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Die HUNTE und ihre Mäander EarthCache

Hidden : 10/11/2019
Difficulty:
4 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Die Landschaft Hattens entstand vor rund 100.000 Jahren. Die vorletzte Eiszeit, die sogenannte Saale-Vereisung, hat die Grundlage für das heutige Landschaftsbild geschaffen: Die Region wurde durch die Eismassen und den darin mitgeführten Gesteinsschutt überprägt, der Untergrund durch die gewaltige Bewegung der Gletscher gestaucht, geschliffen und teilweise abgehobelt, sodass Hügel und Täler eingeebnet wurden. Durch das Abschmelzen der gewaltigen Gletscher bildeten sich zudem Urstromtäler wie das Huntetal.

Beim Transport des Gesteins während der Eiszeiten wurde das ursprüngliche Gestein immer weiter zermahlen, bis ganz zum Schluss allerfeinste Bodenpartikel aus ihm wurden (Sand, Schluff und Ton). Besonders der Sand ist es, der die Landschaft Hattens prägt und in der Hunte den größten Teil der transportierten Sedimente ausmacht.

 

Geologische Vorraussetzungen für Mäander:

Die Bildung von Mäandern ist durch die vorhandenen Geschiebemergel (weicher Untergrund) in Kombination mit ihrer talabwärts (geringes Gefälle) verlaufenden Richtung möglich. Kleine Hindernisse und Unregelmäßigkeiten im Flussbett machen hierbei in Verbindung mit der leichten Strömung das Pendeln des Stromstriches möglich und erhöhen die Auswirkungen der im Außenbereich auf den Prallhang einwirkenden Kräfte (Sedimentabtrag) und der damit zusammenhängenden Mäanderbildung.

 

 

Mäander, was ist das?

Mäander sind das Ergebnis von Erosion und Akkumulation infolge einer spiralförmig verlaufenden Wasserzirkulation. Vereinfacht erklärt bedeutet das: Wasser fließt in der Natur nicht geradeaus sondern immer typischen Bögen, Schleifen oder Schlingen, den sogenannten Mäandern. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen großen Strom, einen Bach oder ein zufälliges Rinnsal nach dem Regen handelt. Ganz vereinfacht kann man Mäander bei Flüssen so erklären, dass sie eine Abfolge von Schlingen /-schleifen bedeuten, welche sich im Unterlauf des Flusses in Abschnitten mit geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem Geschiebe (z.B. Sand, Kies, Steine) bilden. Beim Nachlassen der Strömung können sich dabei Kies und Sandbänke ablagern, die zusammen mit anderen Ablagerungen (Rauschen) das Flusswasser zwingen auszuweichen. Hierdurch entstehen Pendelbewegungen (Querzirkulation) des Wassers von einem Prallhang zum anderen. Im Außenbogen (Prallhang, meist unterspültes Steilufer mit Abbruchkanten) fließt das Wasser somit schneller und nimmt Ufermaterial mit, welches sich im Innenbogen (Gleithang, meist flache Sandbänke) ablagert. Am Gleithang fließt die Strömung langsamer, im Extremfall sogar auch mal entgegen der allgemeinen Fließrichtung.

Durch das Zusammenspiel dieser beiden Prozesse verlagert sich das Flussbett nach und nach in Richtung des Prallhangs, während auf der gegenüberliegenden Seite ein neues Ufer entsteht. Waren anfangs nur kleine Unregelmäßigkeiten im Strömungsverlauf zu sehen, so verstärken sich diese nach und nach, bis das Fluss- oder Bachbett selbst die Mäanderform annimmt. Dabei bilden sich immer ausgeprägtere Mäander, begründet durch den schnelleren Wasserfluss an der Außenseite und die ständige Mitnahmen von Material, während es an der Innenseite langsamer fließt und deshalb ständig Material ablagert.

Altarmbildung

Bei diesem andauernden Umlagerungsprozess werden die Mäanderbögen stetig größer und es kann irgendwann dazu kommen, dass sich Flusschlingen immer näherkommen, berühren und letztendlich durchbrochen werden. Der Fluss hat sich einen neuen „geraden“ Weg gesucht und zurück bleibt dabei der nun abgeschnittene sogenannte Altarm.

 

 

 

Die Hunte

Die Hunte ist ein 189 km langer, linker und westlicher Nebenfluss der Weser in Niedersachsen (Deutschland). Sie ist nach der Aller der zweitlängste Nebenfluss der Weser und durchquert bzw. berührt die Landkreise Osnabrück, Diepholz, Vechta, Oldenburg, Wesermarsch sowie die Stadt Oldenburg. Die Hunte entspringt südlich des Wiehengebierges am Nordhang des Holzhauser Berges im Osnabrücker Hügelland, durchquert anschließend des Kamm des Wiehengebirges zwischen dem Linner Berg (181m) im Westen und dem Kleinen Kellenberg (161m) und erreicht etwa 10 km von der Quelle die Norddeutsche Tiefebene. Im Moorgürtel fließt die Hunte in den Dümmer und verlässt diesen mit zwei Hauptarmen, die sich in Diepholz wieder vereinen. Der westliche heißt Hunte, der östliche Lohne. Im weitern Verlauf durchfließt die Hunte den Naturpark Wildeshauser Geest, das Stadtgebiet Oldenburg und gelangt von dort ins Marschland. Südlich von Elsfleth mündet sie in die von Südosten kommende Weser. Die unterschiedlichen Streckenabschnitte der Hunte begründen auch die Unterteilung in Obere, Mittlere und Untere Hunte. Auf der Gesamtlänge der Hunte von 189km gesehen ergibt sich ein Höhenunterschied von 185m mit einem Sohlgefälle von 0.98%. Die Hunte durchfließt hauptsächlich Moore, Geest und Marsch, wobei ein kleiner Teil auch im Mittelgebierge liegt. Durch ihre zeitweise recht schnelle Strömungsgeschwindigkeit des Wassers wurde vermehrt Sand und Gestein mitgetragen, welches seit 1950 eine Senkung des Flussbettes um bis zu 2m zur Folge hatte.

