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Türkisblauer Wörthersee 💦 EarthCache

Hidden : 9/3/2019
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:




Türkisblauer Wörthersee 💦

Info vorab in eigener Sache:
Wir haben die Koordis vom Listing in Krumpendorf beim Parkbad (InfoTafel über den Wörtherse) als Startpunkt gesetzt und ab dort können auch die Fragen und Aufgaben zu diesem EarthCache in Angriff genommen werden. Alternativ dazu haben wir noch weitere RefPoints in Klagenfurt, Maria Wörth und in Velden angegeben, wo ebenfalls die im Listing beschriebenen Erkenntnisse gewonnen und die gleichen Beobachtungen gemacht werden können. Es wäre toll, wenn ihr im Log den einen oder anderen der besuchten RefPoints mit vermerken würdet; ... es lohnt sich.

Grundsätzliches zum Wörthersee:
Der Wörthersee ist Kärntens größter und bekanntester See, ein Relikt der letzten Eiszeit. Vor 10.000 Jahren fand die letzte Eiszeit „Würm“ statt. Damals lag das gesamte Klagenfurter Becken unter einer dicken Gletscherschicht.  der Draugletscher stammte von Eismassen, die aus dem Gail- und Drautal über Villach flossen, über Klagenfurt drüber und bis in den Raum von Griffen reichten. Wie das aussah, kann man sich an einem nebeligen Tag ganz gut vorstellen, an dem nur die Gipfel von Ulrichs- und Magdalenseberg aus dem Nebel herausschauen. Ersetzt man den Nebel gedanklich durch Eis, hat man eine gute Vorstellung, wie es damals war. Der Wörthersee liegt in einer Wanne, die vom Gletscher ausgeschürft wurde. Genau genommen gibt es drei Wannen. Wenn man es weiß, kann man es recht gut erkennen. Die erste bei Pörtschach, die reicht von der Halbinsel bis zur Kapuzinerinsel, das ist die tiefste Wanne. Die mittlere liegt bei Maria Wörth.
 Damit das Schmelzwasser in den Wannen bleiben konnte und nicht abfloss, als sich das Klima erwärmte, musste die Glan Material anschütten. Klagenfurt liege auf einem Schwemmkegel und dieser Kegel staute das Wasser und somit blieb der Wörthersee zurück. Ehemaliges Gletscherwasser dürfte heute keines mehr im Wörthersee sein, das tauschte sich in den Jahrtausenden komplett aus. Einerseits durch Niederschläge, aber auch durch Zu- und Abflüsse.

Noch eine grundsätzliche Anmerkung zu den Gesteinen rund um den Wörthersee:
Der Wörthersee ist umgeben vom ältesten Gestein, das es in Kärnten gibt, vom Altkristallin - Gesteine des Paläozoikums. Es waren feinkornreiche Ablagerungen in einem Becken. Im Zuge der Gebirgsbildungsphase wurde dies in größere Tiefe versenkt, gerieten unter hohen Druck und Temperatur. Dadurch wurden sie verfestigt und umgewandelt. Aus ehemaligen Sand- und Tonsteinen wurden auf diese Weise Quarzite, Glimmerschiefer, Granatglimmerschiefer oder Marmor. Prominent ist hier der Pörtschacher Marmor. Aber auch am Südufer des Wörthersees erkennt der Geologe einen Marmorzug. Aus diesem Gestein tritt subthermales Quellwasser aus. Es hat eine Temperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Die Geologie beschäftigt sich auch mit jüngerem Gestein, das auf dem Altkristallin aufliegt. Etwa das Sattnitzkonglomerat im Süden des Wörthersees.


