Achtung:
Der Besuch des Wegpunktes 2 ist abhängig von Öffnungzeiten!
Mo. - Sa. 8.00 – 20.00 Uhr
Geologie:
Das Jurameer bildete als flaches Randmeer (weniger als 100m Wassertiefe) das „germanische Becken“ (Schelfmeer) und war durch breite Meeresengen mit dem Ozean verbunden. Während des Beginns der Malm wurde das norddeutsche Jurameer vom süddeutschen getrennt und es entstand die sogenannte Verflachung. Dies hatte zum Ende der Jurazeit zur Folge, dass Süddeutschland trockengelegt und das nordwestdeutsche Becken weiter eingeengt wurde. So kam es im oberen Dogger zur Ablagerung von Sanden und Kalken (feinklastisches tonig-schluffiges Material) die heute als braune eisenhaltige Kalksteine den „Braunen Jura“ bilden. Später erfolgte der Übergang von dunklen Tonen und braunen Sandsteinen hin zu hellen, gelblichweißen Karbonatsedimenten. Während sich der Korallenoolith und die Gigaschichten aus Bruchschillkalken und Oolithen aufbauten, entstand der Kimmeridge aus knolligen Mergelkalken.
Kalkstein:
Kalkstein ist ein Sedimentgestein, welches größtenteils aus dem chemischen Stoff Calciumcarbonat (Calcit und Argonit) besteht und in seinem überwiegenden Teil biogenen (gebildet duch Ablagerungen Schalen fossiler Kleinstlebewesen) Ursprungs ist. Die Entstehung des Gesteins ist möglich, da sich nach dem Tod der Lebewesen deren Schalen auf den Boden absenken und sogenannte Kalkschlämme bilden. Durch die Diagenese (geologischer Prozess der Verfestigung von Sedimenten) dieser Schlämme entsteht der feste Kalkstein, welcher während der Verfestigung neue Calcitkristalle bildet. Während der damit verbundenen Umwandlung von Argonit und Calcit können Hohlräume entstehen, die später mit gebildeten Kristallen ausgefüllt oder durch starke Umkristallisierung der bestehenden Sedimentstrukturen vollständig verwischt werden können.
Große Kalksteinvorkommen befinden sich in Mitteleuropa im mittleren und südlichen Teil Deutschlands (überwiegend Muschelkalk), im Schweizer und Französischen Jura sowie in den nördlichen und südlichen Alpen. In Norddeuschland sind Kalksteine auch häufig als eiszeitliche Geschiebe zu finden, welche meist aus Süd- und Mittelschweden sowie aus dem mittleren und nördlichen Ostseebecken stammen. Das in Deutschland bekannteste Abbaugebiet befindet sich im Altmühltal mit dem Solnhofener Plattenkalk und dem Jurakalkstein.
Die hier in Oldenburg zu diesem Earthcache zu besuchenden Kalksteine werden den Fossilkalken (Schillkalk) zugeordet und beschreiben Gesteine oder Lagen innerhalb von sonst massigen Kalksteinen, die zum überwiegenden Teil aus mit bloßem Auge sichtbaren Fossilien bestehen.
Fossilien
Fossilien sind Überbleibsel von vergangenem Leben, welche im Erdboden zu finden sind und älter als 10.000 Jahre sind. Das Wort „Fossil“ hat seinen Ursprung im lateinischen Wort "fossilis", das „ausgegraben“ bedeutet. Im Zusammenhang mit Fossilien wird oft von Versteinerung gesprochen, jedoch gibt es auch Fossilien, die nicht versteinert sind. Die meisten Fossilien sind Überreste von pflanzlichen und tierischen Lebewesen und u.a. als Trittspuren oder Ausscheidungen vorzufinden, wie aber auch als fossile „Bilder“ der Lebewesen selbst.
Verlauf der Fossilisation
Der Beginn der Fossilisation startet mit der Einbettung der toten Organismen im Untergrund und schützt diese entsprechend vor dem intensiven Kontakt mit Sauerstoff. Im weiteren Verlauf werden die Organismen mit Sedimenten (z.B. Sand, Ton) bedeckt. Hierdurch entsteht mit der Zeit eine sogenannte Sedimentdecke, durch deren Poren jedoch weiterhin Wasser fliessen kann. Die Weich- und Hartteile der Organismen reagieren dabei mit dem Wasser und den darin gelösten Stoffen, was zu Folge hat, dass die Weichkörper im Laufe der Zeit meist vollständig abgebaut werden. Waren sie zuvor von einer Schale umgeben, entsteht hier ein Hohlraum, welcher durch Mineralneubildungen oder feine Sedimentkörner ausgefüllt werden kann. Dieser Vorgang wird als Verkiesung bezeichnet. Während der Aushärtung des eingebetteten Materials (Verkieselung) verbleibt die Form des Organismusrestes auf Dauer konserviert (z.B. bei Seeigeln). Bei Hartteilen (zum Beispiel den Schalen von Brachiopoden oder Muscheln) kann das ursprüngliche Material durch die innerhalb der Erdschichten herrschenden Druck- und Temperaturverhältnisse eine veränderte stoffliche Zusammensetzung annehmen. Die Gestalt bleibt dabei allerdings meist erhalten. Hier spricht man von einer Versteinerung.
Ammoniten
Ammoniten sind nah mit den Tintenfischen verwandt, obwohl ihre schneckenähnliche Form dieses augenscheinlich nicht vermuten lässt. Ammoniten gab es seit dem Devon und starben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahre aus. Die Ammoniten existierten insgesamt 350 Millionen Jahre und waren einer der arten- und formreichsten Tiergruppe der Erdgeschichte.
Ammoniten haben im Inneren ein Kammersystem das durch einen Verbindungsschlauch (sog. Siphon) verbunden war und das Hineinpumpen von Luft in einzelne Kammern ermöglichte. Genau wie vergleichsweise U-Bootes es können, waren die Ammoniten in der Lage im Meer auf- und abzutauchen.