 

Die Hunte und ihre Mäander:

Die Hunte fließt hier im Oldenburger Land in unzähligen unterschiedlich ausgeprägten Flussschleifen durch die Landschaft. In den vergangenen Jahren wurde die Hunte im Bereich Sandhatten (Dehland) in Teilabschnitten renaturiert. Dabei wurde der Anschluss von 2 neuen Flussschleifen mit einer Laufverlängerung von 680m umgesetzt, so dass der Fluss jetzt wieder, wie einst mäandernd (mit einer Fließgeschwindigkeit von 1-2km/h) durch die Felder ziehen kann. Zusätzlich wurden während dieser Renaturierungsmaßnahmen zu den 2 Schleifen auch Stein- und Kiesbänke sowie Totholzelemente eingebaut, das ehemalige Stauwehr „Dehland“ zurückgebaut (Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit) und der Neubau einer Sohlgleite unterhalb der Gewässerschleifen durchgeführt. Die Auswirkungen dieser Renaturierung lassen sich bereits deutlich erkennen, da die typischen Gleithänge mit ihren unübersehbaren Ablagerungen, als aber auch die ausgeprägten Prallhänge (Steilufer) sichtbar werden – das Wasser „spielt“ wieder mit seinem Verlauf. Sowohl im oberen, als auch im unteren Hunteabschnitt lassen sich zahlreiche weitere Flussschleifen entdecken. Bereits im Sommer 2008 ist der Huntelauf auf dem Gebiet der Gemeinde Dötlingen durch den Anschluss des ehemals abgetrennten Altwassers „Aschenbecksche Insel“ um 300 Meter verlängert worden.

 

Logbedingungen:

 

Wegpunkt 1:

  1. Schaut von hier aus in Richtung Südosten (70m/127°). Beschreibt die Form des unmittelbar vor euch liegenden Uferbereiches und erklärt dessen Entstehung.

  2. Ist von eurem Standort aus eine sogenannte „Rausche“ zu erkennen?

  3. Versucht anhand eines kleinen ins Wasser geworfenen natürlichen Gegenstandes (z.B. am Boden liegendes Stöckchens oder Laubblatt) den Strömungsverlauf zu ermitteln. Schwimmt euer „Schwimmer“ hier eher geradeaus, in Richtung des Prallhanges oder in Richtung des Gleithanges? Gibt es hier „rückläufiges“ Wasser oder Verwirbelungen?

Wegpunkt 2:

  1. Beschreibt eure Entdeckungen an dem Uferbereich eures derzeitigen Standortes. Was könnt ihr für Besonderheiten entdecken (Gleithang / Prallhang oder ist hier etwas „untypisch“)? Tipp: besser einzusehen ist dieser Bereich vom im Listing angegebenen Referenzpunkt "ehemaliger Wegpunkt 2". Wer mag kann hier gerne freiwillig zusätzlich die andere Uferseite aufsuchen und seine Einschätzung konkretisieren.

  2. Schaut von hier aus an das gegenüberliegende Ufer und versucht zu erklären durch welche Besonderheit dieser Bereich entstanden ist. Was ist auch hier „untypisch“ im Vergleich zu den im Listing angegebenen „Normen“?

  3. Wiederholt an diesem Wegpunkt euer Experiment aus Aufgabe 3 und versucht euren Gegenstand (am besten ein Stöckchen) möglichst weit an das gegenüberliegende Ufer zu werfen (dort ist die Besonderheit am besten zu erkennen). Wie verhält sich euer „Schwimmer“ hier und warum nimmt er an dieser Stelle ganz andere Wege als am Wegpunkt 1?

Listingkoordinaten:

  1. Macht ein Foto vor der Infotafel der Renaturierungsmaßnahmen, das zeigt, dass ihr vor Ort wart und hängt dies eurem Logeintrag an. Ihr müsst euch nicht selbst fotografieren. Ihr könnt einen persönlichen Gegenstand oder auch das lesbare Handy/GPS mit Koordinatenanzeige vor Ort fotografieren.


Beantwortet die Fragen und sendet mir die Antworten bitte über das MessageCenter.
Nach Beantwortung der Fragen dürft ihr sofort loggen, ich melde mich, falls etwas nicht richtig ist und nachgebessert werden muß...

 

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Earthcache.

 

Quellen:

http://www.hatten.de/uploads/files/buch_hatter_landschaftsgeschichte.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4ander

www.geologie-digital.de/geomorphologie/mäander.pdf

https://www.geocaching.com/geocache/GC8B3RY_die-maander-der-wilden-saale

Additional Hints (No hints available.)