Nach diesen kurzen vorgenannten Erläuterungen beschäftigen wir uns nun mit dem eigentlichen Thema dieses EarthCaches:

Türkisblauer Wörthersee 💦
Die wunderschöne türkisblaue Färbung des Wörthersees hängt von Trübstoff-, Algengehalt und von der Streuung und Aufnahme des Lichtes im Wasser ab. Die Farben der Umgebung beeinflussen die Wasserfärbung durch Reflexion nur scheinbar. Vor allem in den Sommermonaten besitzt der Wörthersee eine weißliche bis türkisfarbene Trübe. Die Farbe entsteht durch feinste Kalkpartikel (Calciumkarbonat). Kalk wird unter anderem durch die kalkreichen Alpenzuflüsse in den See eingetragen. Direkt im See entsteht Kalk unter Mitwirkung von Algen.

Das läuft mit dem Prozess ab, dass bei der Photosynthese Kohlenstoffdioxid aus dem Wasser aufgenommen und mit Hilfe der Energie des Sonnenlichts und unter Verbrauch von Wasser zu Zucker, einem Energieträger den die Algen zum Wachstum benötigen, umgebaut wird. Als Nebenprodukt entsteht dabei Sauerstoff, der zurück in die Umgebung entlassen wird. Dadurch wird der Karbonatgehalt im Wasser angereichert, der pH-Wert steigt und mineralischer Kalk wird im Wasser ausgefällt.

Kommt es zu einem verstärkten Algenwachstum, wird das Kohlendioxid knapp. Dann dient das Hydrogen- oder Bicarbonat, als Kohlenstoffquelle für den Aufbau organischer Substanz. Der Aufbau von organischer Substanz aus Kohlendioxid und Wasser unter Nutzung der Sonnenenergie nennt man Assimilation. Mit dem Verbrauch des Kohlendioxids bzw. aus der Nutzung des Bikarbonats als Kohlenstoffquelle steigt der pH-Wert des Seewassers an, mit der Folge, dass sich das Gleichgewicht zwischen Calciumhydrogenkarbonat und Kohlensäure verschiebt und Kalk gebildet wird. Dieser ballt sich zu unterschiedlich geformten Kristallen und Aggregaten, den Calciten, zusammen und fällt aus. Diesen Prozess bezeichnet man als biogene Entkalkung. Vereinfacht gesagt: weil Schwebealgen bei ihrem Wachstum dem Seewasser Kohlendioxid entziehen, fällt Kalk in Form feinster Kalkpartikel aus.

Auch das Licht der Sonne bedingt die Wasserfarbe. Die Sonne dringt mit ihren Strahlen in das Wasser ein, bzw. ihre Strahlen werden an der Wasseroberfläche reflektiert. Der Anteil des Lichtes, der reflektiert wird, ergibt die Farbe des Wassers. Diesen Vorgang nennt man selektive Transmission. Kurzwelliges Licht (blau) wird viel stärker zerstreut und am stärksten reflektiert, daher erscheint reines Wasser in größerer Schichtdicke von oben blau. Das tief blaue Wasser enthält außerdem kaum Schwebstoffe, die die blaue Farbe abändern würden. In kalkhältigen Gewässern wie der Wörthersee wird das Streulicht an den kleinen, verteilten Kalkkristallen im Wasser reflektiert, der Zerstreuungseffekt wird verstärkt und das Wasser erscheint türkisblau. Sedimentieren diese Kalkpartikel in den Uferregionen, entstehen die weithin sichtbaren, weißblauen Seekreidebänke.

Mit einfachen Worten könnte man das Phänomen der türkisfarbenen Erscheinung des Wörthersees etwas verständlicher auf folgenden Nenner bringen:
Durch ihr geringes Gewicht schweben die feinen Partikel im Seewasser und sinken nur sehr langsam auf Grund. Trifft nun Sonnenlicht auf den See, absorbieren die feinen Partikel das kurzwellige Licht, was den Farben Violett und Indigoblau entspricht. Gleichzeitig verschluckt das Wasser längerwelliges Licht, also Rot-, Orange- und Gelbtöne. Das Auge erreichen hauptsächlich Varianten von Blau und Grün. Das Wasser erscheint türkis.

