärksten Formungs-Kräfte der Erdoberfläche sehen: Die Ablagerung/Entstehung (
Sedimentation) und die Abtragung (
Erosion) von Gesteinsschichten.

Die bis über hundert Meter hohen Kalkfelsen von Dover bestehen zum überwiegenden Teil aus den Überresten von Kleinstlebewesen namens
Coccolithen die vor ca. 136 Millionen Jahren ("Kreidezeit") in einem hier befindlichen tropischen Meer ideale Lebensbedingungen vorfanden (vgl. Grafik - Bild 1).
Über sehr lange Zeiträume hinweg - bis vor ca. 70 Millionen Jahren - sanken die Überreste dieser mikroskopischen Tierchen, sowie diejenigen von Korallen, Schwämmen und anderen Meerestieren als
Sediment auf den Grund und häuften sich dort in heute noch erkennbaren
Schichten an. Je nach Lebensbedingungen der Coccolithen entstanden so über Zeitalter hinweg unterschiedlich dicke Schichten ihrer Überreste, bis sich eine ca. 500 Meter hohe Kalkschicht (pures weißes Kalziumkarbonat = "Kreide") gebildet hatte (Grafik - Bild 2).
Während der späteren Eiszeiten befanden sich diese Sedimente hoch über dem gesunkenen Meeresspiegel und waren teilweise von Gletschern überzogen. Der im weiteren Verlauf wieder ansteigende Meeresspiegel erodierte dann vor ca. 450.000 Jahren nach und nach die sehr weichen und porösen Kreide-Gesteinsschichten (
Erosion), formte die Klippen und trennte schließlich vor ca. 180.000 Jahren auch Großbritannien vom Festland ab. (Grafik - Bild 3).
Dieser Vorgang hält bis heute an, wobei auch zunehmend andere
Erosionsformen zum langsamen Abbau der Kreidefelsen beitragen (Grafik - Bild 4).
Anmerkung: Die unteren, älteren Kreideschichten wurden durch die aufliegenden Schichten stets weiter verdichtet und erhärtet. Sie sind an einigen Stellen am Fuße der Kreidefelsen an ihrem grauen Farbton erkennbar.
Erosionsformen
Geologische Erosionen werden allgemein in
lineare und flächenhafte Formen unterschieden:
Unter
linearer Erosion versteht man die Auswaschung der Erdoberfläche durch abfließendes Wasser in kleinen, kurzlebigen Rinnsalen (
Rillenerosion) oder in Fließgewässern (
Flusserosion).
Bei
flächenhafter Erosion handelt es sich um großflächige Abtragungen durch Wind (
äolische Erosion), Wellen (
marine Erosion oder auch
Abrasion), Gletscher (
glaziale Erosion) oder durch Niederschläge (
Abspülung).
Kreide

Kreidegestein besteht hauptsächlich aus Calcit (chemisch: Calciumcarbonat) und zählt zu den Kalksteinen. Es verfügt über eine sehr feinkörnige Matrix und ist - hier bei Dover - hauptsächlich aus Coccolithen, calcitischen Dinoflagellatenzysten (sogenannten „Calcisphären“) und amorphem Kalkschlamm zusammengesetzt.
Viele Kreidekalksteine sind relativ hart und haben einen scharfkantig-muscheligen Bruch. Sie sind zum Schreiben ungeeignet. Dagegen ist die so genannte "Schreibkreide", wie hier in Dover, von ganz anderer Beschaffenheit. Da sie sehr schwach zementiert ist, verhält sich Schreibkreide, wenn sie mit Wasser vollgesogen ist, fast wie Ton und kann leicht mit dem Messer geschnitten werden.
Logbedingungen
Um diesen Earthcache loggen zu können, müsst Ihr die Antworten zu folgenden Fragen per Mail oder Message Center an uns senden:
1. Schaut bei den Listingkoordinaten nach oben an die Oberkante der Klippen. Ihr könnt dort seltsam wellenförmige Ausbuchtungen erkennen. Wieviele sind es?
2. Versucht mit Hilfe der Informationen aus dem Listing eine kurze Erklärung: Durch welche Erosionsform(en) entstanden wohl diese Ausbuchtungen?
3. Geht nun weiter zum Wegpunkt "Wall/Wand" und schaut Euch die Gesteinsschichten hier genauer an. Ihr könnt verschiedene, horizontal abgegrenzte Sedimentschichten in der Kreidewand erkennen. Schätzt: Wieviele Schichten sind es wohl? Sind sie gleich dick? Wie lässt sich das erklären?
4. Hebt auf dem Rückweg einen der kleinen Kreidebrocken, die überall auf dem Pfad liegen, auf. Wie fühlt er sich an? Beschreibt mit eigenen Worten die Beschaffenheit des Gesteins!
5. Bitte macht ein Foto von Euch, Eurem Maskottchen oder irgendeinem persönlichen Gegenstand vor den Kreidefelsen als Nachweis, dass Ihr wirklich vor Ort gewesen seid!
Wir wünschen Euch viel Spaß beim hautnahen Erforschen der Kreidefelsen von Dover!
QUELLENANGABEN
INFORMATIONEN:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kreidefelsen_von_Dover
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kreide_(Gestein)
- https://insel-ruegen.jimdo.com/home/wissower-klinken/hintergrund/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Erosion_(Geologie)
- https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/erosion/4305
FOTOS und GRAFIKEN:
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