Brachiopoden
Die Brachiopoden gehören zum Stamm der Fangarmtiere und sind ausschließlich im Meer lebende Armfüßer. Man findet sie auf der ganzen Welt und es sind sozusagen "lebende Fossilien", da sie bereits seit dem Kambrium vorkommen. Sie sehen aus wie Muscheln, sind mit diesen jedoch nicht verwandt. Anatomisch unterscheiden sie sich stark von den Muscheln, denn die zwei Schalen der Brachiopode liegen oben und unten. Die Schalen der Muscheln hingegen sitzen seitlich. Die Brachiopoden können sich mittels eines fleischigen Stiels fest verankern. Daher ist ein wichtiges Merkmal das in der Stielklappe vorhandene Stielloch.

Austern
Paläontologen verfolgen die Geschichte der Austern zurück bis in die Triaszeit, der ältesten Epoche des Erdmittelalters. Die Trias begann vor 248 und endete vor 213 Millionen Jahren. Die Austern waren zahlreich in den damaligen Weltmeeren vertreten. Viele Austernarten kamen im Zeitraum der oberen Trias bzw. des Karnium (227 Mio Jahre) bis oberen Jura bzw. Kimmeridgium (151 Mio Jahre) vor.

Seelilien
Seelilien lassen aufgrund ihres Namens und des Aussehen vermuten, dass sie eher zum Pflanzenreich als zum Tierreich gehören. Tatsächlich aber gehören sie zu den Stachelhäutern und sind somit mit Seeigeln und Seesternen nahe verwandt. Während des Mittleren Trias (Muschelkalk) trat die Seelilie so massenhaft im Flachmeer auf, dass sie gesteinsbildend wurde (Trochitenkalk).

Belemniten
Die Belemniten sind die wichtigste Gruppe fossiler Kopffüßer (Cephalopoda). Sie reicht vom Unterkarbon (Mississippium) bis zum Ende der Kreidezeit also von etwa 358 bis 65 Millionen Jahren. Die Belemniten ähnelten im Aussehen den heutigen Kalmaren (sie hatten 10 Fangarme und einen Tintenbeutel) besaßen jedoch statt Saugnäpfen Haken an den Fangarmen. Belemniten entwickelten sich wahrscheinlich wie die Ammoniten aus den Bactriten. Da sie im Erdmittelalter so weit verbreitet waren, werden sie heute zum Teil als Leitfossilien verwendet. Die verschiedenen "Belemnitentiere" glichen sich vermutlich weitgehend einander in Ihrem Körperaufbau. Belemniten lebten (so wird vermutet) in Schwärmen nahe unter der Wasseroberfläche im Küstenbereich der Meere.