Und hierzu passt
eigentlich auch ein besonderes Phänomen im Winter, welches uns der Silberschakal (Michael) mitgeteilt hat. Er beobachtet den Wörthersee seit mehr als 50 Jahren und einen Dank gilt ihm, dass wir dieses ins Listing aufnehmen und erwähnen dürfen.
Wir zitieren:
"In den letzten Jahren friert der Wörthersee ja nicht mehr zu - und es ist sehr fraglich, ob er es wieder einmal tun wird. Jedenfalls war es immer interessant, diese burgunderroten Klumpen - von kleinen Fetzen bis zu durchaus mehrere Zentimeter großen Ballen - im Eis eingefroren zu beobachten. Es handelt sich bei den Fetzen und Klumpen im Eis eben um Aggregationen dieser Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens). Es war absolut typisch für den Wörthersee, ich habe diese roten Klumpen schon als Kind, als der Wörthersee noch völlig zufror - das war halt vor 50 Jahren - bestaunt. Es zeugt auch von der optischen Qualität der Oberflächenschicht des Sees, dass die für den Wörthersee "berühmte" Blaualge (man findet Klumpen davon im Winter im Eis eingefroren - sofern der See überhaupt noch einmal zufriert...) Nährstoffe bindet und daher für ein klares, oligotrophes Gewässer steht."
In diesem Sinne; ... können auch schon mal im Winter tolle Beobachtungen gemacht werden.


Um diesen EarthCache zu loggen,
geht zu den Listing- oder RefPoint-Koordis und wählt diese auch als Startpunkt oder Weganfang. Wir haben unsere Erkenntnisse in diesen Bereichen gewonnen und nehmen sie daher auch als Referenzen für diesen EarthCache. Die Koordinaten sind demnach allerdings nur imaginäre Anhaltspunkte, denn die Bedingungen vor Ort ändern sich je nach Jahreszeit und Witterung und somit habt ihr freien Lauf bei eurer Exkursion. Befasst euch dann mit den nachstehenden Aufgaben, deren Antworten ihr teilweise auch nur vor Ort finden werdet. Ihr benötigt hierzu lediglich Auffassungsgabe und Erkenntnisse, die Ihr durch eigene Ermittlungen dort erfahren müsst.

Aufgaben / Fragen:

1.)
Gehe einmal ganz nah ran ans Gewässer, du kannst dort auch mit den Händen durchs Wasser streichen. An heißen Tagen fällt beim Wörthersee eine weißliche Trübe auf, die dem See seine charakteristische türkise Farbe verleiht. Die Kalkteilchen entstehen durch die Tätigkeit von Algen und Unterwasserpflanzen (Assimilation), die aus kalkreichem Wasser Calciumcarbonat ausfällen.
Wenn du zum passenden Zeitpunkt (nicht im Winter) hier vor Ort oder an einem der RefPoints gewesen bist, wirst du sicherlich die Kalkteilchen beobachtet / erkannt haben und mitteilen können, wohin sie sich verlagert haben und was daraus gebildet wurde.
Teile bitte ferner mit, ob du Rückstände an deinen Händen erkannt hast und wenn ja, kannst du sie deuten?
Die Antwort hierauf findest du im Listing beschrieben.

2.)
Was denkst du, warum blaue Gewässerfarben nur in Wasserkörpern mit geringer organischer Produktion vorkommen?
Was ist deine Schlußfolgerung und begründe deine Erkenntnis.

3.)
Als Besonderheit des Wörthersees ist das Vorherrschen der Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens), fälschlich als „Rotalge“ bezeichnet, im pflanzlichen Plankton hervorzuheben. Diese zu den Blaualgen zählende Algenart ist im Frühjahr im gesamten Wasserkörper zwischen 0 und 30 m verteilt und bindet die Nährstoffe der Oberflächenschicht.
Was meinst du, welcher Umstand ist es in diesem Zusammenhang, der für die hervorragende optische Qualität der Oberflächenschicht des Sees mitverantwortlich ist.

