
EIN HAUFEN ROWDYS
Die nordischen Götter sind uns als Götter der Wikinger wohl bekannt. Der nordischen Mythologie zufolge wurde die Welt von Odin, dem Allvater, und seinen beiden Brüdern Vili und Ve aus dem Körper eines Riesen namens Ymir erschaffen. Ymirs Schädel war der Himmel; sein Haar wurde zu den Bäumen; seine Knochen waren die Berge und sein Blut war das Meer.
Wie ihre Wikingeranhänger waren die nordischen Götter ein ziemlich gewalttätiger Haufen, der ständig kämpfte. Das skandinavische Volk glaubte, dass es am Ende der Zeit eine große Schlacht namens Ragnarök geben würde. Die Giganten würden die Götter besiegen - und der Wolf Fenrir würde die Sonne und den Mond fressen und sich dann über Verdauungsstörungen beklagen.
DIE KARTE DER NORDISCHEN WELT
Die Nordländer glaubten, dass es neun Welten gibt, die alle aus den Zweigen eines riesigen Baumes namens Yggdrasil sprießen. Die Götter lebten an der Spitze des Baumes in einer Welt namens Asgard. In der Mitte des Baumes befand sich unsere menschliche Welt, die sie Midgard nannten, während die unteren Zweige Welten aus Eis und Feuer enthielten, in denen Riesen lebten. Asgard und Midgard waren über den Bifröst, einer Regenbogenbrücke, miteinander verbunden. Es gab tiefe, geheimnisvolle Welten, in denen Zwerge magische Dinge schmiedeten, und seltsame, düstere Orte, an denen dunkle Elfen umherliefen. Auf dem Boden von Yggdrasil bewässerten drei Riesen den Baum aus einem Brunnen, während der Drache Fafnir ständig an seinen Wurzeln knabberte.
VERBREITUNG
Die nordischen Götter wurden bis ins 13. Jahrhundert von vielen Menschen in Nordeuropa verehrt, vom heutigen Deutschland über Skandinavien, Großbritannien und bis nach Island.
Ein bisschen Geschichte
DIE ENTDECKUNG AMERIKAS
Grönland vor mehr als 1.000 Jahren. Dort, wo heute ein dichter allumfassender Panzer aus Schnee und Eis die Insel überzieht, war das Klima damals deutlich angenehmer und wärmer. Um zwei bis vier Grad Celsius höher als jetzt lagen die Duschschnittstemperaturen zwischen 900 und 1350 nach Christus – auf Grönland und auch in anderen Teilen Nordeuropas.
Die Wikinger nutzten die guten Bedingungen, die sich ihnen boten, um zunächst Island zu besiedeln und dann noch weiter nach Nordosten vorzudringen. Erik der Rote, der angeblich wegen Mordes aus seiner Heimat verbannt worden war, erreichte zusammen mit über 30 Männern auf seinem Schiff schließlich eine riesige Insel. Er fuhr die Küste entlang – immer auf der Suche nach einem guten Lager- und Siedlungsplatz.
In einem tief in die Küste eingeschnittenen Fjord an der Wesküste entdeckten die Wikinger um das Jahr 975 schließlich fruchtbares Weideland. Erik der Rote nannte die Insel „grünes Land“ – Grönland. So schnell es ging holte er seine Familie und viele andere Wikinger nach und gründete eine Siedlung.
Doch auf Grönland mangelte es an Bäumen für den Haus- und Bootsbau. Da kam den Wikingern der Zufall zur Hilfe. Bjarne Herjolfsson, ein Holzhändler aus Norwegen, geriet bei seiner Fahrt von Island nach Grönland in einen schweren Sturm und wurde weit nach Westen in unbekannte Gefilde verschlagen. Plötzlich entdeckte er an einer auftauchenden Küste Wiesen und Wälder.