Seeigel
Die regelmäßigen Seeigel (Regularia) zeichnen sich durch ein radialsymmetrisches Kalkskelett aus, welches je nach Art fast kugelförmig oder auch abgeplattet sein kann. Die Außenseite dieses Skelettes ist mit einer Epidermis bedeckt und weist Stacheln auf, die durch Muskeln teilweise bewegbar sind. Die Ausbildung der Stacheln, deren Größe, Funktion usw. können je nach Art sehr unterschiedlich sein. Sie dienen einerseits zum Schutz der Tiere und können bei einigen Arten beim Stechen sogar Gift abgeben, anderseits gibt es Seeigel, welche sich mit ihren Stacheln z.B. in Felsen einbohren können. Außerdem dienen die Stacheln der Fortbewegung, welche in alle Richtungen stattfinden kann. Die unregelmäßigen Seeigel (Irregularia), zu denen die Sanddollars und die Herzigel gehören, unterscheiden sich ganz wesentlich von den regelmäßigen Seeigeln. Ihr Skelett ist abgeflacht (bei den Sanddollars scheibenförmig) und nicht mehr genau radialsymmetrisch, sondern durch eine bilaterale Symmetrie dominiert. Es gibt ein Vorne und Hinten, ein Links und Rechts und die Fortbewegung findet immer mit einer Tendenz nach vorne statt. Sanddollars haben keine oder extrem stark reduzierte Stacheln, bei den Herzigeln sind diese eher wie eine Behaarung ausgebildet. Allen Seeigeln gemeinsam sind die Ambulakralfüßchen, dünne Schläuche, die sich durch Einpumpen von Flüssigkeit (Hämolymphe) bewegen. Zum Abweiden Ihrer Nahrung (Algen, Aufwuchs) besitzen die Seeigel einen speziellen Raspelapparat, die Laterne des Aristoteles.
Logbedingungen:
Zum Loggen dieses Earthcaches beantwortet bitte vorab folgende Fragen:
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Am Wegpunkt 1 findet ihr Fossilien.
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Beschreibt drei eurer Funde mit eigenen Worten (Größe, Form, was für ein Fossil es sein könnte und welche Merkmale euch darauf schließen lassen, dass es sich um das identifizierte Fossil handelt).
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Erstellt eine Zeichnung von euren drei Funden und beschriftet die einzelnen Funde.
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Am Wegpunkt 2 findet ihr im Gebäude auf dem Fußboden Kalksteinplatten (hier wird kein GPS benötigt, die liegen überall). Was seht ihr hier?
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Beschreibt drei eurer Funde mit eigenen Worten (Größe, Form, was für ein Fossil es sein könnte und welche Merkmale euch darauf schließen lassen, dass es sich um das identifizierte Fossil handelt).
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Erstellt eine Zeichnung von euren drei Funden und beschriftet die einzelnen Funde.
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Beschreibt die offensichtlichen Unterschiede zwischen Waypoint 1 und Waypoint 2 (Anzahl der Fossilien, Größe, Form, Arten).
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Macht ein Foto, das zeigt, dass ihr vor Ort wart und hängt dies eurem Logeintrag an. Ihr müsst euch nicht selbst fotografieren. Ihr könnt einen persönlichen Gegenstand oder auch das lesbare Handy/GPS mit Koordinatenanzeige vor Ort fotografieren.
Die Aufgaben zu 1 und 2 können an den Zielkoordinaten beantwortet werden.
Infotafeln findet ihr hier nicht!
Beantwortet die Fragen und sendet eure Antworten zusammen mit den Zeichnungen ausschließlich über das MessageCenter (nicht im Log mit hochladen!).
Nach Beantwortung der Fragen dürft ihr sofort loggen, ich melde mich, falls etwas nicht richtig ist und nachgebessert werden muß...
Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Earthcache.
Quellen:
Steinkern.de
Wikipedia
klexikon.zum.de/wiki/Fossil
medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=5378&edit=0
austern.com/urzeit.html
biologie-seite.de/Biologie/Seeigel