4.)
Auf Grund der massenweisen Weitergabe von EC-Lösungen im Internet stellen GSA und Groundspeak es den EC-Besitzern seit dem 10. Juni 2019 wieder frei, ein Foto als Beweis des Besuches zu fordern. Diese Bitte darf jedoch nicht die geologischen Fragen ersetzen, die ebenfalls so gestaltet sein sollen, dass der Besucher mit ihrer Beantwortung seinen Besuch nachweisen kann. Nimmt man den Fotobeweis in seine EC-Listings auf, muss man es dem Besucher frei stellen, ein Foto von sich selbst oder eines persönlichen Gegenstandes vor dem Hintergrund des besuchten Ortes zu posten.

In diesem Sinne nun unsere Bedingung für ein Foto wie folgt:

a)  in Krumpendorf, InfoTafel beim ParkBad,
b)  oder RefPoint in Velden am Denkmal von Roy Black,
c)  oder RefPoint in Maria Wörth an der RosenkranzKirche,
d)  oder RefPoint in Klagenfurt am Ufer beim Schlosspark.

Dein Profil muß auf dem Bild nicht unbedingt zu erkennen sein, dafür aber evtl. ein CacherTool und/oder der Wörthersee als Hintergrund.
Es sollte nun auch verständlich sein, dass Logs ohne einen bildlichen Nachweis kommentarlos gelöscht werden.



Eure Antworten
aus den Aufgaben schickt uns bitte per Mail und danach dürft Ihr den EarthCache sofort loggen. In den EarthCache-Guidelines ist bewusst nicht vorgesehen, dass auf eine Logfreigabe seitens des Owners gewartet werden muss. Wir werden die uns zugesandten Antworten und Lösungen auf ihre Richtigkeit prüfen. Sollte es gravierende Abweichungen zu denen geben, die wir erwarten dürfen, werden wir uns melden.

Anmerkung:
Können die Aufgaben 1 bis 3 nicht mindestens zu 75% erfüllt werden, ist auch ein Found it gemäß der z.Zt. gültigen Guidelines zu unterlassen. Found it- Logs, die - auch auf Nachfrage hin - ohne Antworten zu den Aufgaben kommen, werden demnach natürlich kommentarlos gelöscht. Aufgabe 4 mit dem Bildbeweis ist allerdings in jedem Falle zu belegen. Und auch jeder, der einen Logeintrag macht (ob im Team oder als Teilnehmer im Rudel), hat ein entsprechendes Bild anzuhängen.

Noch was:
Bei diesem EarthCache handelt es sich nicht! um eine von den umliegenden Gemeinden und/oder involvierten Trägern initiierten bzw. angebotenen Dienstleistung und er soll auch nicht den Anschein erwecken. Daher können Städte und Träger nicht für etwaige durch Nutzer verursachte und davongetragene Schäden oder Fehlverhalten im Rahmen der Nutzung dieses EarthCaches haftbar gemacht werden. In den natürlich geschützten Bereichen entlang des Wörthersees müssen und dürfen die vorgegebenen Wege zur Absolvierung dieses EarthCaches daher auch keinesfalls verlassen werden.

Viel Vergnügen bei diesem EarthCache für die ganze Familie und wir würden uns natürlich über eine Weiterempfehlung an Freunde und Bekannte sehr freuen.

Team N51E06

 

Quellen:
Freundlichst Tourismus-Büro der Gemeinde Krumpendorf,  Kärnten-ORF-AT, KIS-KTN, Wikipedia, GeoPortal, eigene Erkundungen und Erkenntnisse vor Ort und auch einen Dank dem Silberschakal (Michael).





Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluß:
Bei euren Exkursionen ist zu beachten, dass nicht immer alle die im Listing erwähnten Erkenntnisse zu jeder Jahreszeit gewonnen werden können, daher ist auch das "seasonal access" - Attribut gesetzt. Dieses ist bei den Antworten entsprechend zu  berücksichtigen.






English-Version:
"Unfortunately we needed to refrain from adding an English version as it would have made the listing too long, complex and confusing. In case you do need an English translation kindly do not hesitate to contact us and we will look for a solution. Or you may want to try an online translation service.

Thank you very much for your kind understanding."
Bernd of team n51e06

Additional Hints (No hints available.)