Nachdem er sich nach Grönland zurück gekämpft hatte, berichtete er Erik von seinen Erlebnissen. Schon wenige Jahre später ging dann Leif Eriksson, der Sohn des Grönland-Entdeckers, der Sache auf den Grund. Zusammen mit einigen Männern an Bord seines Schiffes stach er Richtung Westen in See und sichtete schließlich in Höhe der heutigen Baffin-Insel Amerika. Das sollte das versprochene Paradies sein? Nur Steine weit und breit. Doch Eriksson ließ sich nicht entmutigen und drang weiter nach Süden vor.
Endlich entdeckten die Wikinger vor der Küste von Neufundland eine Bucht, in der es günstige Bedingungen mit mildem Wetter, Wäldern und üppigem Weideland gab. Sie tauften es Vinland, Weinland. Dort bleiben sie für Monate und bauten sogar eine kleine Ortschaft auf.
Alles nur Sage oder Legende? Weit gefehlt. Die mehr als 400 Jahre lange Warmzeit haben Klimaforscher längst belegt. Und für die Entdeckung Amerikas durch die Wikinger gibt es ebenfalls archäologische Beweise. Der norwegische Forscher Helge Ingstadt grub an der Nordspitze Neufundlands bei Anse-aux-Meadows eine rund 1.000 Jahre alte nordische Siedlung aus.
Die Bauweise der Häuser, aber auch einige gefundene Werkzeuge wie eine Nadel aus Knochenmaterial oder eine Spinnwirtel – ein Schwunggewicht einer Spindel – aus Speckstein überzeugten die Forscher: Kolumbus kam 500 Jahre zu spät.
DIE SAGE
Loki und der Bau Asgards: Sleipnir
Loki gilt als der Gott des Feuers und des Schabernacks, des Bösen, der Verwandlung und der List. Klug, durchtrieben und hinterhältig weiß er als unerkannter Drahtzieher im Hintergrund die Fäden des Geschehens zu ziehen und Menschen und Götter nach Bedarf zu manipulieren. Das wissen auch die anderen Götter, weswegen sie ihn auch manchmal um Rat fragen, wie auch beim Bau der Götterfestung Asgard.
Die Götter hatten einen Bund mit einem Riesen-Baumeister, der angeboten hatte einen Wall um Asgard zu errichten. Als Lohn forderte dieser die Sonne, den Mond und die Göttin Freya. Auf Lokis Rat hin nahmen die Asen das Angebot mit der Bedingung an, dass der Lohn nur gezahlt würde, wenn der Bau noch in diesem Winter fertig wird.
Dies hielten die Asen für unmöglich, aber zu ihrem Schrecken zog der Hengst des Baumeisters, Swadilfari, riesige Steine herbei, so dass der Wall kurz vor Ende des Winters fast fertig war. Wieder fragten die Götter Loki um Rat.
Loki nutzte seine Fähigkeit zur Gestaltwandlung und verwandelt sich in eine Stute. In dieser Gestalt lockte er den Hengst Swadilfari von der Baustelle fort, die darauf zum Erliegen kam. Als der Baumeister sah, dass er durch die versäumte Zeit den Wall nicht fristgerecht fertigstellen würde, geriet er in Riesenzorn. In seiner Wut verrat er sich als einer der Bergriesen, die zu den Erzfeinden der Asen gehörten und Thor erschlug ihn sofort mit seinem Hammer Mjölnir.
Loki hatte den Asen aus der Klemme geholfen, war aber vom Hengst des Riesen schwanger geworden und gebar ein graues Fohlen mit acht Beinen: Sleipnir, das Pferd Odins.

Was die runden Dinger da sollen? Noch nie Runentore gesehen? Die Götter sollen damit von Ort zu Ort springen können. Vielleicht führen sie euch auch zu einem Ort...

Anmerkung zum Finale:
Ursprünglich war das Finale als Klettercache (T3,5) geplant. Da ForstBW mir das Auslegen von Baumklettercaches verbietet, ist es jetzt eine Dose am Fuße des erwählten Baumes. Viel Spaß.